Aktives Engagement

Mit seinem politischen Engagement setzt sich der Verband für ideale Rahmenbedingungen für die Geschäftsaktivität der Holzbau-Unternehmungen ein.

Wir bauen Energiezukunft

Wir bauen Energiezukunft

Die Bauwirtschaft spielt im Rahmen der neuen und zukunftsorientierten Klima- und Energiepolitik eine zentrale Rolle. Für eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Massnahmen in Richtung mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind gut ausgebildete Fachkräfte sowie sensibilisierte Besteller eine wichtige Voraussetzung.

EnergieSchweiz realisiert deshalb in Zusammenarbeit mit bauenschweiz, zahlreichen Partnerverbänden – u.a. auch Holzbau Schweiz – und Bildungsinstitutionen die Kommunikationskampagne WIR BAUEN ENERGIEZUKUNFT. Übergeordnete Ziele der Kampagne sind die Positionierung der Bauwirtschaft als relevanten Akteur für die Energiestrategie 2050 sowie die Stärkung der gesellschaftlichen Reputation der Bauberufe im Kontext der neuen Energiepolitik. Ziel ist eine indirekte Unterstützung der Baubranchen bei der Rekrutierung neuer Fachkräfte und die Motivation der bereits aktiven Berufsleute für die kontinuierliche Weiterbildung im Energiebereich.

Totalrevision CO2-Gesetz

Totalrevision CO2-Gesetz

Für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ist eine Totalrevision des CO2-Gesetzes nötig. Holz als CO2-neutraler Baustoff nimmt in dieser Thematik eine besondere Rolle ein.

Seit 1990 hat die Bevölkerung in der Schweiz um einen Viertel zugenommen und das Bruttoinlandprodukt BIP ist um fast 50% gewachsen. Es ist erfreulich, dass die Treibhausgasemissionen im gleichen Zeitraum trotz dieses Wachstums um 10% rückläufig waren. Dennoch gibt es noch viel zu tun, damit die Schweiz dem Klimaabkommen von Paris entsprechen und ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Referenzjahr 1999 halbieren kann. Die Ziele und Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen ab 2020 bis 2030 sollen mit der Totalrevision des CO2-Gesetzes rechtlich verankert werden. Am 1. Dezember 2017 hat der Bundesrat die entsprechende Botschaft sowie die Botschaft zur Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Union über die Verknüpfung der Emissionshandelssysteme (EHS) verabschiedet. Die nächste Etappe der Schweizer Klimapolitik wurde damit eingeläutet.

Holzbau ist aktiver Klimaschutz
Die Totalrevision des CO2-Gesetzes ist für den Holzbau eine grosse Chance, so reduziert Bauen mit Holz die CO2-Emissionen gegenüber Beton um mehr als die Hälfte, und es wird weniger graue Energie benötigt. Holzbau bedeutet Nachhaltigkeit zunächst schon nur aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen nachwachsenden Baustoff handelt. Die Lebenszyklusbetrachtung eines Holzbaus fällt ebenfalls positiv aus. Der Baustoff wird lokal gewonnen und im optimalen Fall unweit vom Herkunftsort verbaut. In Holzbauten wird CO2 über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gebunden. Am Ende der Lebensdauer können gewisse Bauteile wiederverwendet oder für andere Zwecke genutzt werden. Kann Holz als Baumaterial nicht mehr gebraucht, liefert es Energie zur Produktion von Wärme oder Strom. Der Kreislauf der Natur schliesst sich. Beim klimaneutralen Bauen führt kein Weg am Rohstoff Holz vorbei.

Massnahmen nach Sektoren
Die Schweiz verstärkt ihren Beitrag zur Begrenzung der globalen Klimaerwärmung auf weniger als 2 °C, bzw. sogar auf maximal 1,5 °C. Jeder Sektor muss dabei seinen Beitrag leisten.

Der Verkehr verursacht am meisten Treibhausgasemissionen. Durch eine weitere Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Treibstoffen sollen die Emissionen weiter sinken. Zudem ist geplant, die CO2-Emissionsvorschriften für neue Fahrzeuge im Einklang mit denjenigen der EU schrittweise zu verschärfen. Bei der konkreten Ausgestaltung der CO2-Kompensation durch die Treibstoffimporteure und der Festlegung eines Preisaufschlags an der Tanksäule besteht zurzeit noch keine Einigung.

Im Gebäudebereich, dem zweitgrössten Emittenten, wird die CO2-Abgabe auf Brennstoffe weitergeführt. Vom Bundesrat wurde eine Erhöhung des Abgabesatzes auf maximal 210 Franken pro Tonne CO2 gefordert. Der Nationalrat als Erstrat stimmte dieser Erhöhung zu, allerdings sprach er sich gegen einen einheitlichen Gebäudestandard aus. Ein Verbot fossiler Heizungen hat in der Vernehmlassung keine Zustimmung gefunden.

Die schweizerische Klima- und Energiepolitik lässt sich nur umsetzen, wenn der Gebäudepark energetisch modernisiert wird. Aktuell beträgt die jährliche Sanierungsrate in der Schweiz rund 1%. Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen fördert die energetische Sanierung von Gebäuden sowie Investitionen in erneuerbare Energien und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Allerdings läuft das über eine Teilzweckbindung der CO2-Abgabe finanzierte Gebäudeprogramm 2025 aus. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK-NR) hat die Fortsetzung des Gebäudeprogramms bis 2030 beantragt. Dies unterstützt auch Hans Rupli, Zentralpräsident von Holzbau Schweiz: «Solange das Lenkungssystem noch nicht umgesetzt ist, fordern wir die Fortsetzung des Gebäudeprogramms.»

