QV Feier vom 5. Juli 2019

QV-Abschlussfeier der Lehrberufe Zimmerleute EFZ und Holzbearbeiter EBA von Holzbau Schweiz Sektion Thurgau fand am 5. Juli 2019 im Kongresszentrum «Thurgauerhof» in Weinfelden statt

 

Handwerk mit goldenem Boden   

 

Weinfelden TG (uok) – Voll auf dem Holzweg: 42 junge Männer und eine Frau haben ihre Lehrzeit als Zimmermann/Zimmerin EFZ oder als Holzbearbeiter EBA erfolgreich abgeschlossen. Gehaltvolle Gratulationsreden, der Zauberer «Captain Green», eine Richtfest-Darbietung mit Gesang sowie ein festliches Abendessen standen im Zentrum der QV-Abschlussfeier von Holzbau Schweiz Sektion Thurgau. Die Veranstaltung mit 200 Personen fand im Hotel und Kongresszentrum «Thurgauerhof» in Weinfelden statt.

 

VON URS OSKAR KELLER

 

«Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!» Im Kanton Thurgau beherzigten 43 Holzfachleute diesen klugen Ratschlag des römischen Philosophen Seneca. Als Belohnung durften sie am 5. Juli ihre eidgenössischen Fähigkeitsausweise entgegennehmen und die sechs Notenbesten dazu erst noch ein Diplom. Keine der Geprüften scheiterten an den anspruchsvollen Aufgaben in den Räumen des Gewerblichen Bildungszentrum Weinfelden (GBW). Die duale Ausbildung hat Erfolg. Zufrieden ist auch die einzige Frau, die Zimmerin Tanja Imhof (20) aus Bichelsee-Balterswil, die mit Erfolg ihre vierjährige Lehre bei der Bürge Zimmerei GmbH in Oberwangen abschloss. Eine handfeste Berufsperspektive ist da: «Bald gehe ich für ein halbes Jahr zu einem österreichischen Holzbauunternehmen in der Steiermark auf Wanderschaft. Ich freue mich sehr», sagte die Gesellin in der traditionellen «Tracht». Ein Teil der Zimmerleute trug die schwarze Kluft mit Manchesterhosen, doppeltem Reissverschluss, weisse Staude mit Stehkragen (Hemd), Weste und Hut.

 

Handwerk mit goldenem Boden

 

Es ist ein allseits bekannter Spruch, dass das Handwerk goldenen Boden hat. Und natürlich sind Lehrjahr keine Herrenjahre. «Es braucht Ausdauer, Fleiss, Verzicht auf Freizeit, Aufopferung während der Lehrzeit», stellte Roman Vollenweider, Präsident des Thurgauer Holzbauverbandes an der QV-Abschlussfeier fest. Der Verband mit 50 Mitgliedern und Sitz in Weinfelden zieht eine positive Bilanz: «Die Konjunkturlage ist für unsere Holzbranche gut. Vom gesamten Bauvolumen in der Schweiz beträgt der Holzbauanteil 14 bis 15 Prozent. Zimmerleute haben Arbeit und die Branche ist bestens gewappnet auf dem Markt.»

 

«Die modernsten Pfahlbauer»

 

In ihrem Grusswort sagte die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill vom Departement für Erziehung und Kultur unter anderem, dass die Zimmerleute «die modernsten Pfahlbauer des 21. Jahrhundert» seien. Beeindruckt zeigte sich Knill auch von der 70-seitigen Bildungsverordnung, die all die fachlichen und sozialen Kompetenzen für diesen Beruf festhält. Sie wünschte den Diplomierten, dass sie ihrem «Lebensbaum» neue und wertvolle Jahresringe zufügen können.

 

«Bleiben Sie mutig, offen und neugierig»

 

«Lebenslanges Lernen tönt etwas abgedroschen, aber es gehört gerade heute unweigerlich zu unserer Zeit. Geniessen Sie Ihren erfolgreichen Lehrabschluss, aber denken Sie vielleicht nach ein zwei Jahren über Ihre Weiterbildung nach», sagte Sergio De Baptistis, Prorektor des Gewerblichen Bildungszentrums Weinfelden (GBW) in seiner Rede. Handwerker und Fachkräfte seien in der Schweiz Mangelware. «Sie werden also von der Wirtschaft und dem Gewerbe mit offenen Armen erwartet. Bleiben Sie mutig, offen und neugierig.»

 

«Zimmermannsklatsch» oder Wer schaffen will, muss fröhlich sein!

 

Zum Abschluss, bevor ein Mousse au Chocolat als Dessert serviert wurde, richteten die jungen Berufsabsolventen einen Dachstock aus Tannenholz auf der grossen Bühne auf. Danach wurde der sogenannte «Zimmermannsklatsch», das Richtfest nachgestellt und veritabel zelebriert. Es ist ein schöner Zunftbrauch, bei dem zwei – oder in einer Reihe mehrere Gesellen sitzend oder auf dem First bzw. Dach stehend – mit Unterstützung von Gesang im Takt und genau in vorgegebener Reihenfolge auf die Oberschenkel, Hüften und gegeneinander in die Hände klatschen. Engagiert wurde auch das alte Zimmermannslied «Aufgeschaut» gesungen: «Früh morgens um halb sechse stehn wir auf und steigen aufs Gerüst hinauf. Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut. Holz her!» Wer schaffen will, muss fröhlich sein! (uok) Urs Oskar Keller

 

Rangliste und Auszeichnung der Zimmerleute

 

Ein Mal 5,4 und fünf Mal 5,3

 

Und dann folgte in Weinfelden endlich der spannendste Moment! Chefexperte Rolf Reubi verkündete die Resultate und übergab zusammen mit Roman Vollenweider die Notenblätter und Diplome. Gross war die Freude, dass alle 43 Lehrlinge (34 Zimmerleute EFZ, 9 Holzbearbeiter EBA) die Prüfung erfolgreich bestanden haben. Für 2020 werden laut Rolf Reubi wieder 43 Kandidaten und Kandidatinnen erwarten, 2021 sogar 52 neue Zimmerleute! Dem Alphabet nach erfolgte die Übergabe auf der grossen «Thurgauerhof»-Bühne. Neben viel Applaus erhielten folgende sechs glücklichen Berufsleute zusätzlich ein Diplom: Elia Baumann, Zimmermann, Note 5,3 (Lehrbetrieb: Appert Holzbau AG, Fischingen), Manuel Hofer, Zimmermann (Paul Baumgartner AG, Ettenhausen); Fabian Josef, Zimmermann, 5,3 (A. Kuratle AG, Hüttlingen); Gabriel Neff, Zimmermann, 5,3 (A. Kuratle AG, Hüttlingen); Sandro Schnider, Holzbearbeiter EBA, 5,4 (A. Brühwiler AG, Balterswil) und Adrian Zeller, Zimmermann, 5,3 (K. Rutz AG, St. Pelagiberg). (uok)

 

Bilder der Feier

Verband Schweizer Holzbau-UnternehmungenHolz macht stolz - Das Portal der Schweizer Holzbaubranche