WorldSkills 2015 sind Geschichte

18.08.2015

Vier Wettkampftage arbeitet Raphaël Baumberger auf höchstem Niveau, konzentriert und präzise. Doch ganz zum Schluss passiert dann der Fehler: Zwei Verbindungen seines Werkstücks haben den falschen Winkel. Das kostet den Zimmermann an den WorldSkills 2015 in São Paulo die ersehnte Medaille.

Bei einer Berufsweltmeisterschaft können bereits Millimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden. Am Ende ist für die Teilnehmer aber vor allem die Nervenstärke ausschlaggebend. Schon die kleinste Unachtsamkeit kostet den Sieg. Diese bittere Erkenntnis hat Raphaël Baumberger an den diesjährigen WorldSkills in Brasilien erfahren. In der Hektik des vierten und letzten Wettkampftages  gelang es ihm – wie auch den Teilnehmern aus Korea und Frankreich  – nur äusserst knapp, noch rechtzeitig fertig zu werden. „ Im Endspurt war lange nicht sicher, ob er es überhaupt rechtzeitig schaffen würde“, berichtete Peter Elsasser, Bereichsleiter Bildung bei Holzbau Schweiz, der den spannenden Wettkampf vor Ort in São Paulo verfolgte. Erst in der letzten Sekunde konnte Raphaël Baumberger sein Werkstück abliefern. Doch zwei Verbindungen hatten einen falschen Winkel und damit musste sich der junge Romande  vom Medaillentraum für die Schweizer Zimmermannszunft verabschieden. In Erfüllung ging dieser Traum hingegen für Simon Rehm aus Deutschland und  Seung Woo Cha aus Korea. Punktgleich ergatterten sie das Edelmetall in Gold. Bronze ging an die Zimmerleute aus Dänemark, Italien (Südtirol) und Frankreich. Raphaël Baumberger erreichte am Ende den immer noch guten sechsten Rang und kehrte mit einem Diplom heim.

Insgesamt gingen an den diesjährigen WorldSkills gegen 1200 Teilnehmenden aus 58 Nationen in 50 beruflichen Disziplinen an den Start. Damit waren die 43. WorldSkills die grössten Berufsweltmeisterschaften, die je ausgerichtete wurde. Das die Gastgeber nicht nur in der Lage sind, einen Mega-Event zu stemmen, sondern auch zünftig feiern können, stellten sie an der Siegerehrung eindrücklich unter Beweis. Bei  einer fulminanten Abschlussshow zeigten sie ihr brasilianisches Temperament und ihre sprühende Lebensfreude. Für Stimmung, Lärm und Trubel sorgte bei diesem Anlass aber auch die Schweizer Delegation mit ihren lauten Kuhglocken.

Zünftig gefeiert hat auch die daheim gebliebene Fangemeinde: Das Schweizer Team wurde nach der Rückkehr in Zürich mit frenetischem Jubel empfangen und für die Leistung und den Einsatz gebührend geehrt. Einmal Gold, sieben Mal Silber, fünf Mal Bronze und 22 Diplome brachten die 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen in 38 Berufen  heim.  Mit dieser Medaillenausbeute erreichte die Schweiz den 4. Rang in der Nationenwertung. „Ich bin unheimlich stolz auf unseren jungen Leute. Und die Experten haben eine Arbeit geleistet, die man noch mehr wertschätzen muss“, freute sich Christine Davatz, Delegationsleiterin und stellvertretende Direktorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes, über den Erfolg des Schweizer Teams. „Die Kandidaten haben einen guten Job gemacht und ihr Bestes gegeben“, zog  Rico Cioccarelli, technischer Delegierter des Schweizer Teams Bilanz.  Nun gehe es ans Analysieren, um für die nächste Teilnahme an den WorldSkills in Abu Dhabi Lehren zu ziehen.

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