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07/2021 Fassade

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Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Wechselwirkungen zwischen den individuellen Lebensinhalten im Auge zu halten, ist nicht immer einfach. Auch in der Holzbaubranche gewinnt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an Relevanz. Das birgt Herausforderungen und Chancen zugleich, wie der Branchenevent von Holzbau Plus zeigte.

Wie steht es bei den Holzbaubetrieben um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Welche Einflussfaktoren sind relevant und welche Lösungsansätze gibt es? Diese Fragen wurden auf Wunsch der Sozialpartner im August mit den Holzbau-Plus-Betrieben erörtert. Es ging am Branchenanlass in Sursee darum, die Herausforderungen für die Holzbaubetriebe zu benennen und gemeinsam praktikable Lösungsansätze zu erarbeiten.


Mitarbeitende wünschen flexible Arbeitszeiten

Im Vorfeld wurden sowohl Betriebsleitungen als auch Mitarbeitende der 45 Holzbau-Plus-Betriebe eingeladen, an einer Umfrage zum Thema teilzunehmen. Rund 90 Mitarbeitende nahmen trotz Ferienzeit an der Umfrage teil, was die Wichtigkeit des Themas unterstreicht.

Die Umfrageergebnisse zeigen ein recht positives Bild: Die Mitarbeitenden gaben mehrheitlich an, dass ihnen das Zusammenspiel von Erwerbsarbeit und Familien- sowie Privatleben gut gelingt. Dabei fielen folgende drei Aspekte besonders ins Auge:

  • Teilzeitarbeit ist in einem grossen Teil der Betriebe bereits gelebte Realität
  • Bei der Arbeitszeit sind Autonomie und Flexibilität von den Mitarbeitenden gewünscht (ein Geben und Nehmen)
  • Erreichbarkeit, Stellvertretungslösungen und die Erwartung des Betriebs sind zu berücksichtigen


Als Fazit aus der Umfrage können eine offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen als elementar gesehen werden. Die Unternehmenskultur und das gegenseitige Verständnis sind für die persönlichen Herausforderungen ausserhalb des Berufs offensichtlich ein wichtiger Faktor. Die Umfrage zeigte verschiedene Potenziale auf, wobei die Lösungen auf die gelebte Realität des einzelnen Betriebs passen und von diesem bewusst angestrebt werden müssen.


Standortbestimmung für Holzbaubetriebe
Am Branchenanlass tauschten sich mehr als 30 Mitarbeitende und Betriebsleitungen in acht Gruppen entlang verschiedener Aspekte wie Teilzeit, Job-Sharing/Splitting, Elternschaft, Kinder- und Angehörigenbetreuung sowie Selbstmanagement und Personalführung über die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden und die Herausforderung seitens der Arbeitgebenden aus. Die Ergebnisse aus diesen Workshops flossen in eine Checkliste ein, die den Holzbau-Plus-Betrieben zu einer Standortbestimmung im eigenen Betrieb dienen kann.


In den Workshops herrschte Einigkeit darüber, dass die Wechselwirkungen zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie den individuellen Bedürfnissen im Team teils zu Interessenskonflikten führen können. Zwei konkrete Beispiele aus den Workshops:

  • Die Arbeitsübergabe zwischen Bau- und Werkstattpersonal ist fordernd, wobei diese Prozesse teils gering formalisiert sind. Grundsätzlich ist aber auf allen Stufen eine hohe Bereitschaft vorhanden, im Team individuelle Lösungen zu finden.
  • Das Abfedern und Aushelfen bei Arztbesuchen, Betreuungsaufgaben oder familiären Herausforderungen kann im Team selbst gelöst werden. Dies gelingt, wenn in einem eingespielten Team die Mitglieder die Stärken und Schwächen voneinander kennen.

Fazit in Bezug auf den GAV
Die Sozialpartner haben aus dem Anlass wichtige Inputs für die Weiterentwicklung des GAV Holzbau im Bereich Vereinbarkeit erhalten. Wichtig sei dabei, dass die vorgeschlagenen Lösungsansätze nicht mit dem GAV kollidieren. Als Grundsatz konnte die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und den weiteren Lebensbereichen zwar festgehalten werden, jedoch sind die Entwicklung der Massnahmen und das Vorleben im Berufsalltag Sache der Unternehmen und der konkreten Teams.
holzbauplus.ch