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1/2018 Sportlich

Stand.punkt

Fit für die Zukunft

Der Holzbau hat sich in den letzten Jahren gut positioniert. Aber wie auch im Sport genügt es nicht, sich auf seinem Erfolg auszuruhen. Um am Ball zu bleiben, braucht es vor allem neue Kompetenzen. Eine Strategie ist das lebenslange Lernen, das die Branche fit für die Herausforderungen der Zukunft macht.

Ist der Holzbau fit für die Zukunft? Grundsätzlich ja. Sehen wir uns die Entwicklung an, zeigt sich das in zwei Marktfeldern deutlich: In den Bereichen Neubau und Sanierung nimmt der Holzbau seit Jahren eine zunehmend grössere Bedeutung ein. Am Horizont ist jedoch ein neues Arbeitsfeld zu erkennen, weit vor der Bauphase: der Dienstleistungsmarkt. Und hier muss sich der Holzbau erst noch positionieren, um ein gefragter und kompetenter Ansprechpartner für Bauherrschaft, Investoren und Fachplaner zu werden. Das heisst, dass der Holzbauer viel früher im Planungs- und Bauprozess aktiv werden muss; nicht erst bei der Ausführung, sondern bereits zu Beginn, wo er zum Zeitpunkt der Planung als Ansprechpartner und Teil der Teams auftritt. Daraus ergibt sich auch ein praktischer Vorteil: Wer früher mitsprechen kann, kann auch von Anfang an mitentscheiden. Im Idealfall bleiben so nachträgliche Optimierungen erspart, was sich auf den Kosten- wie auch auf den Zeitfaktor positiv auswirkt.

 

Fit ist, wer mit der Digitalisierung Schritt hält

Doch was wollen Architekten? Mit welchen Fragen starten Investoren in ein Projekt? Wer im Dienstleistungsmarkt agieren möchte, muss sein Kompetenzprofil erweitern: Es geht um die Sensibilität für Architekturfragen, Normen und Produkte in der Haustechnik, Schallschutz, Brandschutz und so weiter. Digitales Bauen in Form von Building Information Modeling (BIM) heisst das Schlagwort und steht für ein Modell, in dem alle baurelevanten Informationen kanalisiert werden. Um künftig auf die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure reagieren zu können, ist ein ganz neues Kompetenzprofil gefordert. Wie lässt sich das Kompetenzprofil in der Holzbaubranche für die neuen Bedürfnisse am Markt erweitern? Da müssen wir zunächst bei den Jungen ansetzen – also direkt am Bildungssystem. Die Revision in der Grundbildung ist bereits vollzogen, als Nächstes stehen Fort- und Weiterbildung auf der Agenda. Fit für die Zukunft sind nur jene Branchen, die sich dem Wandel der Digitalisierung anpassen.

Datenmodelle verschiedener Art ziehen sich durch die jeweiligen Branchen. Und da genau liegt auch das Problem: Es herrscht ein digitales Chaos. Zurzeit ist es noch so, dass auch auf der digitalen Ebene in linearen Strukturen gearbeitet wird. Planungsdaten werden erstellt und dann verteilt. Gibt es im Laufe der Planung Änderungen, werden diese vom jeweiligen Fachplaner in seinem Programm ausgeführt – aber auch nur in seinem, da es nicht mit den anderen vernetzt ist. Änderungen jeder Art erhöhen zwangsläufig die Fehlerquote. BIM hingegen kann die Fehlerquote minimieren; nämlich dann, wenn BIM als ein durchgängiges Datenmodell verstanden wird, auf das alle Fachplaner zugleich Zugriff haben. Dadurch, dass alle an ein und demselben Modell arbeiten, werden Abänderungen des Einzelnen für alle sichtbar und transparent. Zuerst wird digital gebaut und dann real.

 

Wissen ist eine wertvolle Dienstleistung

Die Herausforderung liegt darin, dass die IT-Welt sich verändert. Nicht nur sich selber, sondern auch die Businessmodelle. Davon bleibt auch die Holzbaubranche nicht verschont. Hier vollzieht sich ein Wandel vom aktuellen Preiswettbewerb hin zu einem Leistungswettbewerb: Dabei bilden Know-how und Service in den Bereichen Dienstleistung, Wissen um Bewirtschaftung und Erneuerungszyklen einen grossen Mehrwert, um konkurrenzfähig zu sein. Aktuell stehen wir am Anfang mit digitalisierten, aber noch isolierten Systemen und Arbeitsweisen. Integrierte Systeme sind das Ziel, die ein optimiertes Gebäude mit geringen Betriebskosten ermöglichen. Hierfür sind Kompetenzen erforderlich, die sich auch kleinere Betriebe aneignen können. Nicht selten kommt in Zeiten des Wandels auch die Frage auf, in welchem Markt oder Segment sich das Unternehmen platzieren soll. Sicher – der Sanierungsmarkt wird grösser. Dienstleistung sollte aber nicht verschenkt, sondern vermarktet werden. Know-how schafft hier eine günstige Wettbewerbsposition.

 

Lebenslanges Lernen für ein zukunftsfähiges Unternehmen

Was heute noch mehr als früher gilt: Unternehmen können sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen. Es gilt, Rahmenbedingungen und Trends aufzuspüren. Wichtige Aspekte wie Nachhaltigkeit, Zertifizierung, Wettbewerb oder Planung treffen auf schnelle Innovationszyklen. Und hier ergibt sich ein demografisches Problem: Von einer immer älter werdenden Belegschaft werden in immer kürzerer Zeit immer tiefergehendere technische Schlüsselkompetenzen gefordert. Hier greift die Idee vom lebenslangen Lernen, die den Betrieb fit für die Zukunft macht. Junge wie auch ältere Arbeitsnehmende werden kontinuierlich geschult. Heute reicht es einfach nicht mehr aus, einmal einen Beruf gelernt zu haben. Die Bildungskadenz hat sich mittlerweile verdreifacht. Lebenslanges Lernen betrifft alle Branchen. Nur das sichert die Zukunft für grosse und kleine Betriebe. holzbau-schweiz.ch

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