Lehre wird praxisorientiert ausgebaut

15.10.2014

Zimmerleute neu mit vierjähriger Lehrzeit

Bauen mit Holz liegt im Trend. Entsprechend gross ist die Nachfrage nach qualifizierten Zimmerinnen und Zimmermännern, die als Generalisten und Spezialisten mit handwerklichem Geschick diesen ökologischen Werkstoff weiterverarbeiten. Mit der seit 2014 neu vier Jahre dauernde Lehre zur Zimmerin/Zimmermann mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) werden zukünftige Holzbauer noch praxisorientierter auf die Herausforderungen ihres Berufes vorbereitet. Diesen August starteten erneut rund tausend Lernende ihre Lehrzeit nach der neuen Bildungsverordnung.

Zimmerleute sind in vielen Arbeitsgebieten anzutreffen und entsprechend vielseitig sind die Tätigkeiten der Zimmerinnen und Zimmermänner. Nach dem Zeichnen der Pläne werden in der Werkstatt die notwendigen Elemente gezimmert und für den Bau vorbereitet. Die Zimmerleute, auch Holzbauer genannt, fertigen Fassaden und Treppen, verlegen Böden, setzen Fenster ein oder montieren thermische sowie energetische Solaranlagen. Ausserdem führen sie Tätigkeiten im Bereich Dämmung, Instandhaltung und Unterhalt von Holz- und Hybridbauten aus. Gearbeitet wird aber nicht nur mit Handwerkzeug. Zu Einsatz kommen auch stationäre Maschinen, computergesteuerte Fertigungsanlagen und der Computer für die Erstellung von CAD-Plänen.

Ausbildungsinhalte werden erweitert
Denkarbeit ist bei den Zimmerleuten genauso gefragt wie körperlicher Einsatz. Denn wer als Zimmermann arbeitet, braucht neben handwerklichem Geschick auch räumliches Vorstellungsvermögen, mathematisches Verständnis und Kenntnisse in Physik. Wenn man ausserdem gerne im Freien arbeitet und Spass an Teamwork hat, sind dies beste Voraussetzungen für eine Lehre als Zimmermann.

Um den angehenden Zimmermännern ihre Berufskompetenzen noch umfassender zu vermitteln, wird die Ausbildung ab 2014 um ein Jahr auf vier Jahre verlängert. Wer die Lehre erfolgreich abgeschlossen hat, trägt neu die Berufsbezeichnung Zimmermann (EFZ). „Der Beruf der Zimmerleute hat sich in den letzten Jahren verändert. Aufgrund der neuen Technologien und Marktanforderungen wurden die Inhalte der Lehre ausgebaut, damit die Absolventen den aktuellen Ansprüchen ihres Berufsalltages noch besser gewachsen sind.“ erklärt Hans Rupli, Zentralpräsident von Holzbau Schweiz, dem Verband der Schweizer Holzbau-Unternehmungen.

Im Vordergrund der Anpassungen steht der Ausbau der überbetrieblichen Kurse (ÜK) als auch der Berufsschullektionen. Während der 47 ÜK-Tage bekommen die Auszubildenden Praxis-Wissen zu spezifischen Arbeitsschritten sowie Arbeitssicherheit vermittelt. Sie erlernen die sichere Handhabung ihres Handwerkszeugs und werden im Umgang mit den in ihrem Beruf verwendeten Maschinen geschult. Ausserdem gehören neue Technologien wie Photovoltaik und der Umgang mit CAD-Software zum Kursprogramm. Ebenfalls ausgebaut von 1080 auf 1440 Lektionen wurden der berufskundliche Unterricht (BKU), der allgemeinbildende Unterricht (ABU) und Sport an der Berufsschule.

Vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten
Der Holzbau ist eine umweltschonende und klimaneutrale Bauweise mit geringem Energieverbrauch, sowohl während des Baus als auch beim späteren Betrieb der Gebäude. Entsprechend erfüllen die Zimmerleute im Bereich des nachhaltigen Bauens und Sanierens eine zentrale Rolle. Dies und die Vielseitigkeit des Berufes eröffnen einem Zimmermann zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. So können sie sich zum Vorarbeiter, Polier, Techniker oder natürlich Meister ausbilden lassen. Oder innerhalb eines Jahres die Berufsmatura machen und prüfungsfrei an einer höhere Fachschule oder Fachhochschule übertreten um dort z.B. den Master of Science in Wood Engeneering abschliessen. Wer die entsprechenden Weiterbildungen absolviert, kann sich ausserdem zum Beispiel zum Energieberater, Projektleiter Solaranlagen oder Spezialisten in der Denkmalpflege ausbilden lassen.

Die Lehre zur Zimmerin/Zimmermann ist somit nur der Start in eine vielversprechende Karriere, die nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen ausgerichtet werden kann.

Nützliche Links

Webseite Holzbau Schweiz http://www.holzbau-schweiz.ch/de/dienstleistungen/bildung/
Eignungstests
www.stellwerk-check.ch, www.multicheck.ch, www.basic-check.ch

Für Fragen wenden Sie sich bitte an:

Holzbau Schweiz, Peter Elsasser
Telefon +41 44 253 63 94

p.elsasser@holzbau-schweiz.ch

Medienstelle Holzbau Schweiz, Patrick Preuss
Telefon +41 44 295 90 76
patrick.preuss(at)open-up.ch

Verband Schweizer Holzbau-UnternehmungenHolz macht stolz - Das Portal der Schweizer Holzbaubranche
Magazin FIRSTBauen und leben mit Holz – Das Fachmagazin von Holzbau Schweiz
Magazin Wir HOLZBAUERDas Mitglieder- und Verbandsmagazin von Holzbau Schweiz