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06/2021

KURZ & BÜNDIG

Frauen in Führungspositionen mit Sogwirkung für Nachwuchskräfte

Wie der Anteil weiblicher Arbeitskräfte in der Wald- und Holzwirtschaft nachhaltig vergrössert werden kann, das diskutierten Unternehmerinnen im Juni am traditionellen Berner Holztag mit rund 50 Teilnehmenden. In den Betrieben der Diskussionsteilnehmerinnen ist der Frauenanteil jeweils überdurchschnittlich hoch. «Ich wünsche mir, dass dieses Thema an solchen Anlässen in fünf Jahren nicht mehr notwendig ist», so Barbara Stöckli, Geschäftsleiterin der Impuls AG Thun. Noch sei der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte in der Wald- und Holzbranche markant kleiner als der männliche. Gemäss Statistik von Holzbau Schweiz seien nur gerade zwei Prozent der lernenden Zimmerleute weiblich. Somit sei es nach wie vor wichtig, auch die weiblichen Führungskräfte der Branche ins Rampenlicht zu rücken. Die zwei Prozent bei den Lernenden seien jedoch nicht für die gesamte Branche repräsentativ, so Stöckli, denn gerade bei Quereinsteigenden habe sie in den letzten 20 Jahren eine massive Zunahme festgestellt. So gibt es heute zahlreiche Forstingenieurinnen – und das nicht nur in ihrem Betrieb. Holzunternehmerin Maria Brühwiler übernahm 2011 die Brühwiler Sägewerk AG in Wiezikon (TG). Mit einem Firmenzukauf erhöhte sie seither die Anzahl der Mitarbeitenden auf 50 – darunter verhältnismässig viele Frauen. Den Grundstein dazu legte bereits ihre Mutter mit der Einführung eines Schichtbetriebs beziehungsweise von Teilzeitstellen im Sortierbereich. Für sie ist klar: Frauen in Führungspositionen erhöhen den Frauenanteil im Betrieb automatisch. Dem stimmt auch Nicole Wenger, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Wenger Fenster AG in Wimmis (BE), zu. Als Leiterin Personal engagiert sie sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle, besonders auch in Führungspositionen. Dieses Bestreben soll geschlechterunabhängig Mehrwert generieren, denn auch die männlichen Mitarbeiter wünschen sich vermehrt mehr Flexibilität. Die Wenger Fenster AG hat einen Frauenanteil von 13 Prozent. Auch Sandra Burlet, Direktorin Lignum Holzwirtschaft Schweiz, diskutierte auf dem Podium mit: Sie sieht Handlungsbedarf bei den Erstausbildungen. Das Image der harten körperlichen Arbeit schrecke wohl noch zu viele junge Frauen vor einer Berufswahl in der Wald- und Holzbranche ab. Hier sei Aufklärungsarbeit von den einzelnen Berufsverbänden notwendig. Drei wichtige Massnahmen ergaben sich aus der Diskussionsrunde, um mehr weibliche Nachwuchskräfte für die Branche zu aktivieren: erstens mehr Frauen in Führungspositionen, die als wichtige Rollenvorbilder dienen, zweitens flexible Arbeitszeitmodelle und drittens eine verbesserte Imagewerbung bei Lehrstellensuchenden. initiativeholz.ch