Holzbau-Stamm vom 15. September 2022

Wo die Champignons herkommen

Am Donnerstag, 15. September 2022, stand die zweite Ausgabe des Holzbau-Stamms 2022 auf dem Plan. Die Teilnehmenden durften sich auf einen spannenden Abend freuen. Eine Besichtigung der Wauwiler Champignons AG wartete auf sie.

Es ist eine schöne Tradition: zweimal jährlich treffen sich die Mitglieder der Sektion Luzern-Land von Holzbau Schweiz zum Holzbau-Stamm. Saisongerecht fand der zweite Stamm bei der Wauwiler Champignons AG statt. Der Herbst gilt unweigerlich als die Pilzjahreszeit schlechthin. So gesehen könnte man meinen, beim Wauwiler Traditionsunternehmen herrsche ganzjährig Herbst. Pilze gepflückt werden dort nämlich das ganze Jahr.

Spannende Betriebsführung
Roland Vonarburg, Inhaber und Geschäftsführer, richtete seine Begrüssungsworte an die «Hölzigen» und liess Einblick nehmen in die spannende 70-jährige Firmengeschichte und -entwicklung. Diesbezüglich ging in den letzten Jahren nämlich einiges, konnte das Unternehmen doch verschiedene Betriebe übernehmen und integrieren. Heute agiert es mit rund 400 Mitarbeitenden am Markt. Roland Vonarburg und Urs Zihlmann, Produktionsleiter, nahmen die Anwesenden danach in zwei Gruppen mit auf eine spannende Firmenführung. Diese bot Einblick in die verschiedenen Kulturräume, und die Besucher konnten sich eine Vorstellung davon machen, wie die Pflückerinnen hier tagtäglich Champignons aus eigenem Anbau pflücken und dafür sorgen, dass die Konsumenten die feinen Champignons sauber abgepackt im Detailhandel beziehen können. 80 Tonnen sind es übrigens pro Woche, die in Wauwil geerntet werden. Die Wauwiler Champignons AG beliefert von Wauwil aus unter anderem verschiedene Verteilzentren grosser Detaillisten in der Schweiz. Dabei gilt es, immer flexibler und schneller auf die Bestellungen reagieren zu können. «Eine Herausforderung für uns, der wir uns mit minutiöser Planung unserer Abläufe stellen», wie Roland Vonarburg den Gästen erklärte. So ist in den 15 bis 17 Tagen – so lange dauert es, bis die Champignons gepflückt werden können – jeder Schritt fest im Team verankert, um nach dieser Zeit eine gute Ernte einzufahren.

Bevor die Gruppe zu Apéro und Nachtessen in die Mangerie nach Egolzwil verschob, liessen es sich die Teilnehmenden nicht nehmen, die Möglichkeit zum Einkauf der Produkte zu nützen. Mit spannenden Diskussionen und feinem Essen liess man den Abend ausklingen und wird wohl definitiv in Zukunft mit anderem Hintergrund den Champignon-Einkauf wahrnehmen. 

Holzbau-Stamm vom 5. Mai 2022 bei der SIGA

Das A und O der perfekten Gebäudehülle

Die SIGA Produkte gehören zum Alltag jedes Zimmermanns. So war das Interesse am Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land gross, als am 5. Mai 2022 die SIGA ihren Betrieb, ihre Philosophie und ihre Produkte in Ruswil vorstellte.  

Die SIGA hat ein ganz klares Ziel: «Wir streben nach einer Welt mit Gebäuden, die keine Energie mehr verschwenden.» Mit diesen Worten begrüsste Stefan Leuenberger, Mitglied Verkaufsleitung Schweiz, die rund 50 anwesenden Geschäftsführer, Poliere, Techniker und Projektleiter. Damit die SIGA ihr ehrgeiziges und nachhaltiges Ziel erreichen kann, setzt die Firma nicht nur auf höchste Qualität und den Standort Schweiz, sondern auch auf ihre über 500 Mitarbeitenden in 25 Ländern. Christina Schallert, Project Manager Sales, führte aus, wie die SIGA ihre ausgeprägte Firmenkultur lebt, welche 2008 nach Vorbild des japanischen Toyota Produktion Systems eingeführt wurde und bei der SIGA unter dem Namen SMS gleich SIGA Management System fungiert. Im Zentrum des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses stehe der Mensch, der Mitarbeiter und die Mitarbeiterin, welcher wöchentlich einen Verbesserungsvorschlag eingibt, so dass im Jahr 20'000 Ideen zusammenkämen. 9 Tage werde gearbeitet, ein Tag für die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge investiert. «Wir haben eine positive Fehlerkultur,» so Christina Schallert, «macht ein Mitarbeiter einen Fehler, kann der andere daraus lernen und muss diesen Fehler nicht noch einmal machen.» So bleiben alle am Ball und gehen mutig und kreativ voran. Auf der anschliessenden Führung durch die Produktion merkte man vielerorts die Handschrift der Belegschaft und staunte über die klaren und durchdachten Abläufe.  

