Verband Schweizer Holzbau-UnternehmungenHolz macht stolz - Das Portal der Schweizer Holzbaubranche
Magazin FIRST

Bauen und leben mit Holz – Das Fachmagazin von Holzbau Schweiz

Magazin Wir HOLZBAUER

Das Mitglieder- und Verbandsmagazin von Holzbau Schweiz

3/2022 Büroneubau

MARKTPLATZ

«Jenga» an der Swissbau

Mehr als ein Spiel: An der Swissbau 2022 zeigt Holzbau Schweiz die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Holzbaubranche mit dem Holzhochhaus «Jenga». Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass dem Baustoff und den Innovationen in der Holzbaubranche keine Grenzen nach oben gesetzt sind.

Text Martin Meier | Bilder BFH, Beer Holzbau AG

 

Der Holzbau boomt weiter. Gründe dafür gibt es nebst dem ökologischen Aspekt viele: Die Innovation der Holzbaubranche ist nahezu grenzenlos und die laufende Entwicklung von Systemen, Tragwerken, Bauweisen, Befestigungstechniken und Planungsprozessen sind Beispiele. Das Projekt «Jenga» zeigt genau diese Aspekte auf und trifft mit dem Thema Holzhochhaus den Nerv der Zeit: Immer mehr Grossprojekte basieren auf einer Konstruktion mit dem ökologischen Baustoff. Auch Hochhäuser lassen sich aus Holz realisieren. Mit dem schlagenden Vorteil, dass im Vergleich zum konventionellen Bauen der CO2-Ausstoss reduziert wird. Daher liegt es auf der Hand, vermehrt Holz einzusetzen, auch bei Grossprojekten – als Teil der Lösung für eine nachhaltige Zukunft.

Studienwettbewerb

In Form eines Studienwettbewerbs befassten sich elf Teams von Architekturstudentinnen und -studenten der Berner Fachhochschule mit der Entwicklung eines Holzhochhauses. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Fachhochschule Bern und Holzbau Schweiz, kürte im Juni 2021 das Projekt «Jenga» von Mahdi Bagheri und Milos Asenov. Inspiriert von der Idee des Holzspiels Jenga werden volumetrisch gleiche Module in unterschiedlichen Richtungen gestapelt. Durch Versetzung und Subtraktion entstehen interessante Räume sowie innere und äussere Bezüge.


Mock-up im Massstab 1:1

Um die Dimensionen und Spannweiten mit den vorhandenen Lösungen präsentieren zu können, stehen die Tragkonstruktion und die Deckensysteme im Zentrum der Holzhochhaus-Umsetzung. Ein Mock-up im Massstab 1:1, bestehend aus zwei Vollgeschossen mit einer Auskragung, soll die Besucherinnen und Besucher schon von Weitem beeindrucken. Die Tragkonstruktion wird mit Schweizer Buchenholz der Firma Fagus Suisse ausgeführt. Die Buche eignet sich dank hoher Festigkeitswerte hervorragend für tragende Konstruktionen. So stark wie Stahl und Beton, hat die Buche als Baustoff der Zukunft ein grosses Potenzial. Ein massives Schweizer Konstruktionsholz, das sehr hohe Festigkeit mit der natürlichen Ästhetik und den ökologischen Vorzügen von Holz kombiniert. Auf den beiden Stockwerken werden bereits im Markt etablierte Deckensysteme angewendet. Zwei Lösungen, welche die Innovation der Holzbaubranche repräsentieren und die Vorteile des Baustoffs, der Vorfabrikation und Planungsqualität praxisnah aufzeigen. Beim Deckensystem Wilma wird auf das Holz-Beton-Verbundsystem gesetzt, wobei nicht nur mit vorgefertigten Holzbauelementen, sondern auch mit Beton-Fertigteilen gearbeitet wird. Die Verbindung der Bauteile erfolgt direkt auf der Baustelle. Dadurch wird der Bauablauf nicht gestört und es gelangt kaum Feuchtigkeit ins Gebäude. Das Deckensystem Bresta der Tschopp Holzbau AG ist ein Holz-Beton-Verbundsystem mit integrierter Akustik und in der Anwendung sehr vielseitig. Beide Systeme decken die hohen Anforderungen bei Hochbauten ausreichend ab und sind flexibel in Gestaltung und Umsetzung. Weitere Holzwerkstoffe wurden von der Schilliger Holz AG zur Verfügung gestellt. Die Befestigungstechnik des Tragwerks erfolgt mit den Beschlägen der neuen Holzbau AG Lungern, welche laufend Hochleistungsverbindungen für Bauteile in Nadel- und Laubholz entwickelt. Die Montage der Verbindungstechnik an den Buchenholz-Bauteilen wird im Werk in Lungern vorbereitet. Die n’H Lungern liefert die fixfertigen Bauteile Mitte April direkt nach Basel. Die Zusammenarbeit läuft Hand in Hand: Die Beer Holzbau AG richtet das Mock-up und das Grossmodell vor Messeeröffnung am 3. Mai in der Messehalle in Basel auf.

ÖFFNUNGSZEITEN

Die Swissbau compact in Basel findet an vier Tagen statt; von Dienstag bis Freitag, 3. bis 6. Mai 2022. Am Donnerstag, 5. Mai, ist die Messe bis 20 Uhr geöffnet. Tageskarten kosten online 15 Franken, an der Tageskasse 20 Franken. Für AHV, IV, Schüler/-innen, Lernende und Studierende gibt es Rabatte. swissbau.ch


Zusammenarbeit

Holzbau Schweiz präsentiert das Projekt in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule (BFH). Das 1:1-Mock-up und das Grossmodell visualisieren die Form und die Konstruktion vor Ort. Fünf Schweizer Partnerfirmen stellen praxiserprobte Lösungen vor und zeigen, wie die Holzbaubranche den gewachsenen Anforderungen gerecht wird. Daneben sind zahlreiche weitere Entwürfe von Studierenden der BFH ausgestellt. Ausserdem zu sehen: das Situationsmodell des «Bödeli» in Interlaken zum Kontext der Aufgabenstellung, eine VR-Brille für die virtuelle Erlebbarkeit des Projekts und die Prix-Lignum-Ausstellung, um die Vielfältigkeit hochkarätiger Holzbauprojekte zu zeigen. Der Auftritt mit dem Holzhochhaus «Jenga» ist nach der Swissbau compact im Mai 2022 auch für die Messe Holz im Oktober 2022 in Basel geplant. holzbau-schweiz.ch