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06/2017 Tradition neu gebaut

BAUEN

Neues Dach für ein altes Mauerwerk

Das «Schloss», wie die Zubler die Burgruine Gilgenberg respektvoll nennen, ist das geschichtliche Wahrzeichen der Region. Damit es der Gemeinde Zullwil (SO) noch lange erhalten bleibt, musste ein neues Dach her. Wie praktisch, dass Stiftungspräsident Kurt Kohler zugleich auch ein kompetenter Zimmermeister ist.

TEXT DOROTHEE BAULAND | FOTOS KURT KOHLER

Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Burg von den Freiherren von Ramstein auf dem Gilgenberg bei Zullwil erbaut. Rund 400 Jahre später – als die Franzosen einfielen und die Einheimischen ihr Schloss vorsorglich selbst in Brand steckten – war es vorbei mit dem ritterlichen Glanz. Aus dem stolzen Schloss wurde eine Ruine. Heute ist das Schloss als Denkmal von regionaler Bedeutung eingestuft und ein beliebter Veranstaltungsort für Rock-, Gothic- und Kino-Openairs oder Mittelalterfeste. Um die Burgruine bei jedem Wetter nutzen zu können, fehlte allerdings ein Dach. 2014 entschied der Stiftungsrat von Schloss Gilgenberg, eine Teilüberdachung zu realisieren. Die Kosten, inklusive zusätzlicher Abdichtungen am Mauerwerk, beliefen sich auf gut 180?000 Franken. Die Umsetzung erfolgte 2015. Dank Holzbauunternehmer Kurt Kohler und seinem Engagement wird der Innenhof nun von einer dezenten Überdachung geschützt. Die Holz-Glas-Konstruktion ist so konzipiert, dass sie das alte Gemäuer nicht überragt und der einmalige Charakter der Ruine erhalten bleibt. Damit wurde der Auflage der kantonalen Denkmalpflege entsprochen. Überdacht wurden lediglich zwei Drittel des Innenhofes, damit dort auch weiterhin ein Feuer entfacht werden und der Rauch ungehindert abziehen kann. Die hölzernen Kragträger wurden per Helikopter eingeflogen und im Mauerwerk verankert. Auch der Einbau der Glasplatten erfolgte mit dem Heli. Rechtzeitig vor dem zweiten grossen Mittelalterfest auf der Burgruine wurde das neue Dach fertiggestellt. kohlerag.ch, schloss-gilgenberg.ch