Einblick in die Praxis

Richtig zur Sache ging es dann im nachfolgenden kurzen Workshop mit Jakob Heinkele, Application Engineer. Anhand von zwei Experimenten illustrierte er physikalische Vorgänge rund um Sauerstoff und CO2, ging auf die Luftfeuchtigkeit und Temperaturen, auf sd-Werte, Dampfbremsen, die Diffusion und Konvektion im Zusammenhang mit der Gebäudehülle ein. Er stellte klar, dass es die Bauphysik braucht, um Bauschäden zu vermeiden. Besser gehe man kein Risiko ein, sondern lasse den Dachaufbau sauber kalkulieren. Beim von der SIGA offerierten Apéro konnten die Fachleute anschliessend weiter fachsimpeln und ihre Erfahrungen austauschen.    

 

Holzbau-Stamm vom 4. November 2021

Holzbau-Stamm «goes digital»

Wie so vieles anderes auch, ist auch der beliebte Holzbau-Stamm im Jahr 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen. Umso grösser war die Vorfreude auf den diesjährigen Holzbau-Stamm – und umso grösser natürlich die Nachfrage nach der Teilnahme an selbigem. Das Programm liess Spannung vermuten. Es drehte sich um das «Haus des Holzes» der PIRMIN JUNG Schweiz AG und dessen «digitale Entstehung».

Es ist bereits in vieler Munde: Pirmin Jungs «Haus des Holzes» in Sursee. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass dieses Vorzeigeprojekt Thema des Holzbau-Stamms 2021 war. Oder vielmehr die digitale Bearbeitung des Projekts. Dass dies auf grosses Interesse stiess, zeigte sich an der Teilnehmerzahl. Über 70 Personen folgten der Einladung von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land nach Ruswil in die Geschäftsräumlichkeiten der Firma Haupt AG.

Schaltzentrale BIM

Anne Nyffeler leitet bei PIRMIN JUNG den Bereich VDC&BIM. In dieser Funktion ist sie auch verantwortlich für die digitale Planung ihres künftigen Arbeitsplatzes in Sursee. In ihren Ausführungen gab sie Einblick in diese umfassende Methode und zeigte Beispiele über mögliche Einsatzgebiete auf. Am Beispiel des «Haus des Holzes» konnte sie die praktischen Anwendungen 1:1 erläutern, die Vorteile und Herausforderungen benennen. Sie erklärte, dass BIM sowohl als Methode, aber auch als Werkzeug angewendet wird in der Projektbearbeitung. Besonders spannend für die Anwesenden war dann zu sehen, wie die involvierten Fachbereiche mit der Methode die Zusammenarbeit steuern – als Beispiel der Projektleiter und Holzbauingenieur Oliver Bopp von PIRMIN JUNG und der Projektleiter von Seiten Holzbauer Haupt AG, Franz Küng. Manch Teilnehmer realisierte, dass man beim Thema BIM der Schaltzentrale eines Projekts gegenübersteht.

Podiumsdiskussion

Mit ihrer Präsentation lieferte Anne Nyffeler die Basis für die später stattfindende Podiumsdiskussion, geführt von Thomas Rohner, Professor für Holzbau und BIM an der BFH Biel. In versierter, professioneller und dennoch lockerer Art lancierte er unter den Podiumsteilnehmern Franz Küng, Projektleiter Haupt AG, Oliver Bopp, Projektleiter PIRMIN JUNG Schweiz AG, und Anne Nyffeler eine angeregte Diskussion. Sie teilten mit den Anwesenden ihre Erfahrungen, diskutierten über Anwendungsbereiche und Herausforderungen und tauschten sich mit viel Background über dieses zukunftsträchtige Thema aus.

Das Feuer fürs Thema sprang beim anschliessenden Apéro riche auch auf die Teilnehmer über. Man nützte die Gelegenheit für fachlichen Austausch und sinnierte über konkrete Einsatzmöglichkeiten. Der Holzbau-Stamm 2021 wird den Teilnehmern und Organisatoren in sehr guter Erinnerung bleiben.

