Prix Lignum 2018

28.09.2018

Sie stehen fest – die Gewinner des Prix Lignum 2018. Der Preis wird alle drei Jahre in fünf Grossregionen der Schweiz vergeben. Aus den regionalen Gewinnern werden drei nationale Preisträger in den Kategorien Gold, Silber und Bronze gekürt. Zusätzlich wird auf nationaler Ebene ein Sonderpreis Schweizer Holz ausgelobt.

Der Prix Lignum zeichnet den innovativen, hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz in Bauwerken, im Innenausbau, bei Möbeln und künstlerischen Arbeiten aus. Die herausragenden Leistungen in der Verwendung von Holz sollen gefördert und bekannt gemacht werden.

Gold für die Bergstation Chäserrugg

Die Bergstation auf dem Chäserrugg – einen Holzbau mit eigener Sprache und eigener Dimension – würdigt die nationale Jury des Prix Lignum 2018 mit Gold. Die Architekten Herzog & de Meuron entwickeln aus einer komplexen Aufgabe eine prägnante Form. Der Bau oszilliert zwischen Scheune, Chalet und Gondelhalle. Das Dach hält ihn zusammen. Das Gebäude hebt die klassische Zimmermannskunst auf einen neuen Massstab: imposante Auskragungen, spitz zulaufende Dachecken, riesige Balken, die auf baumähnlich sich verzweigenden Betonstümpfen lagern. Die Architekten nutzen Holz exemplarisch, um in dieser Höhe zu bauen. Sie integrieren den Bestand geschickt in ein neues Ganzes, das dank dem Holz vorbildlich in die Umgebung passt. Das Resultat ist keine Event-Architektur, sondern eine kraftvolle Ruhe auf dem Berg. Und damit ein Vorbild für viele Tourismusbetreiber, die in sensiblen Landschaften bauen.

Silber für Bürogebäude Suurstoffi

Silber geht an das Bürogebäude S22 auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz. Auf der Suurstoffi schwingt sich das Holz zu neuen Höhen auf, die bisher dem Stahlbeton vorbehalten waren. Das 36 Meter hohe Hochhaus ist ein Leuchtturm für die Branche. Es zeigt eindrücklich, dass sich die Grenzen seit den neuen Brandschutznormen verschoben haben. Holz kann und darf ein Hochhaus tragen – und es muss nicht verkleidet werden. Der Rohbau prägt die Räume mit einer Präzision, die die Genauigkeit der Vorfabrikation zelebriert. Die Unterzüge und Stützen zonieren die Büros imposant und sorgen für eine behagliche Arbeitsatmosphäre. So viel auf einmal, das kann nur Holz. Das Projekt setzt jedes Material bewusst ein: Beton trägt den Kern, Baubuche nimmt die hohen Lasten auf, in der Fassade trägt Brettschichtholz aus Fichte und Tanne. Die Holz-Beton-Verbundelemente der Decken integrieren verschiedene Funktionen platzsparend und schaffen so einen ökonomischen Vorteil. Die Entwicklung, die dahintersteckt, ist zukunftsweisend, weil sie die Vorteile der Vorfabrikation geschickt ausnutzt.

Bronze für die Langhäuser Freilager Zürich

Den Prix Lignum 2018 in Bronze erhalten die drei Holz-Langhäuser auf dem Freilager-Areal in Zürich, welche Architekt Rolf Mühlethaler konsequent aus Holz konstruiert hat, womit er die Urbanisierung des Materials entschieden vorantreibt: Bis zu 100 Meter lang, sechs Geschosse hoch, total 187 Wohnungen. So geht verträgliche Verdichtung, so geht Holzbau im 21. Jahrhundert. Die aussteifenden Kerne mit Treppe und Lift sind aus Beton gebaut. Sonst bestehen die drei Bauten gänzlich aus Holz. Der Architekt entwickelte aus der repetitiven Strenge eine architektonische Anmut. Was uniform erscheint, zeigt nämlich näher besehen fein rhythmisierte Fassaden und eine wohlüberlegte Abstufung in der Materialisierung. Holz ist nicht einfach Holz: Dunkel sind die druckimprägnierten Fassadenelemente, hell die Decken der Veranden, lackiert die runden Stützen. Die Veranden sorgen für einen konsequenten Witterungsschutz der Fassade.

Sonderpreise Schweizer Holz

Folgende Projekte erhielten 2018 den Sonderpreis Holz:

  • Turm im Natur- und Tierpark Goldau SZ
    Die Idee bestand darin, einen Turm zu bauen, der zugleich von Mensch und Tier bewohnt ist. Im Innern des Turmes soll der Mensch seinen Raum haben, an den äusseren Wandflächen die Tiere.
  • Bâtiment administratif de la police cantonale de Fribourg
    Im Jahr 2011 verabschiedete der Freiburger Staatsrat eine Strategie, die mehrere Massnahmen zur nachhaltigen Entwicklung des Kantons vorsieht. Es wurden 21 Vorschläge ausgewählt, darunter auch das Verwaltungsgebäude der Kantonspolizei. Alle Gebäude zeichnen sich durch ihre Sichtbarkeit oder ihre Hebelwirkung aus.
  • Mondhaus, Alpnach OW
    Am südwestlichen Zipfel des Vierwaldstättersees, am Fusse des Pilatus, eingebettet in eine bewaldete Berglandschaft, liegt die Obwaldner Gemeinde Alpnach. Die Familie Küng, welche die gleichnamige, ortsansässige Holzbaufirma in dritter Generation führt, baute dort ihr eigenes Wohnhaus. Bewusst sucht das Gebäude auf architektonischer wie auch auf konstruktiver Ebene die Nähe zu den traditionellen Obwaldner Holzbauten, entwickelt diese aber im Sinne einer zeitgenössischen Identität konsequent weiter.
  • Neubau Produktionhshalle Bönigen
    Das Werkstattareal in Bönigen wird in den kommenden Jahren erneuert und ausgebaut. Das Rollmaterial der BLS wird an diesem Standort unterhalten und revidiert. Um die künftigen Anforderungen bewältigen zu können müssen in kürzester Zeit verschiedene Hallen erstellt und umgebaut werden. Eine der ersten Hallen konnte im Herbst 2017 in Betrieb genommen werden.

Alle weiteren Informationen zum Prix Lignum 2018 finden Sie auf www.prixlignum.ch

Quelle: Prix Lignum

Bild: Katalin Deér/Prix Lignum 2018

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