Timber Construction Europe fordert Ressourcenwende

27.07.2015

Im Hinblick auf die kommenden Vorbereitungen der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 fordert die Generalversammlung von Timber Construction Europe die Europäische Union zu einer Ressourcenwende auf. Sie sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche europäische Klimapolitik. Die Generalversammlung tagte am 9. Juli 2015 in Mailand.

Die Teilnehmer der Generalversammlung von Timber Construction Europe waren sich einig, dass die europäischen Staaten ihre Strategien und Aktivitäten auf die verstärkte Nutzung nachhaltiger Rohstoffe legen müssten. So könnte etwa die Nutzung nachwachsender Rohstoffe durch steuerliche Anreize aber auch durch die Anrechenbarkeit der Senkleistung von verbautem Holz als CO2-Kompensationsmassnahme attraktiver gemacht werden.

Ullrich Huth, Präsident von Timber Construction Europe, weist darauf hin, dass „insbesondere die nachhaltige Forstwirtschaft und die stoffliche Holznutzung einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels und der Reduzierung des CO2-Ausstosses leisten“.

„Besonders wirkungsvoll und weithin unterschätzt“, ergänzt Peter Aicher, Vizepräsident von Timber Construction Europe, „ist die Tatsache, dass der Energieverbrauch beim Bauen mit Holz gesenkt werden kann. Jeder Kubikmeter zusätzlich verbautes Holz, jede Entscheidung für ein Gebäude aus Holz bedeutet eine Entlastung der Erdatmosphäre von klimawirksamen Gasen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.“ Insofern ist eine entschiedene Substitution von weniger klimafreundlichen, weil energieintensiveren, Baustoffen zugunsten von Holz das Gebot der Stunde. Der daraus entstehende Substitutionseffekt verbindet sich mit der Speichermenge im Wald und in Holzprodukten zu einer deutlichen CO2-Senkung.

„Neben der Speicherfunktion im Wald und in Holzbauprodukten rücken immer mehr Anstrengungen zur Reduktion des Energieverbrauches bei der Herstellung von Bauprodukten und beim Bau von Gebäuden in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dieser Teil des nicht sichtbaren und als „Graue Energie“ bezeichneten Energieverbrauchs sei von größter Bedeutung und kann dem Betriebsenergieverbrauch eines Gebäudes von mehr als zwei Jahrzehnten entsprechen“, so Aicher.

Weiter führt Aicher aus, dass der Vorteil der Holzbauweise bereits bei der Rohstoffquelle Wald zu sehen sei, die dauerhaft und nachhaltig den Rohstoff Holz hervorbringe. Dabei ginge das Wachstum der Bäume einher mit dem Entzug von CO2 aus der Atmosphäre und der Speicherung im Holz. Diese Speicherung setze sich über Jahrzehnte und länger fort, wenn Holz im Wald geerntet und für bauliche Zwecke Verwendung findet. Wald, Waldnutzung und Holzverwendung funktionieren dabei wie ein gut eingespieltes natürliches Perpetuum mobile.

Die Richtung, die vom G7-Gipfel Anfang Juni 2015 in Elmau eingeschlagen wurde, bei dem sich die G7-Staaten zu einer weltweiten Reduktion der Treibhaus-Emissionen um 40 bis 70 Prozent bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Jahr 2010 verständigten, begrüsste die Generalversammlung von Timber Construction Europe. Sie sei ein wichtiges Signal für die UN-Klimakonferenz in Paris. „Der Weg geht über die Energiewende zur Ressourcenwende. Unsere Ressourcen müssen nachhaltig und verantwortungsbewusst für die kommenden Generationen genutzt werden“ so Aicher.

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