Stand der Vorlage
In der Wintersession 2018 lehnte der Nationalrat als Erstrat die Totalrevision des CO2-Gesetzes in der Schlussabstimmung ab. Unter anderem will der Nationalrat – im Gegensatz zum Bundesrat – ermöglichen, dass die Reduktion von Treibhausgasemissionen zu grossen Teilen durch den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland erfolgen kann. Der Ball liegt nun beim Ständerat.

www.wir-holzbauer.ch

Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen BöB

Preis, Qualität und Nachhaltigkeit

Das ist die Erfolgsformel im Bauwesen. Und genau damit beschäftigt sich die Revision des Beschaffungsrechts: Neben dem Faktor Preis sollen verstärkt die Kriterien Qualität und Nachhaltigkeit bei der Auftragsvergabe entscheiden. Das stärkt die Kreislaufwirtschaft und fördert einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen.

Die Hälfte der öffentlichen Beschaffungen fliessen ins Bauwesen. Das sind jährlich rund 20 Milliarden. Bis anhin war vor allem der Faktor Preis entscheidend, wenn öffentliche Aufträge vergeben wurden. Das befördert in erster Linie das kurzfristige Denken, nicht eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Beschaffungsstrategie. Dieses Manko soll die Revision des Beschaffungswesens mit der stärkeren Gewichtung der Kriterien Nachhaltigkeit und Qualität ausgleichen. Zudem zielt die Revision darauf ab, die Beschaffungsordnung für Bund und Kantone zu harmonisieren und so mehr Transparenz zu schaffen.

Die Revision liegt im Interesse der öffentlichen Hand wie auch im Interesse der Anbieter. Wer nur auf Basis einer günstigen Anfangsinvestition entscheidet und baut, denkt zu kurzfristig und zahlt später eventuell dafür den Preis. So kann die Anfangsinvestition in den Bau vielleicht günstiger sein. Betrachtet man die Lebenszykluskosten inklusive Betriebskosten bis hin zum Rückbau kann sich das jedoch rächen. Solche Entscheidungen sind nicht im Sinne einer effektiven und langfristigen Nutzung öffentlicher Gelder.

Das schwerste ist der Kulturwechsel
Die Revision des Beschaffungsrechts allein wird die Schweizer Baulandschaft nicht ändern. Es braucht einen Kulturwechsel auf beiden Seiten: beim Auftraggeber und beim Auftragnehmer. Das fängt allein schon bei den Ausschreibungsunterlagen an. Hier muss bereits transparent festgelegt sein, welche Kriterien bei den Angeboten bewertet werden. Dabei müssen neben dem Preis auch die Zusatzkriterien Nachhaltigkeit und Qualität im Sinne einer erwartbaren Leistung ausgeschrieben werden. Um das zu erfüllen, braucht es Wissen: Der Bauherr, als Bund und Kantone, muss genau wissen, was es bedeutet, effizient, qualitativ hochwertig und nachhaltig zu bauen. Der Kulturwechsel ist auf beiden Seiten nötig: Die Vergabebehörde muss zum qualifizierteren Einkaufen befähigt werden – und der Anbieter muss verstehen, dass künftig nicht nur der Preis entscheiden wird. Es öffnet sich die Chance, vom reinen Preis- zu einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Wettbewerb zu wechseln. Die Planer sind gefragt, um qualifizierte Angebotsgrundlagen zu erstellen. Moderne Zertifizierungssysteme bewerten die Nachhaltigkeit eines Gebäudes und beleuchten dabei zum Beispiel den CO2-Ausstoss und die graue Energie, die mit dem Bau, der Bewirtschaftung und dem Rückbau eines Gebäudes in Zusammenhang stehen. Bei dem revidierten Beschaffungsrecht ist es von hoher Bedeutung, dass die Beurteilungskriterien Qualität und Nachhaltigkeit klar und transparent sind, so dass die Vergabebehörde in der Lage ist, die Qualität des Angebots zu beurteilen. An klar definierten Kriterien kann sich schliesslich auch der Anbieter orientierten und sich mit seinem Angebot positionieren.
 
Die Revision des Beschaffungsrechts bedeutet auch, dass die Vergabe von Bauaufträgen komplexer wird. Während heute noch vielerorts die Anfangsinvestition als messbarer, vergleichbarer und entscheidender Faktor verwendet wird, reicht das dann nicht mehr aus. Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren im Hinblick auf ein Gebäude in seinem Lebenszyklus ist komplex. Und es macht Auftraggeber angreifbar, da so manches Kriterium auch der Interpretation unterliegt. Wenn man das Beschaffungsrecht neu positioniert, braucht es aber auch eine neue Vergabekultur; die Kompetenzentwicklung muss im Vorfeld stattfinden, beispielsweise über die Schulung der Vergabebehörden, die in der Lage sein müssen, Bauvorhaben neben den Kosten auch hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit zu bewerten. Und abschliessend, wie argumentiert wird, dass eine faire Vergabe stattgefunden hat.

Holzbau ist die nachhaltige Variante
Die Revision des Beschaffungswesens fördert die Betrachtungsweise der Lebenszykluskosten. Das entspricht auch dem Grundgedanken der Holzbauweise. Holzbau bedeutet Nachhaltigkeit zunächst schon aufgrund des Werkstoffs. Aber auch auf strategischer Seite und hinsichtlich der Angebote spielt die Optimierung der Lebenshaltungskosten sowie des Rückbauprozesses eine wichtige Rolle. Heute schon und in Zukunft werden nachhaltige Bauweisen einen Vorteil haben. Der Holzbau ist im Kontext des revidierten Beschaffungsrechts gut positioniert und wird mehr Potenzial haben als heute.

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