Materialteuerung im Holzbau

Weil der Nach­schub aus dem Ausland 2021 bei vielen Baumaterialien stockte, wurden wichtige Holzprodukte rar und die Preise stiegen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt: Die Verfügbarkeit und die Preise von Holz haben sich in den letzten Monaten stabilisiert. Trotzdem können weitere Turbulenzen nicht ausgeschlossen werden.
  

Politischer Vorstoss

Die Nationalrätin Florence Brenzikofer trägt die Sorgen der Holzbauer ins Bundesparlament und reicht eine Interpellation ein, in der sie festhält, der Mangel an Bauholz und anderem Baumaterial habe gravierende Auswirkungen auf Bauunternehmen und Auftraggeber. Ausserdem fragt die Oltinger Nationalrätin den Bundesrat nach seiner Haltung zur Einführung eines Holzpreis-Indexes und welche Massnahmen er vorsehe, damit die Klimareduktionsziele trotz anhaltender Holzknappheit erreicht werden können.

Volksstimme, Artikel vom 6. Mai

Offizielle Empfehlung KBOB (Öffentliche Bauten)

Offizielle Empfehlung KBOB - mit oder ohne vertraglich festgelegtem Preisänderungsverfahren (Gültig bis 31.12.2022)

Die KBOB hat eine Empfehlung zur Verrechnung bei ausserordentlichen Preisänderungen für den Holzbau veröffentlicht. Nutzen Sie die Empfehlung der KBOB für Verhandlungsgespräche mit Ihren Auftraggebern. Die Empfehlung beinhaltet Vorgaben zum Umgang mit oder ohne vertraglich festgelegte Preisänderungsverfahren. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der KBOB:

Empfehlung zur Verrechnung bei ausserordentlichen Preisänderungen für den Holzbau (Version 1.0)

Bei Fragen zur Auslegung der Empfehlung der KBOB melden Sie sich bitte direkt bei:
Fabrice Favre, +41 58 465 34 04, fabrice.favre@bbl.admin.ch, www.kbob.admin.ch


Teuerung berücksichtigen

Aufgrund der Erfahrung im 2021 sollen in Werkverträgen keine Festpreise mehr vereinbart werden. Um allfällige Preisänderungen zu berücksichtigen, stellt Holzbau Schweiz ein Verfahren zur Verfügung. Der Text des Verfahrens regelt in Offerten und Werkverträgen die Materialpreisveränderungen. Ergänzt wird das Verfahren mit einem Berechnungsnachweis, um die jeweilige Preisteuerung oder -minderung festzuhalten (Dokumente siehe unten).

  

Berechnung Teuerung (Material- und Lohnkostenänderung) nach SIA 122 und KBOB
Für Teuerungsverrechnungen steht die SIA 122 «Preisänderungen infolge Teuerung; Verfahren mit Gleitpreisformel» zur Verfügung. Die unten aufgeführte Berechnung basiert auf dem Dokument «KBOB: Preisänderungen im Bauwesen»:

Preisänderung im Bauwesen nach KBOB

Lohnkostenänderungen nach KBOB


Berechnungsnachweis Materialteuerung
In der Vergangenheit wurde die Teuerung in vielen Werkverträgen ausgeschlossen oder Preise wurden fix bis Bauvollendung vereinbart. Mit den Preisturbulenzen im 2021 hat sich die Situation verändert. Seither schlägt Holzbau Schweiz vor, das folgende Excel-Dokument «Berechnungsnachweis Materialteuerung» anzuwenden. Dabei werden die wichtigsten Materialien mit Preis,  Menge und Stichtag Offerteingabe in einer Liste aufgeführt. Die Preisteuerung oder -minderung wird anhand des Bezugspreises berechnet (Rechnung des Lieferanten). Als Beispiel dient Ihnen das aufgeführte PDF-Dokument «Muster Berechnungsnachweis Materialteuerung».

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