Holzbau-Stamm vom 24. Oktober 2019

Der Weg vom Baumstamm bis zur fertigen Spanplatte

Der Herbst-Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land führte rund 50 Mitglieder und Partner nach Menznau zu der SWISS KRONO AG, wo die Unternehmer einen vertieften Einblick ins Unternehmen erhielten.  

General Manager Roger Braun begrüsste die Gäste persönlich zu Beginn des Holzbau-Stammes und freute sich über den Besuch der Holzbau-Unternehmer. Er stellte die SWISS KRONO Group und das Werk am Standort Menznau vor, welches ein grosser und wichtiger Akteur in der hiesigen Holzwirtschaft ist und viele Tonnen Frischholz und Sägerestholz aus dem Schweizer Wald zu hochwertigen Produkten – Laminatfussböden, lackierte Platten, MDF-Platten oder Spanplatten – verarbeitet. Dabei wird der Nachhaltigkeit grosses Gewicht verliehen, z.B. beim Einsatz von erneuerbarer Energie oder von Recyclingholz.  

Produktmanager Jonathan Wyss gab einen Einblick in die Produktewelt der SWISS KRONO AG in Bezug auf den Schallschutz und die Raumakustik. Auch hier gilt der Grundsatz der Nachhaltigkeit, die Produkte sollen nicht nur ökologisch vertretbar, sondern auch für Ohren und Augen ein Gewinn sein – von der Funktionalität und Ästhetik her gesehen.  

Auf dem eindrücklichen Rundgang mit Hugo Meier legten die Gäste viele Meter zu Fuss zurück durch riesige Werke, Hallen und Lager. Ein Highlight war natürlich die riesige Produktionsanlage für Spanplatten, die als grösste Investition in der Firmengeschichte gilt und erst vor rund zwei Jahren in Betrieb genommen wurde.  

Bei einem feinen Apéro klang der Abend aus. Herzlichen Dank dem ganzen Team der SWISS KRONO AG für den faszinierenden Einblick ins Unternehmen und ihre Gastfreundschaft.

Holzbau-Stamm am 30. April 2019: Digitalisierung in der Grundbildung

Der Frühlings-Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land in der BBZB Gewerbeschule Luzern gab den Unternehmern und Lehrlingsausbildnern einen Einblick in digitale Lehrmittel, die in der Grundausbildung am BBZB ab Sommer 2019 eingeführt werden.   

«Die Zukunft liegt im E-Learning!» so eröffnete Josef Durrer, Fachlehrer Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe BBZB, den Holzbau-Stamm am 30. April 2019 und machte den rund 30 Unternehmern und Lehrlingsausbildnern klar, dass die Digitalisierung in der Grundbildung unausweichlich sei. Für die Jungen sei dies aber auch kein Problem – Oliver Wetzel, zuständig für den Bereich Bildung bei Holzbau Schweiz, führte aus, dass 99% der Jugendlichen ein Smartphone und 73% einen Laptop besitzen. Er gab anschliessend einen anschaulichen Einblick in das «ebookx», das digitale Lehrmittel für Zimmerleute und Holzbewirtschafter in elektronischer Form, welches seit 2018 in Kombination mit dem Papierlehrmittel erhältlich ist und ab dem Sommer 2019 auch in der Berufsschule Luzern eingeführt wird. Vorteile dieser Plattform gibt es viele: es braucht keinen Platz, hat kein Gewicht, ist überall und jederzeit verfügbar, ist multifunktional, die Lehrpersonen und Schüler sind in ständigem Austausch oder die Lehrpersonen können beliebig Links, Youtube-Filme, PDFs oder Aufgabenbausteine einbinden. Damit dies alles einwandfrei funktioniert, brauche es aber ein leistungsfähiges W-Lan und einen Verhaltenskodex für die Lernenden.  

Der Laptop als Arbeitsgerät

Bereits seit fünf Jahren setzt die gewerblich-industrielle Berufsschule Muttenz auf das CAD in der Grundbildung, führte Urs Altenbach als Fachlehrer aus und berichtete von seinen Erfahrungen in dem Pilotprojekt in der Region Basel. Ganz klar sei der Laptop ein Arbeitsgerät und kein Kommunikations- und Spielgerät und natürlich ersetze das CAD das Skizzieren und Massaufnahmen von Hand keinesfalls. «Die Lernenden sind sehr motiviert!», erklärte Urs Altenbach, es gebe sogar Lernende, die auf freiwilliger Basis Zusatzaufgaben lösen würden. Dank der Digitalisierung gebe es viel mehr Individualisierungsmöglichkeiten im Unterricht und auch die Begabtenförderung sei einfacher möglich. Aber die Lehrperson brauche zusätzliche PC-Kenntnisse und müsse über Support- und Problemlösungsstrategien verfügen. Die Jungen würden den Umgang mit den digitalen Lehrmitteln in kürzester Zeit selber lernen und dies sei auch eine gute Grundlage für weiterführende Ausbildungen.  

