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03/2020

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Gesundheitsschutz beim Umgang mit Altholz

Beim Umgang mit Altholz drängen sich Fragen auf: Wie lange dauert eigentlich die Wirkungszeit eines Holzschutzmittels? Wirkt der Holzschutz nur gegen die Holzkäfer und die holzzerstörenden Pilze oder auch gegen den Anwender? Und wenn ja, wie ist mit der potenziellen Gefahr umzugehen?

 Text Daniel Küng, Holzbau Vital | Foto Leo Fosdal (Unsplash)

Bei Arbeiten mit Altholz können besondere Gesundheitsgefahren auftreten. Denn vor noch nicht allzu langer Zeit wurden viele Hölzer, primär die Konstruktionshölzer von Dachstühlen, sowohl bei Schädlingsbefall als auch präventiv mit gesundheitsgefährdenden Holzschutzmitteln behandelt. Diese sind mehr oder weniger persistent und somit noch nach langer Zeit im Holz vorhanden. Aufgrund des Gefährdungspotenzials wurde das Anwenden von Holzschutz mittlerweile durch Verbote verschiedener Produktegruppen und die Notwendigkeit einer Fachbewilligung für die Verwendung von Holzschutz stark reglementiert. Doch noch immer sind die vor Jahren aufgetragenen Holzschutzmittel im Holz und im Staub vorhanden und wirken nach wie vor gesundheitsgefährdend auf den Menschen. Darum ist es notwendig, mit Altholz richtig umzugehen.


Was ist an den Holzschutzmitteln gesundheitsgefährdend?

Die Palette der eingesetzten Holzschutzmittel ist gross. Beim Imprägnieren von Dachstühlen wurden chlorierte aromatische Stoffe wie Pentachlorphenol (PCP), Lindan oder DDT eingesetzt. Sie alle können über die Atemwege oder die Haut aufgenommen werden. Die Stoffe können bei Menschen krebserzeugend wirken, das zentrale Nervensystem schädigen sowie auch die Fruchtbarkeit gefährden. Einige dieser Stoffe können sich im Körper kumulieren und gesundheitliche Beschwerden in den Bereichen der Leber, der Nieren und des zentralen Nervensystems auslösen.

Wo lauern die Gefahren beim Umgang mit Altholz?
Bei einer Sanierung liegt im Regelfall eine Staubschicht vor, welche mit Holzschutzmittel belastete Staubpartikel beinhaltet. Bei Arbeiten in diesem Bereich wird der Staub aufgewirbelt und verteilt sich im Luftraum. Ein Grossteil des Staubs zirkuliert während langer Zeit in der Luft und kann über die Atemluft oder über Hautkontakt in den menschlichen Körper gelangen. Eine mechanische Bearbeitung von Oberflächen wie sägen, hobeln, bürsten und schleifen führt zudem zu einer starken bis sehr starken Staubbelastung und dadurch zu grossen Aufnahmemengen. Die Gefährdung und das Risiko hängen also stark von der Belastung des Holzschutzmittels am Holz respektive im Staub und der zu erwartenden Staubbelastung ab.


Welches Vorgehen wird empfohlen?

Der Kontakt mit Holzschutzmitteln sollte so gut wie möglich verhindert und zeitlich reduziert werden. Mit einem optimalen Bauablauf, angepassten Bearbeitungsverfahren, der Reinigung der betroffenen Bereiche vor Arbeitsbeginn und dem Einsatz von geeigneten Geräten werden schon im Voraus viele Gefahren ausgeschlossen. Wichtig ist auch, dass die Mitarbeitenden über Gefahren informiert und im Umgang damit angeleitet werden. Ausserdem muss ihnen eine geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden. Wenn nicht klar ist, ob das zu bearbeitende Altholz mit Imprägnierungsmittel belastet ist, empfiehlt sich bei einer möglichen Kontamination eine Probenahme mit einer Bestimmung der Holzschutzmittel-Belastung im Holz beziehungsweise im Staub. Grundsätzlich müssen bei allen Arbeiten Gefahren ermittelt, Risiken bewertet und Massnahmen geplant werden (UVG, VUV, BauAV).

Wo gibt es weitere Informationen zum Thema?
Der richtige Umgang mit Imprägnierungsmitteln auf Altholz erfordert einiges an Erfahrung. Darum hat Holzbau Vital zusammen mit Fachleuten das Thema vertieft bearbeitet und stellt den Holzbaubetrieben eine Broschüre und ein Plakat mit vielen Informationen zur Verfügung. Für die Planung von Arbeiten klärt die Broschüre über die Gefährdungen und den Umgang mit imprägniertem Altholz auf. Das Plakat fasst die wichtigsten Regeln zusammen und beschreibt, was der Anwender im täglichen Umgang beachten muss. Unterlagen zum Thema gibt es auf der Website von Holzbau Vital. holzbau-vital.ch