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02/2022 Archaisch

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Mit Berufsstolz und Wissbegier

Ein Samstag im Februar. Es herrscht emsiges Treiben im Bildungszentrum Schenkon (LU). Einige der zehn angehenden Zimmerleute studieren über ihre Pläne gebeugt die Details. Manche diskutieren offene Fragen mit ihren Betreuern, Berufsschullehrer Urs Luchsinger und Trainer Michael Hürbin. Andere bearbeiten bereits ihr Modell. Ziel ist eine optimale Vorbereitung für die Teilnahme an den Berufswettkämpfen der SwissSkills 2022 vom 7. bis 11. September in Bern.

Text Fabienne Wey, DB | Bilder Lignum Zentralschweiz


Die Lernenden des dritten und vierten Lehrjahres und sogar ein bereits diplomierter Zimmermann holen sich in Schenkon, im Bildungszentrum Zentralschweiz von Holzbau Schweiz, ihr Rüstzeug für die Vorausscheidung zur SwissSkills-Teilnahme. Dabei absolvierten sie Lernblöcke aus Theorie und Praxis sowie Zeichenübungen und fertigten eine Modellarbeit an, bei der das Gelernte angewendet wird. Es geht für die Teilnehmenden auch darum, ein Gespür für den Wettkampf und das Zeitmanagement zu entwickeln. Das alles mit dem Ziel, sich an der nationalen Vorausscheidung für die Teilnahme an den SwissSkills zu qualifizieren – ein ambitiöser Weg.

Alle jungen Berufsleute, die nach den Vorbereitungstagen weitermachen wollen, absolvieren am 21. Mai die nächsten drei Übungstage in Lenzburg. Dort werden etwa 30 bis 60 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz erwartet. Nach dem Ausscheidungswettkamp steht dann fest, welche zwölf Teilnehmenden sich für die SwissSkills qualifiziert haben. «An den Vorbereitungstagen lernen die Teilnehmenden, ein Gespür für den Wettkampf zu entwickeln. Sie lernen, unter Druck zu arbeiten und ein gutes Zeitmanagement zu verinnerlichen», sagt Trainer und Experte Michael Hürbin, der mit den Jugendlichen auch an den kommenden Vorbereitungstagen in Lenzburg arbeiten wird.

Hoch motiviert ans Ziel

Der lernende Zimmermann Noah Heller ist einer der zehn Teilnehmenden in Schenkon. Auf die Vorbereitungstage für die SwissSkills wurde er in der Berufsschule aufmerksam. Zusammen mit seinem Schulkollegen Marvin Bieri entschied er sich, die Herausforderung SwissSkills anzunehmen. An den Vorbereitungstagen haben beide viel Neues gelernt. «Der Lernstoff ist umfangreicher als in der Berufsschule», sagt Noah. Und es bedürfe einer hohen Eigeninitiative, zusätzlich Freizeit in den Beruf zu investieren – doch es habe sich gelohnt. Sowohl Noah als auch Marvin sind für die drei weiteren Trainingstage in Lenzburg motiviert und haben das klare Ziel, möglichst weit zu kommen.

Janik Hinterberger will es nochmal wissen: Er hat bereits SwissSkills-Erfahrungen, schloss in der letzten Austragung als Elfter ab. Weil er mit Jahrgang 2001 die Selektionskriterien erfüllt, kann er sein Glück nochmal als Ausgelernter versuchen. Dass Janik die Mühen ein zweites Mal auf sich nimmt, hat verschiedene Gründe: Er nennt einerseits den Berufsstolz, aber auch die die unvergleichliche Erfahrung. Während 22 Stunden – so lange dauert der Wettkampf – gibt es Hochs und Tiefs und es werde den Teilnehmenden viel abverlangt.

Chancen auch für später

Berufsschullehrer Urs Luchsinger hat die Vorbereitungstage in Schenkon federführend organisiert. Er steht den Jugendlichen nah und ist bestrebt, möglichst viele motivierte und ambitionierte Lernende auf den Weg zu den SwissSkills zu schicken. Für ihn ist klar: «Wer diesen Weg gegangen ist, der hat auch auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen, denn es braucht wirklich viel Eigeninitiative und Motivation, auch an einem Samstag in der Werkhalle zu stehen und zu lernen.» holzbau-schweiz.ch/luzern-land, swiss-skills2022.ch/de