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06/2021 Verdichtet

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EQF-Timber: Kompetenzen im Holzbau vergleichbar machen

Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen im europäischen Holzbau werden in unterschiedlich ausgeprägten Bildungssystemen vermittelt. Eine Vergleichbarkeit der Kompetenzen in Verbindung mit Bildungsabschlüssen einzelner Berufsprofile ist dadurch erheblich erschwert. Mit dem Projekt EQF-Timber, das im Januar 2020 startete und im August 2022 abschliesst, wird untersucht, wie  die Transparenz und die Vergleichbarkeit von Kompetenzen durch einen europäischen Qualifikationsrahmen Holzbau verbessert werden können. Mit Bezug auf den europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) ist eine Zuordnung von Lernhintergründen mit bis zu acht unterscheidbaren Niveaustufen vorgesehen. Die Projektarbeit erfolgt durch ein Partnerkonsortium aus sechs Ländern mit Beteiligung von Holzbau Schweiz und der Berner Fachhochschule AHB sowie dem Bildungszentrum Holzbau Biberach (DE), den Centres de Compétences Parachèvement (LU), den Compagnons du Devoir (FR), der Fachhochschule Salzburg (AT) und dem Jokkmokks AB (SE). Die Massnahmen werden durch das europäische Programm Erasmus+ und das schweizerische Programm Movetia gefördert und durch Timber Construction Europe (Luxemburg/Berlin) koordiniert. Im Zuge der Arbeiten zur Entwicklung des EQF-Timber werden bestehende Abschlüsse und Nachweise über Kenntnisse und Fertigkeiten sowie in Ausbildungsverordnungen und -plänen vorgesehene Lernergebnisse in den Partnerländern gemeinsam gesichtet, verglichen und in validierter Form als Kompetenzniveaus analog zum europäischen Qualifikationsrahmen beschrieben. Für nationale Volkswirtschaften, Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Berufsbildungsstätten zeichnen sich mit der Nutzung des EQF-Timber zahlreiche Vorteile ab: Unternehmen können die Qualifikationen von Bewerbern und Mitarbeitenden besser beurteilen und für fundierte Entscheidungen Massnahmen der Fort- und Weiterbildung in Betracht ziehen. Aktuellen und künftigen Fachkräften bietet der Qualifikationsrahmen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen auf nachvollziehbarer Grundlage einzuordnen. Im Weiteren gewinnen sie eine Vorstellung über ihr Entwicklungspotenzial und über kompetenzbasierte berufliche Perspektiven. Bildungsstätten können ihr Bildungsangebot in Bezug auf die europäischen Bildungsstandards neu ausrichten. In Kooperation mit Einrichtungen anderer Länder ist es dann möglich, neue Bildungsperspektiven in vielfältiger Weise zu entwickeln und umzusetzen. Nationalstaaten können auf der Grundlage des EQF-Timber und im Streben nach verbesserten Rahmenbedingungen der Berufsbildung bedeutsame Entwicklungsschübe in einem wichtigen Wirtschaftssektor auslösen: Verbesserung der Ausbildungsstandards, Abbau der allgemeinen sowie der Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsimpulse, verbesserte Voraussetzungen bezüglich Mobilität sowie Minderung des Fachkräftemangels und Verbesserung bestehender Chancen der volkswirtschaftlichen Entwicklung. Erste Ergebnisse des Vorhabens werden zusammen mit weiteren Themen der europäischen Berufsbildung im Holzbau auf einem Symposium im Rahmen der Messe Dach + Holz International (15. bis 18. Februar 2022) in Köln präsentiert. Interessierte an der Berufsbildung im Holzbau sind hierzu eingeladen. Nähere Informationen über die Veranstaltung sowie über mögliche pandemiebedingte Einschränkungen der Durchführung gibt es auf der Website von Timber Construction Europe. timber-construction.eu