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03/2018 Formschöner Zweckbau

BILDEN

Bildungstreffen in Lyss

Die ehemalige Stanzfabrik in Lyss ist ein einfacher Betonbau. Erst mit ihrem neuen Innenleben aus Holz sind die 2200 Quadratmeter grossen Hallen zu einem inspirierenden Lernort für die Zimmermannslehrlinge der Sektion Bern geworden. Davon überzeugten sich an den Tagen der offenen Tür im März ihre Familien und Ausbildungsbetriebe, die Leistungspartner Bildung von Holzbau Schweiz sowie 70 geladene Gäste als auch interessierte Besucher.

Text und Fotos Dorothee Bauland

Früher wurden in den Werkhallen an der Bernstrasse in Lyss Stahlteile gestanzt. Seit 2015 werden hier Dachfenster ein- und wieder ausgebaut, Deckentäfer montiert und demontiert oder Holzkonstruktionen auf- und angerissen sowie abgebunden. Hier wird auch mit dem Hallenkran und der Kettensäge geübt. Zwei Kursleiter in Vollzeit und fünf Instruktoren im Mandat unterrichten im üK-Zentrum Lyss pro Jahr rund 450 Lernende aus den Holzbaubetrieben der Sektion Bern. Dazu kommen noch die Treppenbaukurse für die Vorarbeiter. «Das macht rund 4600 Kurstage im Jahr», so Geschäftsführer Andreas Andermatt. Platz ist für die Kurse im üK-Zentrum Lyss ausreichend vorhanden. Die ehemaligen Fabrikhallen sind grosszügig bemessen, auch in der Höhe – die reicht sogar für ein kleines Musterhaus. Das Holzhaus bietet den Lernenden ein Übungsfeld mit hohem Praxisbezug und macht den nüchternen Industriecharakter der Hallen wett. Auch die beiden Unterrichtsräume und die Hallentrennwände in Holzbauweise tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei. Vor allem aber legte die Sektion Bern am neuen üK-Standort grossen Wert auf eine hohe Funktionalität der Räume. Insgesamt investierte die Sektion rund 500 000 Franken, um das Gebäude auf die Bedürfnisse der Holzbau-Ausbildung anzupassen. Aktuell konnte der Mietvertrag auf 15 Jahre verlängert werden. «Damit können wir gut kalkulieren und nun auch Investitionen tätigen», freut sich Andermatt über die langfristige Perspektive. Der nächste Schritt sei eine neue Fassade für rund 140 000 Franken – selbstverständlich aus Holz. 


Treffpunkt der Bildungspartner
Wie die einzelnen Lehrgänge und Themenbereiche im üK-Zentrum Lyss organisiert sind, darüber informierten sich an den Tagen der offenen Tür im März nicht nur die 70 geladenen Festgäste, sondern auch zahlreiche interessierte Besucher, die Familien und Ausbildungsbetriebe der Lernenden sowie die Leistungspartner Bildung von Holzbau Schweiz. Gegen 50 Gewerbeschullehrer, üK-Leiter und Bildungspartner waren an der Frühjahrstagung LP Bildung präsent. Peter Elsasser, Bereichsleiter Bildung von Holzbau Schweiz, stellte die Neuerungen im Qualifikationsverfahren 2018 vor. Die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung im E-Learning erläuterten Oliver Wetzel und Julian Brunner, beide Sachbearbeiter Bildung bei Holzbau Schweiz. Einen spannenden Exkurs in die Geomatik und Tachymetrie unternahm Vermessungsingenieur Urs Bruderer mit den Tagungsteilnehmern. 


Informativ war auch der Einblick in das Projekt Entrepreneurship, vorgestellt von Jürg Hugener, Lehrer an der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon, und Dr. Susan Müller, Assistenzprofessorin für Entrepreneurship an der Universität St. Gallen. Mit dem Projekt soll eruiert werden, inwiefern Lernende mithilfe von Fallstudien über gescheiterte Gründungen ein besseres Verständnis für mögliche Gefahren entwickeln. Für die Aspekte der Arbeitssicherheit in der Berufsbildung sensibilisierte abschliessend Markus Sidler, Sicherheitsfachmann bei der Suva.


EM-Ausscheidungswettkampf
Die Pausen zwischen den Vorträgen nutzten die Teilnehmer der Frühlingstagung LP Bildung für einen Rundgang durch die Werkhallen. Dort gab es neben den Stationen zu den neun üK-Lehrgängen auch den ersten Ausscheidungswettkampf für die Europameisterschaft der Zimmerleute zu sehen. Neben dem amtierenden Schweizermeister Remy Forster (Troinex, GE) kämpfen auch Rafael Bieler (Bern), Phil Fehse (Niederneunforn, TG), Marco König (Madiswil, BE) und Manuel Müller (Weissbad, AI) um die EM-Teilnahme in Luxemburg. Wer sich dort letztlich der internationalen Konkurrenz stellen darf, so Peter Schwarz vom Nationalteam, wird allerdings erst nach dem dritten Ausscheidungswettkampf im Sommer entschieden.