Holzbau-Stamm

Wir führen für unsere Mitglieder, Partner und Sponsoren zweimal im Jahr sog. Holzbau-Stämme durch.

Holzbau-Stamm 19. Oktober 2017: Arbeitssicherheit wird bei den Zimmerleuten gross geschrieben  

Wie verhindert man Stürze? Wie lädt man Holzelemente sicher? Was gehört zu einem Sicherheitskonzept? Diesen Fragen widmete sich der Holzbau-Stamm von Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land, der nach Schötz zur Renggli AG lud und an welchem über 70 Berufsleute teilnahmen.


Unfälle auf der Baustelle zu vermeiden, ist das Ziel jedes Arbeitgebers. Dies ist aber einfacher gesagt als getan. Peter Meier, Spezialist für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei der Suva, führte in seinem Referat aus, dass Unfälle keine Zufälle seien. „Unfälle werden verursacht! Man geht bewusst ein Risiko ein“, konstatierte Peter Meier. Die Suva setzt das STOP-Prinzip ein, um Gefährdungen wirksam zu minimieren: S wie Substitution, T wie Technische Massnahmen, O wie organisatorische Massnahmen und P wie personenbezogene Massnahmen. Damit Massnahmen greifen, müssen die Vorgesetzten die Mitarbeitenden instruieren, Weisungen erteilen und die Ausführung kontrollieren. Dazu existieren nicht nur gesetzliche Grundlagen. Die Branchenlösung Holzbau Vital hat den „Leitfaden Umsetzung Bauarbeitenverordnung (BauAV) im Holzbau“ erarbeitet, welcher den Zimmerleuten verschiedene Lösungsansätze aufzeigt.

Montage- und Sicherheitskonzept aus einer Hand

Wie diese Regeln und Massnahmen konkret im Arbeitsalltag integriert werden können, wurde in der Montagehalle der Renggli AG live vorgeführt. Einerseits wurden die Zimmerleute darauf sensibilisiert, die beladenen Holzelemente auf den Wechselpritschen mit den richtigen Gurten festzuzurren und Antirutschsysteme zu gebrauchen, andererseits demonstrierte ein Mitarbeiter der Renggli AG, wie man Holzelemente mit Hilfe der Hebebühne sicher be- und entladen kann. Die Hebebühne beansprucht natürlich mehr Platz als eine Leiter, aber man sei dafür effizienter und sicherer unterwegs, legte Peter Meier dar.

Für die Montage von Holzsystembauten muss das Montage- und Sicherheitskonzept Hand in Hand funktionieren. Die notwendigen Schutzmassnahmen wie Auffangnetze, Fanggerüste oder Seitenschutzsysteme müssen von Anfang in die Planung einbezogen werden. Peter Meier ermunterte die Anwesenden, Verbesserungen im Hinblick auf die Sicherheit bereits im Kleinen zu tätigen und schrittweise vorwärtszugehen. Und zu guter Letzt sei auch die Kontrolle auf der Baustelle ausschlaggebend, um Unfälle zu vermeiden. Das beste System nütze nichts, wenn es nicht eingehalten werde.  

Bei einem reichhaltigen Apéro tauschten sich die aufmerksamen Zimmermänner über ihre Erfahrungen aus. Vorgesetzte wie Mitarbeiter waren sich einig, dass der Arbeitssicherheit auf der Baustelle höchste Priorität einzuräumen sei.

Holzbau-Stamm 15. Februar 2017: Bildungszentrum in Schenkon fit für die Zukunft

Pro Jahr beginnen jeweils rund 150 junge Männer und vereinzelte Frauen der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Zug sowie Ob- und Nidwalden ihre vierjährige Ausbildung zum Beruf „Zimmermann/Zimmerin EFZ“ und kommen so dem Bildungszentrum Zentralschweiz in Schenkon nicht vorbei. Die Reform der Berufslehre und die Einführung der zweijährigen Attestlehre „HolzbearbeiterIn EBA“ hatten für das Bildungszentrum in Schenkon sowohl inhaltliche als auch räumliche Veränderungen zu Folge. Aus diesem Grunde hat Holzbau Schweiz Sektion Luzern-Land zum Holzbau-Stamm nach Schenkon eingeladen, an dem sich über 60 Lehrmeister, Geschäftsführer von Holzbaubetrieben, Partner- und Sponsorenfirmen der Sektion Luzern-Land sowie Berufsbildner ein Bild über die vielfältige Palette des Bildungszentrums machen konnten.  

Franz Häfliger als Präsident der Stiftung ZAZ Zimmerleute Ausbildungszentrum Zentralschweiz begrüsste die Anwesenden nicht ohne Stolz in den grossen hellen und nach Holz duftenden Räumlichkeiten des Bildungszentrums, das sich im April 2010 in Schenkon angesiedelt hat. Felix Meile als Zentrumsleiter blickte auf die historische Entwicklung des Kurswesens der Zimmerleute zurück; gab es doch bereits 1968 die ersten Einführungskurse ins Zimmermannshandwerk. Allerdings wurden diese Kurse erst im Jahre 1980 mit der Einführung des neuen Bildungsgesetzes obligatorisch.  

Der Lernende steht im Mittelpunkt

Das heutige Bildungszentrum sieht sich als Dienstleister der rund 200 Holzbaubetriebe der Zentralschweiz, die Lernende ausbilden. In den neun überbetrieblichen Kursen, die während der vierjährigen Lehre stattfinden und jeweils drei bis acht Tage dauern, lernen die jungen Zimmermänner und –frauen umfassende Fertigkeiten ihres Handwerks, die sie im Lehrbetrieb üben und vertiefen – mit Unterstützung des Lehrmeisters. So ist es wichtig, dass der Austausch zwischen dem Bildungszentrum und des Lehrbetriebs einwandfrei funktioniert, denn das Motto des Bildungszentrum heisst: Die Lernenden stehen im Mittelpunkt.  

Vielseitiges Kursangebot

Alle Kurse sind obligatorisch und schulen alles, was ein Zimmermann zur Ausübung seines Berufs braucht: Von der Arbeitssicherheit über den Maschinenkurs bis zum Treppenbau, Staplerkurs, Elementbau oder der Solarverkleidung auf dem Dach wird alles und noch viel mehr angeboten. Wenn die Kursleiter dann mit Fachwörtern wie Schwalbenschwanzverbindungen, Trichterschalungen, Lattenrisse, Linienlaser oder Abbinden um sich werfen, ist der Laie bald mal am Ende seines Lateins. Aber natürlich nicht der gelernte Zimmermann! Die vier Kursleiter legen sehr viel Wert darauf, dass die Kurse praxisorientiert angeboten werden und so ihren Schützlingen eine kompetente Ausbildung vermitteln können. Dass ihnen dies gelingt, darin sind sich die anwesenden Lehrmeister nach dem eindrücklichen Rundgang einig. Und dass jährlich eine so grosse Anzahl junger Berufsleute den Beruf des Zimmermanns lernt und die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren konstant hoch sind, spricht für diesen spannenden und äusserst vielseitigen Beruf, der sich auch vor den heutigen digitalen Entwicklungen auf dem Markt nicht verschliesst.

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