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02/2021 Schweizer Holz

Lebens.raum

«Wir verbauen im Konstruktionsbereich ausschliesslich Schweizer Holz»

Die Strüby Konzept AG setzt als Gesamtleistungsanbieter auf Holzbau. Und gebaut wird grundsätzlich mit Schweizer Holz. Über die Jahrzehnte hat das Unternehmen enge Partnerschaften mit der Zentralschweizer Wald- und Holzkette geknüpft. Ein Miteinander, das nicht nur der regionalen Wertschöpfung dient, sondern auch durch turbulente Zeiten auf dem globalen Baumarkt trägt.

Interview Sandra Depner | Foto zVg


Die Strüby Konzept AG beschreibt sich als Gesamtleistungsanbieter mit dem «Schwerpunkt Schweizer Holz». Woher kommt dieser Fokus auf Schweizer Holz, Herr Kneubühler?
Dies ist sicherlich auch geschichtlich bedingt. Seit der Gründung der Firma wird das Holz direkt bei den Waldbesitzern eingekauft. Dadurch hat sich über die Jahre ein enges und partnerschaftliches Miteinander ergeben, das ein beidseitiges, erfolgreiches Wachstum ergab. Das einheimische Holz und die kurzen Wege führen zu einer hervorragenden Bilanz im Bereich der grauen Energie. Was gibt es Schöneres, als einen Rohstoff zu verarbeiten, welcher direkt vor der Haustüre und in ausreichender Menge immer wieder nachwächst?

Ihr Produktionszentrum steht in Root (LU). Wissen Sie, woher das Holz kommt, das Sie dort verarbeiten?

Wir wissen immer, woher unser Schweiz Holz kommt, das wir verarbeiten. Dass wir die genaue Herkunft des Holzes dann aber auf ein jeweiliges Gebäude zuordnen können, liegt nicht in unserem Interesse und wird von uns auch nicht angestrebt.

Bauen Sie alles mit Schweizer Holz?

Wir verbauen ausschliesslich Schweizer Holz im Konstruktionsbereich. Beim Plattenmaterial ist es leider nicht möglich, ausschliesslich mit Schweizer Holz zu arbeiten. Da weichen wir dann je nach Bedarf auf Platten aus dem umliegenden Ausland aus.

Der Einsatz von Schweizer Holz im Holzbau ist heute noch nicht selbstverständlich. Mal ist Rede von fehlender Verfügbarkeit, mal von zu hohen Preisen. Wie stehen Sie dazu?

Die Strüby Unternehmungen nutzen pro Jahr rund 20?000 Kubikmeter Holz aus Zentralschweizer Wäldern. Das Unternehmen kauft direkt bei den Waldbesitzern ein und lässt das Holz in der Region sägen und verleimen, bevor es weiterverarbeitet wird. Wir haben etwa zweimal pro Woche eine Anlieferung des Holzes in unserem Produktionszentrum, wo es sofort verarbeitet wird. Dadurch sind wir sehr flexibel, haben keine Lagerkosten und sind kosteneffizient. Durch die enge und langjährige Partnerschaft mit unseren Zulieferern haben wir uns ein Einkaufsnetzwerk aufgebaut, welches uns eine hohe Verfügbarkeit garantiert. Beim Einkauf ist es immer so, dass man tiefere Preise möchte. Für uns sind aber langfristige und faire Partnerschaften sowie Produkte zu marktüblichen Preisen und nicht kurzfristige Preisanpassungen wichtig.

Wie könnte man das Bauen mit Schweizer Holz aus Ihrer Sicht mehr fördern?

Der Schweizer Holzbau hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Marktanteilen zugelegt. Auch die allgemeine Nachfrage nach regionalen Produkten gewinnt in der Gesellschaft in der aktuellen Lage stark an Bedeutung. Damit man diese Trends für das Schweizer Holz auch nutzen kann, müssen einige Vorraussetzungen erfüllt sein, wie eine hohe Rohstoffverfügbarkeit, sprich Waldpflege und Waldbewirtschaftung. Da spielen dann auch starke Absatzmärkte rein und eine steigende Nachfrage nach Schweizer Holz. Nicht zu vergessen ist die Stärkung der Holz-Zulieferindustrie. Vor dreissig Jahren gab es in der Schweiz noch 958 Sägewerke. Im Jahr 2017 waren es noch 347.


Der nationale wie auch der globale Holzmarkt erleben aktuell einen starken Druck. Lieferzeiten und Preise stehen in der Kritik. Wie beeinflusst das Ihr Unternehmen?

Je nach Produkt spüren wir das natürlich auch. Aber auch hier zahlen sich unsere langjährigen Partnerschaften und der Einkauf von Schweizer Holz deutlich aus. Bei den restlichen Produkten ist es für unseren Einkauf jetzt gerade nötig, die Lieferengpässe zu kompensieren und Alternativen zu organisieren. 

Strüby Holding AG

Was 1949 mit der Gründung der Zimmerei Strüby begann, ist heute ein Gesamtleistungsanbieter mit Schwerpunkt Architektur und Holzbau. Mit rund 320 Mitarbeitenden aus 30 verschiedenen Berufsgattungen arbeiten die Strüby Unternehmungen als kompetenter Partner in den Bereichen Architektur, Immobilien, Wohnbau, Umbau, Innenausbau, Gewerbebau und Landwirtschaft. Zu den Strüby Unternehmungen gehört unter anderem die Strüby Holzbau AG, die 2011 ein Produktionszentrum in Root (LU) erstellte. Diverse Spezialisten aus verschiedenen Bereichen wie Holzbautechniker, Statiker, Zimmerleute und Schreiner arbeiten hier Hand in Hand und werden durch einen Maschinenpark unterstützt, der den neuesten Holzbau-Technologien entspricht. Die Strüby Unternehmungen setzen nachweislich und zertifiziert auf Holz aus Schweizer Wäldern. Damit wird ein wertvoller Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften und Leben geleistet. 2011 und 2014 wurde die Firma Strüby mit dem «Holzbau-Plus-Award» für faire Arbeits- und Anstellungsbedingungen ausgezeichnet.

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