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Dreifamilienhaus ZH-Höngg

Das relativ kleine Wohnhaus ist ein ideales Beispiel für ein hocheffizientes Gebäude, das mit ästhetischen Designelementen aufwartet. Das Haus hat nahezu die Form eines Würfels und damit ein optimales Verhältnis von Volumen und Oberfläche. Konstruktiv handelt es sich um einen reinen Holzbau aus Wand- und Deckenelementen in Holz, die aber innen und aussen verkleidet sind. Ohne die Verkleidungen der Wände und Decken wären die Anforderungen des Schallschutzes nicht lösbar gewesen. Im Innern sind drei komplex ineinander verschachtelte Wohnungen angeordnet, die sich über je zwei Geschosse erstrecken. Zwei Wohnungen haben einen kleinen Garten vor dem Schlafzimmer und einen Wohnraum mit grosser Loggia. Die dritte Wohnung verfügt über eine Dachterrasse. Ein solches Designstück lässt weder gestalterische noch haustechnische Sünden zu. Das technische System kombiniert verschiedene Komponenten. Die Wärmepumpe bezieht über eine Erdsonde Energie aus dem Erdreich. Die eleganten Sonnenkollektorfelder an der Süd und Westfassade bestechen durch ihre Form und Funktion: Die Glasröhren laden den Wasserspeicher direkt mit thermischer Solarenergie. Über ein «Free-Cooling» können die Wohnungen im Sommer auch gekühlt und das Erdreich kann regeneriert werden. Die vollflächig in die Dachfläche integrierte Fotovoltaikanlage produziert mehr als die für die Gebäudetechnik nötige Elektrizität. Bei haushälterischem Umgang der Bewohner mit Strom kann das Gebäude die Nullenergiebilanz erreichen.

Laut Beat Kämpfen, für die Sanierung verantwortlicher Architekt, sind 75 Prozent des bestehenden Gebäudevolumens der Schweiz vor 1975 erstellt worden, also in einer Zeit, als Energiefragen für noch keine Rolle spielten. Der kleinere Teil dieser Bauten, meint der Architekt, müsse ersetzt werden, da er die heutigen Wohn- und Arbeitsbedürfnisse nicht mehr erfüllen könne. Das war auch an der Kürbergstrasse in Zürich-Höngg der Fall. Der grössere Teil des Gebäudebestandes kann jedoch erneuert und weiterverwendet werden. Kämpfen sagt: «Die Chance ist vorhanden, diese Sanierungen nicht nur als oberflächliche Verschönerung mit kurzfristigem Nutzen durchzuführen, sondern umfassend und nachhaltig. Das Reduktionspotenzial ist für die Sanierung deutlich grösser als bei Neubauten.» Beat Kämpfen rechnet vor: «Wenn ein Neubau nach Minergie-P-Standard statt nach Gesetz ausgeführt wird, spart das bestenfalls 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Wird hingegen ein Altbau auf den Minergie-P-Standard angehoben, sinkt der Energieverbrauch von 200 auf 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, also um einen Faktor sechs.» Die verschiedenen, heute gebräuchlichen Energiestandards fokussieren auf die für die Wärmeerzeugung benötigte Energie. Bei einer Sanierung muss jedoch die gesamte Ökobilanz betrachtet werden. Diese Frage ist vor allem beim Grundsatzentscheid Abbruch/Ersatzneu bau oder beim Vergleich der Renovationsoptionen mit unterschiedlicher Eingriffstiefe zu diskutieren. Leider wird heute oft vorschnell ein Entscheid zugunsten der Variante Ersatzneubau getroffen. Es zeige sich immer wieder, dass die tief greifende und umfassende Renovation sowohl die ökologischste als auch die ökonomischste Lösung darstellt.

Bauherr

Esther und Silvio Ponti
Kürbergstrasse 10
8049 Zürich

Fakten

Adresse Dreifamilienhaus ZH-Höngg
Kürbergstrasse
Zürich-Höngg (ZH)
Qualitätslabel Minergie-P-Eco, bilanziertes Nullenergiehaus, Solarpreis 2012
Baukategorie Mehrfamilienhaus
Bauteil Photovoltaik

Holzbaupartner

Architekt: kämpfen für architektur ag, Badenerstrasse 571, 8048 Zürich
Holzbau: Blumer-Lehmann, Gossau

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