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03/2018 Formschöner Zweckbau

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Höhere Berufsbildung: Reform auf gutem Weg

Die höhere Berufsbildung im Holzbau wird reformiert. Erarbeitet werden aktuell die Qualifikationsprofile für Holzbau-Meister, -Poliere und -Vorarbeiter. Mehr als 90 Branchenvertreter fanden sich im Februar zur Grossgruppenkonferenz in Murten (FR) ein, um die Reform auf einen guten Weg zu bringen.

Text und Fotos Thomas Traud

Die Reform der höheren Berufsbildung kann als nächster Schritt auf dem Weg zur vierjährigen Lehre Zimmermann/Zimmerin EFZ betrachtet werden, der seit 2014 gegangen wird. Sie ist eine notwendige Konsequenz bei der weiteren Anpassung der höheren Berufsbildung an die Grundbildung. Ein weiteres Ziel der Reform ist, dass die Holzbaubranche auf der Grundlage der neuen Prüfungsordnungen qualifiziertes Kader ausbilden kann. Damit hat die Branche nicht zuletzt auch eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach Holzbauten.


Um den Anliegen und Bedürfnissen der verschiedenen Interessensgruppen bei der Ausarbeitung der drei Qualifikationsprofile gerecht werden zu können, wurde im Februar durch die Verbände Holzbau Schweiz und FRECEM eine Grossgruppenkonferenz durchgeführt. Damit befindet sich der im November 2017 gestartete Reformprozess bereits in der zweiten von vier Phasen, vorgegeben vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Die weitere Entwicklung der Qualifikationsprofile für Holzbau-Vorarbeiter, -Poliere und -Meister werden bis voraussichtlich Juni 2018 andauern.


Gut 90 Branchenvertreter nahmen an dem Anlass in Muntelier teil, darunter auch Gabriela Schlumpf (Direktorin Holzbau Schweiz), Peter Wyler, Richard Frischknecht und Jürg Hugener  (Mitglieder der Zentralleitung von Holzbau Schweiz), Pascal Schwab (Präsident FRECEM) und Daniel Bornoz (Direktor FRECEM). Ebenfalls präsent waren Delegierte der Sektionen beider Verbände, Schulvertreter, Prüfungsexperten, Berufsleute, Personen in Ausbildung der bestehenden höheren Berufsbildung, Lernende zum Zimmermann/zur Zimmerin EFZ sowie Vertreter aus branchennahen Berufsfeldern (VSSM, Baumeisterverband) und von Bundesämtern (BAFU, SBFI).

Reform mit straffem Zeitplan
Das Fernziel der gesamten Reform ist für 2020 terminiert. Dann sollten die ersten Lehrgänge starten. Dementsprechend würden die ersten Prüfungen nach den neuen Prüfungsordnungen 2021 stattfinden. Die Einhaltung des durchaus straffen Zeitplans bedingt die Mithilfe aller Beteiligten. Diese Einsatzbereitschaft wurde durch das Engagement aller Anwesenden an der Grossgruppenkonferenz eindrücklich unter Beweis gestellt. Die Teilnehmenden in Murten diskutierten an fünf aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden, aufgeteilt nach deutsch- und französischsprachiger Schweiz. Diskussionsthemen waren Fragen, die eine Steuergruppe vorgängig erarbeitet hatte. Im Anschluss an den jeweils rund 40-minütigen Austausch musste sich jede Diskussionsrunde auf drei Kernaussagen einigen.


140 Kernaussagen diskutiert

So diskutierten die Teilnehmenden unter anderem darüber, welchen Einfluss die Betriebsgrösse auf die zukünftigen Kompetenzprofile hat, worin sich die Kerntätigkeiten der verschiedenen Berufsprofile abgrenzen und welche Führungs- respektive Managementkompetenzen künftig vom Kader gefordert sind. Auch der Einfluss der Digitalisierung und der technologischen Entwicklung auf das künftige Arbeitsumfeld stand zur Debatte. An einer Tischrunde konnte das Thema selbst bestimmt werden. Damit wurde der Raum für weitere Themen geöffnet, die eventuell noch nicht zur Sprache gekommen sind, aber für die höhere Berufsbildung ebenfalls von Bedeutung sein könnten. Am Ende des ersten Tages gab es rund 140 Kernaussagen zu den vorgängig geschilderten Fragestellungen. Am zweiten Tag wurden die gesammelten Aussagen präsentiert und teils kontrovers diskutiert.


Die Aussagen der Grossgruppenkonferenz werden bis Ende Mai in vier Workshops weiterbearbeitet, so dass sie im Juni als Stossrichtung an der Delegiertenversammlung von Holzbau Schweiz präsentiert werden können. Im Verlauf des Sommers erfolgt dann die Prüfung durch das SBFI. Die Verabschiedung ist seitens Holzbau Schweiz an der Delegiertenversammlung im Oktober vorgesehen. Beim westschweizerischen Verband FRECEM entscheidet der Vorstand. Bis zur Inkraftsetzung im April nächsten Jahres sind noch die Übersetzungen zu leisten und die nationale Vernehmlassung ist abzuwarten. Mitte 2019 sollen dann die Schulungsunterlagen erarbeitet werden, so dass mit den Lehrgängen 2020 begonnen werden kann.
holzbau-schweiz.ch