Vorbereitung auf das BIM-Zeitalter

In der abschliessenden Diskussionsrunde wurde klar, dass der Zimmermanns-Beruf ein attraktiver Beruf sei, traditionell, aber er gehe doch mit der Zeit, indem er den Berufsnachwuchs mit digitalen Lehrmitteln auf das BIM-Zeitalter vorbereitet. Die Holzbaubranche macht sich auch in der Grundbildung fit für die Zukunft!

Holzbau-Stamm am 17. Oktober 2018: Genussvoller Ausflug auf den Bürgenstock

Der Herbst-Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land führte 60 Unternehmerinnen und Unternehmer auf den Bürgenstock. Die Besichtigung des neuen Bürgenstock Resorts lud zum Staunen, Netzwerken und Geniessen ein.  

Normalerweise dreht sich beim Holzbau-Stamm alles um Holzkonstruktionen, fachliche Weiterbildung oder Arbeitssicherheit. Doch dass dies für einmal kein normaler Stamm war, zeigte sich ziemlich schnell auch an der überdurchschnittlich hohen Frauenquote. Ebenso war der Ort des Treffpunkts alles andere als gewöhnlich: man traf sich mitten im Getümmel der Määs Luzern am Schiffquai und genoss anschliessend eine schöne Überfahrt auf dem Vierwaldstättersee. Der herbstliche Ausflug ging weiter mit der Standseilbahn auf den Bürgenstock, wo uns eine prachtvolle Aussicht und kompetente Führerinnen erwarteten.  

Die Pioniere des Bürgenstocks waren Hölzige

Bereits als eine der drei Hostessen die Historie des Bürgenstocks skizzierte, waren die Hölzigen ziemlich angetan, denn die Pioniere des Bürgenstocks waren anno dazumal zwei Holzhändler, welche im Jahre 1873 das erste Hotel eröffneten. Weitere Häuser folgten, und bis 1903 verfügten die zwei geschäftstüchtigen Holzhändler bereits über 600 Betten, um die Touristen der Bel Epoque zu empfangen, in deren Hotelzimmer sie auch ihre Parkettböden verlegten. Nach einer wechselvollen Geschichte mit Hollywood-Glamour und schmerzvollem Niedergang erstrahlt nun der Bürgenstock dank Bauinvestitionen von 550 Mio. Franken durch den Staatsfonds Katar wieder in neuem Glanz. Auf dem eindrücklichen Rundgang durch das Resort liess besonders die raffinierte Holzkonstruktion der Tennisanlage «Diamond Domes» das Holzbauerherz höherschlagen!  

Ein vorzügliches Abendessen im Restaurant Verbena im Waldhotel – notabene mit einer aussergewöhnlichen Holzfassade vom italienischen Architekten Matteo Thun – schloss einen rundum spannenden und gelungenen Holzbau-Stamm ab, bei dem für einmal der Genuss absolut im Zentrum stand.

Holzbau-Stamm am 22. März 2018: Die Holzfassade als Visitenkarte

Am Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land am 22. März 2018 drehte sich alles um die Holzfassade und ihre Behandlung. Über 70 Berufsleute fanden sich bei der Imprägnierwerk AG in Willisau ein.   

Schon zu Beginn des Holzbau-Stammes betonte Gastgeber Guido Thalmann, dass die Qualität einer Holzfassade das oberste Prinzip sei. Dass diese Qualität aber von vielen Einflussfaktoren abhängig sei, schilderte Peter Stuber als ausgewiesener Experte für Holzschutz von der Lignum eindrücklich. Es gelte die Lage des Gebäudes, die Architektur und die Exposition (wie ist das Gebäude dem Wetter ausgesetzt?) zu beachten. Auch der konstruktive Holzschutz spiele natürlich eine wichtige Rolle, dass eine Holzfassade Bestand hätte. Um die Qualität von Holzfassaden zu garantieren, hat die Lignum das Gütezeichen für Fassadenschalungen in Holz entwickelt. Das Ziel des Labels ist es, die Zusammenarbeit zwischen Planern und Produktanbietern zu erleichtern, indem ein gemeinsamer Referenzhorizont definiert wird, an dem sich beide Parteien orientieren können.  

