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1/2018 Präzision beim Hausbau

BEWEGEN

Goldener Rahmen für ein modulares Bausystem

Enrico Uffer gewinnt den Cadre d’Or 2017 in der Kategorie HolzBau. Der Unternehmer aus Graubünden wird damit von Baukader Schweiz für sein innovatives Modulsystem Quadrin geehrt. Über den Preis in Silber freuen sich die Holzforscher Tanja Zimmermann und Ingo Burgert von der Empa. Ausgezeichnet wird auch Christian Kündig, Leiter Holzbau bei Implenia. In der Kategorie BauAusbildner wird das Engagement von Richard Frischknecht, Leiter des Ausbildungszentrums Holzbau Zürich, mit dem zweiten Rang honoriert.

Text Dorothee Bauland | Fotos Baukader Schweiz, Bever Lodge

«Hat das schon in früher Kindheit beim Legospielen angefangen? Oder wurde er von den Schiffscontainern inspiriert, die er beobachtet hat?» Mit diesen Fragen leitete Gabriela Schlumpf, Direktorin Holzbau Schweiz, in ihrer Laudatio zum Gewinner des Cadre d’Or HolzBau 2017 über. Was auch immer es war – Holzbauunternehmer Enrico Uffer ist in der Branche für seine innovativen Geschäftsideen bekannt. Sein bisher grösster Erfolg ist Quadrin, ein modulares System. Es besteht aus stabilen, standardisierten, stapelbaren, transportfähigen und in der Herstellung preiswerten Elementen, die sowohl fix als auch temporär eingesetzt werden können. Premiere feierte das innovative und nachhaltige Modulbausystem 2015 mit der Bever Lodge, dem ersten modularen Holzhotel der Schweiz. Es folgten Module für den mehrgeschossigen Wohnbau sowie für Sport- und Eventveranstaltungen. Wobei die Module nicht nur praktisch seien, erläuterte Gabriela Schlumpf den rund 300 Gästen aus dem Bau- und Holzbaugewerbe bei der Verleihung des Cadre d’Or auf dem Campus Sursee, «sondern auch hohe architektonische und energetische Erwartungen erfüllen.» Hergestellt werden sie in Savognin, in dem Betrieb, den Enrico Uffer im Jahr 2000 in vierter Generation von seinen Eltern übernommen hat. Dort sind derzeit über 80 Mitarbeitende beschäftigt, was die Uffer AG auch zu einem der grössten Arbeitgeber in Mittelbünden macht.


Die erste Gratulantin nach Laudatorin Gabriela Schlumpf war Claudia Lässer. Die bekannte Fernsehmoderatorin führte charmant durch den Abend und entlockte dem frischgekürten Preisträger, dass die Entwicklung der Quadrin-Module nicht zuletzt auch der Zweitwohnungsinitiative zu verdanken ist, die die Bündner vor eine grosse Herausforderung stellte. «Ich freue mich riesig über den Cadre d’Or», bedankt sich Uffer für die Wertschätzung seiner Arbeit. Innovativ und visionär sind auch die Projekte von Tanja Zimmermann und Ingo Burgert. Unter ihrer wissenschaftlichen Leitung entstand 2016 die Wohneinheit Vision Wood in der Forschungs- und Innovationsplattform NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) an der Empa, Dübendorf (ZH). Dort wird Holz in neuen Funktionen erprobt, wie beispielsweise bindemittelarme Holzfaserdämmung, Oberflächenbeschichtung mit nanofibrillierter Zellulose sowie hydrophobes und mineralisiertes Holz. Die Auszeichnung erhalte definitiv einen Ehrenplatz im NEST, versprach Burgert. Auch Christian Kündig, Leiter Holzbau bei Implenia mit rund 75 Mitarbeitenden, durfte als Nominierter einen der begehrten Rahmen von Baukader Schweiz mit nach Hause nehmen. Kündig setzt sich mit viel Überzeugungskraft und Fachwissen in der Vorprojektstudie von bedeutenden Bauten ein. Somit konnte er den Holzbau in der grössten Baufirma der Schweiz bereits in der Projektentwicklung und Bauplanung etablieren. Unter seiner Leitung realisierte Implenia Grossprojekte wie das Elefantenhaus im Zoo Zürich, die ökologische Wohnsiedlung Neugrüen in Mellingen (AG) sowie die derzeit grösste Schweizer Wohnüberbauung in Holzbauweise, «Sue&Til» in Winterthur.


In der Kategorie BauAusbildner gewann Marco Gervasi, Fachlehrer im Campus Sursee, den Cadre d’Or. Über Silber freute sich Richard Frischknecht. Der Leiter des Ausbildungszentrums Holzbau Zürich (AHZ) wurde damit für sein vielfältiges und langjähriges Engagement ausgezeichnet. In der Kategorie BauChampion holte sich die Landolt-Gruppe bei einem Publikumsvoting die meisten Stimmen. 


Cadre d’or

Der Cadre d’Or wurde 2011 anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums von Baukader Schweiz, der Kaderorganisation im Bauhauptgewerbe, ins Leben gerufen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre in den Kategorien HolzBau, BauAusbildner und BauChampion
vergeben. cadredor.ch