Transformation in die Zukunft

14.09.2015

Auch mit Traditionsverbundenheit ist eine Transformation in die Zukunft möglich. Das stellte Holzbau Schweiz am 4. September 2015 seinen rund 300 Gästen am «Impulstag Holz» und der 109. GV in Wattwil unter Beweis.

«Die Welt ist eine Scheibe.» Mit dieser gewagten These begab sich Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz, der als Hauptredner am Impulstag Holzbau Schweiz seine Zuhörer bestens zu unterhalten wusste, keinesfalls zurück ins Mittelalter, sondern spielte damit auf die allgegenwärtigen Tablets und Smart­phones an. «Die Digitalisierung», so Vincenz, «schafft neue Realitäten.» Die Transformation in die Zukunft finde im Spannungsfeld zwischen Umbruch und Stabilität statt und erfordere von allen Beteiligten eine Adaption an die neuen Bedingungen. Holz als Marke habe viele Sympathien, schlug Vincenz den Bogen zum Anlass, doch es brauche auch Kompetenzen, um den Transformationsprozess erfolgreich zu durchlaufen. Dass diese Kompetenzen in der Holzbaubranche zweifellos vorhanden sind, machten an der nachfolgenden 109. Generalversammlung von Holzbau Schweiz sowohl Präsident Hans Rupli wie auch Geschäftsführerin Gabriela Schlumpf mit ihrem Ausblick auf die kommenden Herausforderungen deutlich.

Positive Marktentwicklung

Gabriela Schlumpf stellte zunächst die positive Marktentwicklung der Holzbaubranche vor. In den vergangenen fünf Jahren sei die Verwendung von Holz in den Tragkonstruktionen von Einfamilienhaus-Neubauten um 13,7 Prozent gestiegen, bei An- und Umbauten gar um 30,8 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern sieht die Entwicklung ebenfalls positiv aus; hier sind es 5,9 Prozent bei Neubauten und 28,4 Prozent bei An- und Umbauten. Wie die Branche selbst, entwickelte sich auch der Zentralsitz von Holzbau Schweiz in den vergangenen Jahren positiv. So habe sich die ­Anzahl der Mitarbeitenden aufgrund der gestiegenen Anforderungen, neuen Aufgabenfelder und zusätzlichen Serviceleistungen vergrössert; die Finanzierung dieser zusätzlichen Stellen erfolge jedoch grösstenteils durch externe Strukturen. Wie etwa beim Verlag Pro Holzbau Schweiz GmbH, der wirtschaftlich eigenständig sei und bereits im kommenden Jahr die Anzahl der Ausgaben von «Wir Holzbauer» von sechs auf acht Ausgaben erhöht.

Chancen für den Holzbau

Dass die Branche wie auch der Verband trotz der bislang positiven Entwicklung vor grossen Herausforderungen steht, machte Hans Rupli deutlich. Zweitwohnungsinitiative, Masseneinwanderungsinitiative, die Entscheidungen der Nationalbank zum Franken-Wechselkurs und auch die Bedingungen zur Hypothekenvergabe werden das derzeitige Wachstum bremsen. Für die Holzbaubranche sieht er jedoch insbesondere in der Siedlungsverdichtung durch Aufstockung grosse Chancen. Die Bauwirtschaft sei zudem die Schlüsselbranche in der Energiepolitik, betonte der Präsident: «Wir müssen die Transformation von fossilen zu erneuerbaren Energien schaffen.» Hier knüpfe die Bildungsoffensive Energie an, die die Holzbaubranche befähigen soll, energieerzeugende Bauteile zu montieren und damit ein Haus zum Kleinkraftwerk zu machen. Die an der Generalversammlung vorgestellten Legislatur­ziele für den Zeitraum 2015 bis 2019 sehen entsprechend den vorgestellten Themen eine Stärkung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit sowie die Optimierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor.

Sich den Veränderungen stellen

Doch nicht nur die Branche, auch der Verband Holzbau Schweiz muss sich Veränderungen stellen – angesichts des absehbaren Wechsels in der Zentral­leitung keine einfache Aufgabe: Neben Präsident Hans Rupli, der an der 109. Generalversammlung per Akklamation nochmals für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurde, stellen auch fünf der sieben Zentralleitungsmitglieder ihr Amt im Laufe der kommenden vier Jahre zur Verfügung. Den Anfang machte bereits Fritz Rutz, der sich am Impulstag Holz nach 19 Jahren Enga­gement aus der Zentralleitung verabschiedete. Gemeinsam wurden Bruno Korell (Mitbegründer und elf Jahre Präsident der Sektion Tessin), Markus Hefti (9 Jahre Sektionspräsident Glarner Zimmermeisterverband), Heinz Ammann (35 Jahre Experte) und Fritz Rutz für ihre langjährigen Verdienste für die Branche zu Ehrenmitgliedern von Holzbau Schweiz ernannt.

 

Holzbau Schweiz sagt «Danke»
Der «Impulstag Holz» und die 109. Generalversammlunmg wurde dank der grosszügigen Unterstützung folgender Partner ermöglicht:

Velux

Ampack | Flumroc | Treppenbau.ch

Kuratle & Jaecker | Isocell | Saint-Gobain Isover

Contria | HG COMMERCIALE | Isofloc | Roto Dach- und Solartechnologie | Sager

 

Verband Schweizer Holzbau-UnternehmungenHolz macht stolz - Das Portal der Schweizer Holzbaubranche
Magazin FIRSTBauen und leben mit Holz – Das Fachmagazin von Holzbau Schweiz
Magazin Wir HOLZBAUERDas Mitglieder- und Verbandsmagazin von Holzbau Schweiz