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02/2022 Archaisch

Aktuelles

Den illegalen Holzeinschlag bekämpfen

Seit dem 1. Januar 2022 ist es in der Schweiz verboten, illegal geschlagenes Holz und die daraus gefertigten Produkte in Verkehr zu bringen. Die neue Holzhandelsregulierung verlangt von allen Marktakteuren, ihre Pflicht zur Sorgfalt einzuhalten.

Text BAFU | Bilder BAFU, Alexander Schimmeck

Gleichzeitig mit den neuen Artikeln im Umweltschutzgesetz (USG, 35e–35h) trat Anfang 2022 die neue Holzhandelsverordnung (HHV) in Kraft. Diese Änderungen zielen darauf ab, dass nur noch legal geschlagenes Holz und die entsprechenden Holzprodukte in der Schweiz auf den Markt kommen. Denn illegaler Holzschlag ist ein weltweites Problem mit negativen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen. Bisher fehlte hierzulande eine Regelung zur Bekämpfung des illegalen Holzschlags und Holzhandels. In der Schweiz galt seit 2010 lediglich die Pflicht zur Herkunftsdeklaration für Holz und Holzprodukte.


Verantwortung der Marktakteure

In Zeiten der erschwerten Materialbeschaffung kommt es verstärkt vor, dass Holzverarbeiter andere Beschaffungswege suchen und ihre Holzprodukte direkt einkaufen und/oder importieren. Dabei müssen sich die Holzverarbeiter ihrer Mitverantwortung bewusst sein und auf die Sorgfaltspflicht achten. Kontrollen können durchaus vorkommen.


Wer in der Schweiz Holz und Holzerzeugnisse erstmalig in Verkehr bringt (sogenannte Erstinverkehrbringer), ist neu verantwortlich dafür, dass dieses legal geerntet wurde beziehungsweise diese legal gehandelt wurden. Um die Legalität nachzuweisen, bauen die betroffenen Unternehmen ein System der Sorgfaltspflicht auf, wenden es an und aktualisieren es regelmässig. Dieses besteht aus drei wichtigen Elementen: Informationen zum Holz und zu seiner Herkunft beschaffen, Risiken für illegales Holz bewerten, Risiken minimieren. All dies muss über die gesamte Lieferkette dokumentiert sein. Auch für Waldeigentümer und Waldeigentümerinnen, die in der Schweiz geerntetes Holz auf den Markt bringen, gilt diese Regelung.


Dank des flächendeckenden Vollzugs der Waldgesetze durch die Kantone besteht im Schweizer Wald jedoch nur ein geringes Risiko für illegale Holzeinschläge. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die waldgesetzlichen Nutzungsbewilligungen der Kantone die nötigen Informationen beinhalten. Diese genügen als Nachweise für die legale Ernte. Wer als Händler Holz, das bereits auf dem Markt ist, kauft oder weiterverkauft, muss die Rückverfolgbarkeit sicherstellen: Von welchem Zulieferer wurde das Holz oder wurden die Holzerzeugnisse bezogen und an welchen Abnehmer weitergegeben?


Für die Kontrolle der Unternehmen und Händler ist das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zuständig, für die Kontrolle der Waldeigentümer/innen die Kantone.


Das BAFU kontrolliert risikobasiert, indem es Unternehmen, die besonders grosse Mengen Holz aus riskanten Ländern importieren, prioritär prüft. Bei vorsätzlichem Verstoss gegen das Verbot und die Bestimmungen zur Sorgfaltspflicht drohen Freiheitstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen. Bei vorsätzlichem Verstoss gegen Bestimmungen zur Rückverfolgbarkeit sind Bussen von bis zu 20 000.– Franken vorgesehen.


Mehr Informationen auf der Website von Holzbau Schweiz. holzbau-schweiz.ch/de/dienstleistunge n/umwelt-technik/normen-richtlinien/

Gleich lange Spiesse für Schweizer Holzexporteure gegenüber EU-Konkurrenz

Die Änderungen des USG gehen auf parlamentarische Motionen zurück, welche «gleich lange Spiesse für Schweizer Holzexporteure gegenüber ihrer europäischen Konkurrenz» forderten. Mit der HHV schafft der Bundesrat eine gleichwertige Regelung zu derjenigen in der Europäischen Union (EU; EUTR 995/2010). Die Änderung verbietet das Inverkehrbringen von illegal geschlagenem Holz und den entsprechenden Holzprodukten in der Schweiz. Sie verlangt von allen Marktakteuren, ihre Sorgfaltspflicht einzuhalten und die Risiken betreffend illegalem Holz zu minimieren. So ziemlich alle Holzerzeugnisse unterliegen der HHV: Holz, Papier, Halbfabrikate, Brennholz, Holzwerkstoffe, Bauholz sowie Möbel und vorgefertigte Gebäude aus Holz. Die Verordnung gilt jedoch nicht für Recyclingprodukte aus Altholz oder für Bambus. bafu.admin.ch/holzhandel