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5/2018 Mehrgeschossig bauen mit Holz

BEWEGEN

«Müeh mit de Chüeh»

Die Geschichte seiner Kult-«Holzchüeh» ist zusammen mit der Musik-Karriere einzigartig. Wie es Marc Trauffer gelingt, Tradition und Moderne als Holzspielwarenhersteller und Mundartsänger zu verbinden, das erklärte er den Unternehmerfrauen von Holzbau Schweiz persönlich.

Text und Fotos Dorothee Bauland

Das Firmengebäude der Trauffer Holzspielwaren AG in Hofstetten bei Brienz (BE) ist ein moderner Holzbau und wurde vor zwei Jahren von der Brawand Zimmerei AG aus Grindelwald errichtet. Auf dem Areal stapeln sich die Lindenholzbohlen. In den Werkräumen werden daraus die bekannten Kühe, aber auch Elefäntli und sogar Einhörner gesägt. Doch das, was die Unternehmerfrauen der Fachgruppe von Holzbau Schweiz bei ihrem Besuch in der Holzspielwarenfabrik wirklich brennend interessierte, war die Musikkarriere von Marc Trauffer. «Showbusiness ist Showbusiness», schmunzelt der 39-Jährige, «und die Firma ist meine Familiengeschichte.» Fürs Geschäft sei er von Montag bis Donnerstag da, für die Musik habe er dann am Wochenende Zeit. «Dass beides miteinander aufgeht, ist für mich pures Glück.»


Die Holzspielwarenfabrik wurde 1938 von seinem Grossvater gegründet, einem passionierten Holzschnitzler. Marc Trauffer, gelernter Maurer, ist 2009 ins Familienunternehmen eingestiegen und agiert heute als Inhaber und Geschäftsführer. «Als Erstes habe ich bei uns den Computer eingeführt», lacht er. Tradition werde dennoch grossgeschrieben: Die Herstellung der Holzkühe in Handarbeit habe sich kaum verändert – abgesehen vom Branding mit dem Trauffer-Logo. Auch sei das Holz nun mit dem FSC-Label und dem Herkunftszeichen Schweizer Holz zertifiziert. Mittlerweile sind rund 70 Mitarbeitende für das Unternehmen tätig, die Hälfte davon in Heimarbeit. Bei einem Rundgang durch den Betrieb erhielten die Unternehmerfrauen einen umfassenden Einblick in die Produktion der Holztiere. 25 Arbeitsschritte braucht es beispielsweise, bis eine Holzkuh für den Verkauf parat ist. 250 000 Kühe verlassen jedes Jahr die Werkstatt. Damit erhielt Trauffers Mundart-Hit «Müeh mit de Chüeh» für die Unternehmerfrauen eine ganz neue Bedeutung.

Das nahe gelegene Freilichtmuseum Ballenberg – hier amtete Marc Trauffer übrigens bis 2015 als Vizepräsident – war nach der Firmenbesichtigung die nächste Station der Unternehmerfrauen. Hier galt ihr Interesse dem Wohnhaus Matten aus dem 16. Jahrhundert. Holzbauunternehmer Peter Wyler erläuterte vor Ort den Umbau des Gebäudes durch die Wyler Holzbau AG. Im Jahr 2007 erhielt das historische Gebäude ein Haus im Haus, das ein Wohnen nach heutigen Standards ermöglicht.
trauffer-holzspielwaren.ch, ballenberg.ch, holzbau-schweiz.ch/de/unternehmer-frauen/