Download Vortrag Peter Stuber

Im Dialog mit dem Kunden

„Mit der Druckimprägnierung des Holzes wird die Dauerhaftigkeit der Holzfassade um ein Mehrfaches erhöht“, führte Guido Thalmann aus. Aber: das imprägnierte Holz ersetze nie den konstruktiven Holzschutz und eine Fassade brauche so oder so Unterhalt, wobei sich der Unterhalt nach Massgabe des Betrachters richte. Was dem einen gefällt, würde der andere stören. So sind die offene Kommunikation und der stetige Dialog mit dem Kunden ausschlaggebend, um das auf den Kunden zugeschnittene Produkt zu erhalten, an dem er lange Freude hat und wo eben die Qualität stimme. Und wohin geht der Trend? Die farblose Imprägnierung in der Kombination mit farbigen Lasuren sei gefragt, an einer Brandschutzimprägnierung sei man am Tüfteln, Überlängen bis 10 Meter und 3D-Fassaden seien immer mehr gefragt, wo Holz gewaltige Vorteile hätte, um schöne Tiefen zu erreichen.

Download Vortrag Guido Thalmann

Dem Wetter ausgesetzt

Auf der Führung durch das Werk erhielten die Anwesenden einen vertieften Eindruck, wie der Prozess der Imprägnierung vor sich geht, und konnten allerhand Beispiele von verschiedensten Holzfassaden begutachten, die lang und auch weniger lang Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt waren. Nach dem Rundgang ging man gerne wieder in die Werkhalle, denn im Gegensatz zum Holz hatten die Teilnehmer mit dem kalten Wetter ihre liebe Mühe und freuten sich anschliessend umso mehr auf den reichhaltigen Apéro.

Holzbau-Stamm 19. Oktober 2017: Arbeitssicherheit wird bei den Zimmerleuten gross geschrieben  

Wie verhindert man Stürze? Wie lädt man Holzelemente sicher? Was gehört zu einem Sicherheitskonzept? Diesen Fragen widmete sich der Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land, der nach Schötz zur Renggli AG lud und an welchem über 70 Berufsleute teilnahmen.


Unfälle auf der Baustelle zu vermeiden, ist das Ziel jedes Arbeitgebers. Dies ist aber einfacher gesagt als getan. Peter Meier, Spezialist für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei der Suva, führte in seinem Referat aus, dass Unfälle keine Zufälle seien. „Unfälle werden verursacht! Man geht bewusst ein Risiko ein“, konstatierte Peter Meier. Die Suva setzt das STOP-Prinzip ein, um Gefährdungen wirksam zu minimieren: S wie Substitution, T wie Technische Massnahmen, O wie organisatorische Massnahmen und P wie personenbezogene Massnahmen. Damit Massnahmen greifen, müssen die Vorgesetzten die Mitarbeitenden instruieren, Weisungen erteilen und die Ausführung kontrollieren. Dazu existieren nicht nur gesetzliche Grundlagen. Die Branchenlösung Holzbau Vital hat den „Leitfaden Umsetzung Bauarbeitenverordnung (BauAV) im Holzbau“ erarbeitet, welcher den Zimmerleuten verschiedene Lösungsansätze aufzeigt.

Montage- und Sicherheitskonzept aus einer Hand

Wie diese Regeln und Massnahmen konkret im Arbeitsalltag integriert werden können, wurde in der Montagehalle der Renggli AG live vorgeführt. Einerseits wurden die Zimmerleute darauf sensibilisiert, die beladenen Holzelemente auf den Wechselpritschen mit den richtigen Gurten festzuzurren und Antirutschsysteme zu gebrauchen, andererseits demonstrierte ein Mitarbeiter der Renggli AG, wie man Holzelemente mit Hilfe der Hebebühne sicher be- und entladen kann. Die Hebebühne beansprucht natürlich mehr Platz als eine Leiter, aber man sei dafür effizienter und sicherer unterwegs, legte Peter Meier dar.

