Holzbaubranche setzt Impulse

09.09.2014

Impulstag Holz & 108. Generalversammlung von Holzbau Schweiz vom 5. September 2014 im Centro Esposizioni in Lugano

Holzbau liegt im Trend. Entsprechend konnte die Branche in den letzten zehn Jahren einen Beschäftigungszuwachs von 5‘000 Vollzeitstellen verzeichnen. Gestiegen ist damit auch die Nachfrage nach qualifizierten und engagierten Mitarbeitenden. Die systematische Weiterentwicklung des Bildungssystems, attraktive Laufbahnangebote sowie die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz stehen daher im Fokus der Tätigkeiten von Holzbau Schweiz. Gefordert ist zudem die gesamte Braubranche in Fragen der Klima- und Energiepolitik sowie Raumplanung.

Der „Impulstag Holz“ und die Generalversammlung sind der Jahresanlass der Holzbaubranche. Jedes Jahr nehmen rund 300 Gäste aus der Branche, Politik, Wirtschaft und Medien am Anlass teil. So auch in diesem Jahr. Die Sektion „Ticino e Moesano“ lud als jüngstes Sektionsmitglied des Verbandes zum ersten Mal auf die Alpensüdseite ein.

Impulsreferat: Wer löst die Weltprobleme?
Keine geringere Frage als die, wer die derzeitigen Weltprobleme lösen soll, stelle in diesem Jahr der Publizist und Philosoph Ludwig Hasler ins Zentrum des Impulsreferates. Die Klimaerwärmung, ein hoher Ressourcenverbrauch und eine ungewisse Altersvorsorge sind Bereiche, in denen bis dato von der Politik keine zufriedenstellenden Lösungen gefunden werden konnten. Unter dem Titel „Wir. Hier. Praktisch.“ forderte Ludwig Hasler in seinem Referat dazu auf, wieder selbst Verantwortung zu übernehmen. „In unserer Gesellschaft wird der Wert des Wissens über- und das Tun unterschätzt. Es wird daher Zeit, wieder selbst aktiv zu werden“, betont er. Auf den Geschäftsalltag übertragen bedeute dies, die Arbeitnehmenden zu befähigen, selbst kleine Unternehmer zu sein. „Nur wenn ich die Verantwortung für mich selber übernehmen möchte, nehme ich sie auch für andere wahr“, so Ludwig Haslers Fazit.

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Offizielle Generalversammlung − Marktsituation und Schwerpunktthemen
In seiner Berichterstattung an die Mitglieder und anwesenden Gästen erörterte Hans Rupli, Zentralpräsident Holzbau Schweiz die Herausforderungen, welche sich der Baubranche allgemein derzeit stellen und diese in Zukunft prägen werden:

  • Klima- und Energiepolitik: Der heutige Gebäudepark Schweiz verursacht 40% der gesamten CO2-Emissionen und beansprucht 46% des Gesamtenergieverbrauchs. Bei der aktuellen Sanierungsrate von 0.9 Prozent dauert es 100 Jahre, bis der Gebäudebestand den Anforderungen der Klima- und Energiepolitik angepasst ist.
  • Raumplanung: Das Stimmvolk hat sich 2013 klar für eine bessere Ausnützung bestehender Bauzonen ausgesprochen. Der Holzbau liefert bereits heute Lösungen, wie energetische Sanierungen finanziell rentabel werden und zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann.
  • Lebenszyklusmanagement: Kosten spielen bei Bauvorhaben eine entscheidende Rolle. Es gilt daher Lebenszykluskosten weiter zu optimieren.

Des Weiteren stellte Gabriela Schlumpf, Geschäftsführerin Holzbau Schweiz die strategischen Themen und Projekte des Verbandes vor:

  • Hohe Wichtigkeit von Generationenmanagement und Nachwuchsförderung: Der Beruf der Zimmerleute hat sich in den letzten Jahren verändert. Aufgrund der neuen Technologien und Marktanforderungen wurden die Inhalte der Lehre nun ausgebaut und von drei auf vier Jahre verlängert. Damit sind die Absolventen den aktuellen Ansprüchen ihres Berufsalltages noch besser gewachsen. Nebst zukunftsfähigen Berufsbildern bedarf es auch attraktiven Laufbahnangeboten für langjährige Mitarbeitende. Künftig sollen zudem bei der Personalrekrutierung so genannte Kompetenzprofile zum Einsatz kommen.
  • Gesunde Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeitende: Im Rahmen von Holzbau Vital, die Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, konnten seit 2013 371 Sicherheitsbeauftrage ausgebildet werden.

Besuch des Nationalratspräsidenten
Nebst dem Ständerat Filippo Lombardi, dem Regierungsrat Paolo Beltraminelli und dem Bürgermeister von Lugano Marco Borradori fand sich in diesem Jahr unter den anwesenden Gästen auch Ruedi Lustenberger, derzeit höchster Schweizer und Zentralpräsident Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten. Als tragende Säule der Schweizer Volkswirtschaft hätten KMU eine Politik verdient, die auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nimmt, denn „KMU werden auch in Zukunft ein verlässlicher Partner des Staates sein. Diese Verlässlichkeit bedarf aber der Gegenseitigkeit“, so Ruedi Lustenberger mit den besten Grüssen aus dem Parlament an die Gäste übermittelnd.

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«Holzbau Plus» ‒ Gütesiegel der Holzbaubranche
Stefan Strausak, Geschäftsführer der Schweizerisch Paritätische Berufskommission Holzbau (SPBH) und Hans Rupli durften zudem fünf weiteren Holzbau-Unternehmen das Qualitätslabel Holzbau Plus feierlich überreichen. Diese Gütesiegel erhält, wer über die grundlegenden Bestimmungen des GAV Holzbau hinaus, aktiv eine erfolgs- und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur umsetzt. Seit 2011 durchliefen bereits 28 Betriebe erfolgreich das mehrstufige Qualifizierungsverfahren und sind damit Träger des Gütesiegels der Holzbaubranche.

Holzbau Schweiz sagt «Danke»
Der Impulstag Holz und die 108. Generalversammlunmg wurde dank der Unterstützung folgender Partner ermöglicht:

Hauptsponsor
Velux

Partner «Impulstag Holz»
Flumroc | HWZ Kuratle & Jaecker und HIAG Handels AG | Isover

Partner «Generalversammlung»
Ampack | HWZ Kuratle & Jaecker und HIAG Handels AG

Eventpartner
HG COMMERCIALE | Knauf | Roto Dachfenster | SFS unimarket | Suva

Für Fragen wenden Sie sich bitte an
Medienstelle Holzbau Schweiz
Patrick Preuss
Tel. 044 295 90 76
holzbauschweiz(at)open-up.ch

Verband Schweizer Holzbau-UnternehmungenHolz macht stolz - Das Portal der Schweizer Holzbaubranche
Magazin FIRSTBauen und leben mit Holz – Das Fachmagazin von Holzbau Schweiz
Magazin Wir HOLZBAUERDas Mitglieder- und Verbandsmagazin von Holzbau Schweiz