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04/2022 Ornamental

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Douglasie – Baumart der Zukunft?

Alle reden von klimafitten Baumarten – aber welche sind das auch wirklich? Eine Veranstaltungsreihe will dieser Frage auf den Grund gehen. Den Anfang macht die Douglasie.

Durch die Klimaerwärmung kommen einige Baumarten wie Fichte und Tanne vor allem in tieferen Lagen immer mehr unter Druck. Eine der Baumarten, die hier in die Bresche springen könnte, ist die Douglasie. Doch es stellen sich Fragen: Welches sind die ökologischen Chancen und Risiken? Wie ist die Douglasie waldbaulich zu behandeln und zu bewirtschaften? Wo findet Douglasienholz Verwendung und was muss bei der Verarbeitung berücksichtigt werden?


Vor allem Letzteres dürfte auch die Holzbauer interessieren. Einer, der es wissen muss, ist Christian Amhof, Geschäftsführer der Lang Sägewerk AG in Hochdorf – ein Betrieb, der auf den Einschnitt der Douglasie spezialisiert ist. Tatsächlich liegen auf dem Areal mächtige Douglasienträmel. «Bei uns werden bis 22 Meter lange Stücke angeliefert», sagt er. Was macht denn dieses Holz so wertvoll und begehrt? «Zum einen sind es die gute Festigkeit und die Elastizität», sagt Christian Amhof. Insbesondere die Biegefestigkeit und die Dichte sind höher als bei Fichte und Tanne. «Zum anderen ist die Dauerhaftigkeit hervorzuheben», sagt er. Tatsächlich ist die Douglasie auch bei kleinen Durchmessern witterungsbeständig, strapazierfähig, abriebfest und – vor allem – resistent gegen holzabbauende Pilze und Insekten. Wenn es also keine Blaufärbung gibt wie beim Käferholz von Fichte und Tanne, so fällt eine andere Verfärbung auf: Es ist das gelbliche Splintholz, das sich in den rötlichen Grundton der Douglasie mischt. «Douglasie ist splintfrei nicht lieferbar», sagt Christian Amhof, «aber das Splintholz der Douglasie ist widerstandsfähiger als zum Beispiel dasjenige der Lärche.» Klar ist aber, dass die Farbgebung der Douglasie, unterstützt durch eine gleichmässige Maserung, interessante Kontraste schafft. Und doch: Auch Douglasienholz hat Schwachstellen. «Es gibt Stämme, die sind praktisch harzfrei», sagt Christian Amhof, «und andere, da kämpfen wir vor allem im Übergangsbereich von Früh- zu Spätholz mit mühsamen Harzaustritten in Tröpfchenform.» Deshalb empfiehlt es sich, Douglasienholz im Frühjahr oder Herbst einzubauen und es dabei nicht der prallen Sonne auszusetzen. Zudem ist Douglasienholz spröder als Fichte und Tanne. «Die Schwachstellen befinden sich vor allem bei den Astkränzen», sagt Christian Amhof. Zum Glück sind die Abstände zwischen den Astkränzen recht gross – vor allem dann, wenn die Douglasien in jungen Jahren wertgeastet wurden. «Trotzdem ist es wohl besser, Douglasienbretter mit der Herzseite gegen aussen zu montieren, um Rissbildung zu verhindern. Wenn die Montage zudem vertikal mit stehenden Jahrringen erfolgt, wird das Wasser besser abgewiesen.»


Waldbegehung zur Douglasie

Auf den Websites von WaldSchweiz, HIS und HAFL findet sich ein Link zu Ökologie, Ökonomie und Verwendung der Douglasie. Weiter finden in verschiedenen Landesregionen Waldbegehungen statt. Erfahrene Förster und Waldfachleute berichten vor Ort über ihre Erfahrungen mit dieser Baumart und stehen danach bei einem Apéro Rede und Antwort. Folgende Termine und Orte stehen zur Auswahl:

  • 3. Juni, 16–17.30 Uhr, Willisau (LU)
  • 7. Juni, 16–17.30 Uhr, Tägerwilen (TG)
  • 14. Juni, 16–17.30 Uhr, Dintikon (AG)

Die Veranstaltungen sind kostenlos. Eingeladen sind alle Interessierten, eine Anmeldung ist erforderlich. bfh.ch/douglasie