Für die Montage von Holzsystembauten muss das Montage- und Sicherheitskonzept Hand in Hand funktionieren. Die notwendigen Schutzmassnahmen wie Auffangnetze, Fanggerüste oder Seitenschutzsysteme müssen von Anfang in die Planung einbezogen werden. Peter Meier ermunterte die Anwesenden, Verbesserungen im Hinblick auf die Sicherheit bereits im Kleinen zu tätigen und schrittweise vorwärtszugehen. Und zu guter Letzt sei auch die Kontrolle auf der Baustelle ausschlaggebend, um Unfälle zu vermeiden. Das beste System nütze nichts, wenn es nicht eingehalten werde.  

Bei einem reichhaltigen Apéro tauschten sich die aufmerksamen Zimmermänner über ihre Erfahrungen aus. Vorgesetzte wie Mitarbeiter waren sich einig, dass der Arbeitssicherheit auf der Baustelle höchste Priorität einzuräumen sei.

Holzbau-Stamm 15. Februar 2017: Bildungszentrum in Schenkon fit für die Zukunft

Pro Jahr beginnen jeweils rund 150 junge Männer und vereinzelte Frauen der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Zug sowie Ob- und Nidwalden ihre vierjährige Ausbildung zum Beruf „Zimmermann/Zimmerin EFZ“ und kommen so dem Bildungszentrum Zentralschweiz in Schenkon nicht vorbei. Die Reform der Berufslehre und die Einführung der zweijährigen Attestlehre „HolzbearbeiterIn EBA“ hatten für das Bildungszentrum in Schenkon sowohl inhaltliche als auch räumliche Veränderungen zu Folge. Aus diesem Grunde hat Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land zum Holzbau-Stamm nach Schenkon eingeladen, an dem sich über 60 Lehrmeister, Geschäftsführer von Holzbaubetrieben, Partner- und Sponsorenfirmen der Sektion Luzern-Land sowie Berufsbildner ein Bild über die vielfältige Palette des Bildungszentrums machen konnten.  

Franz Häfliger als Präsident der Stiftung ZAZ Zimmerleute Ausbildungszentrum Zentralschweiz begrüsste die Anwesenden nicht ohne Stolz in den grossen hellen und nach Holz duftenden Räumlichkeiten des Bildungszentrums, das sich im April 2010 in Schenkon angesiedelt hat. Felix Meile als Zentrumsleiter blickte auf die historische Entwicklung des Kurswesens der Zimmerleute zurück; gab es doch bereits 1968 die ersten Einführungskurse ins Zimmermannshandwerk. Allerdings wurden diese Kurse erst im Jahre 1980 mit der Einführung des neuen Bildungsgesetzes obligatorisch.  

Der Lernende steht im Mittelpunkt

Das heutige Bildungszentrum sieht sich als Dienstleister der rund 200 Holzbaubetriebe der Zentralschweiz, die Lernende ausbilden. In den neun überbetrieblichen Kursen, die während der vierjährigen Lehre stattfinden und jeweils drei bis acht Tage dauern, lernen die jungen Zimmermänner und –frauen umfassende Fertigkeiten ihres Handwerks, die sie im Lehrbetrieb üben und vertiefen – mit Unterstützung des Lehrmeisters. So ist es wichtig, dass der Austausch zwischen dem Bildungszentrum und des Lehrbetriebs einwandfrei funktioniert, denn das Motto des Bildungszentrum heisst: Die Lernenden stehen im Mittelpunkt.  

Vielseitiges Kursangebot

Alle Kurse sind obligatorisch und schulen alles, was ein Zimmermann zur Ausübung seines Berufs braucht: Von der Arbeitssicherheit über den Maschinenkurs bis zum Treppenbau, Staplerkurs, Elementbau oder der Solarverkleidung auf dem Dach wird alles und noch viel mehr angeboten. Wenn die Kursleiter dann mit Fachwörtern wie Schwalbenschwanzverbindungen, Trichterschalungen, Lattenrisse, Linienlaser oder Abbinden um sich werfen, ist der Laie bald mal am Ende seines Lateins. Aber natürlich nicht der gelernte Zimmermann! Die vier Kursleiter legen sehr viel Wert darauf, dass die Kurse praxisorientiert angeboten werden und so ihren Schützlingen eine kompetente Ausbildung vermitteln können. Dass ihnen dies gelingt, darin sind sich die anwesenden Lehrmeister nach dem eindrücklichen Rundgang einig. Und dass jährlich eine so grosse Anzahl junger Berufsleute den Beruf des Zimmermanns lernt und die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren konstant hoch sind, spricht für diesen spannenden und äusserst vielseitigen Beruf, der sich auch vor den heutigen digitalen Entwicklungen auf dem Markt nicht verschliesst.

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