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07/2019 Zukunft im Holzbau

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Unfallfrei durch die Lehrzeit

In Suva-versicherten Betrieben verunfallen jährlich fast 19 000 Lernende bei ihrer Arbeit. In der Schweiz kommt es jedes Jahr zu insgesamt rund 25 000 Unfällen von Lernenden. Davon enden zwei Unfälle leider tödlich.

Text und Foto SUVA

Im Sommer begann für viele junge Menschen die Lehre und damit die Vorbereitung auf das Berufsleben. Jeder achte Lernende verunfallt bei der Arbeit. In Betrieben, die bei der Suva versichert sind, kommt es jedes Jahr zu insgesamt fast 19'000 Berufsunfällen von Lernenden. Davon enden zwei tödlich. Das Risiko für Arbeitsunfälle von Lernenden ist damit wesentlich höher als jenes der anderen Mitarbeitenden. Allgemein sind Unfälle von Lernenden jedoch weniger schwerwiegend als jene anderer Angestellter. Hauptgründe dafür sind sicher das generelle Verbot gefährlicher Arbeiten gemäss Jugendarbeitsschutzverordnung (ArGV 5 Art. 4 Abs. 1) sowie der raschere Heilungsverlauf bei jungen Menschen.

Bohren, schleifen, fräsen, drehen
Fast 40 Prozent der Unfälle von Lernenden geschehen bei Arbeiten von Hand oder mit Maschinen. Zu den handwerklichen Tätigkeiten mit Unfallrisiko zählen zum Beispiel das Bohren, Schleifen und Schmirgeln, bei den maschinellen Tätigkeiten haben das Fräsen und Drehen ein hohes Unfallpotenzial. Häufig werden Lernende dabei von wegspickenden Teilen getroffen oder sie schneiden oder schürfen sich. Hier spielt sicher die mangelnde Erfahrung eine grosse Rolle. Der Umgang mit Handwerkzeugen und Maschinen ist noch ungewohnt und führt deshalb eher zu Verletzungen.

Jeder Vierte verunfallt beim Sport
Lernende haben im Vergleich zu ihren ausgelernten Kolleginnen und Kollegen zudem ein doppelt so hohes Risiko, in ihrer Freizeit zu verunfallen. Denn junge Menschen sind begeisterungsfähig, leicht ablenkbar und schätzen Risiken manchmal falsch ein. Konkret verunfallt fast jeder vierte Lernende in der Freizeit – am häufigsten beim Sport: Etwas mehr als die Hälfte der Freizeitunfälle geschehen bei sportlichen Aktivitäten, am häufigsten beim Fussball (44 %) und beim Ski- und Snowboardfahren (10 %). Viele Lernende verunfallen aber auch, wenn sie sich im öffentlichen Raum aufhalten (18 %), zum Beispiel bei Strassenverkehrsunfällen. Dabei ist der Anteil der Selbstunfälle bei Lernenden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höher. Zu Hause verunfallen Lernende zwar weniger oft als ihre älteren Kolleginnen und Kollegen, bei allen sind jedoch Stolper- und Sturzunfälle die Hauptursache.

Für eine sichere Lehrzeit
Mit jedem neuen Lehrjahr beginnt auch die Sensibilisierung der Lernenden für Risiken und Gefahren – sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit. Unfallverhütung ist eine Daueraufgabe. Dies gilt besonders für Lernende, die noch am Anfang ihres Berufslebens stehen, und dies in einer Branche, die ein hohes Unfallrisiko aufweist. Die Unfallzahlen der Suva-versicherten Betriebe sprechen da eine eindeutige Sprache. Im Rahmen der bewährten Kampagne «Sichere Lehrzeit» stellt die Suva kostenlose Schulungsunterlagen und erlebnisorientierte Einsatzmittel für Lernende und Berufsbildner zur Verfügung. Diese tragen dazu bei, die Risikokompetenz der Lernenden bei der Arbeit und in der Freizeit zu verbessern. Lernende sollen wissen, dass sie bei auftretender Gefahr das Recht haben, Stopp zu sagen. Die Kampagne verfolgt unter anderem das Ziel, dass Vorgesetzte und Berufsbildner alle Lernenden systematisch in die Sicherheitsregeln ihres Berufs und die des Betriebs einführen und das sichere Verhalten vertiefen. Nicht zuletzt nehmen Vorgesetzte, Berufsbildner und Mitarbeitende auch eine Vorbildfunktion wahr, indem sie sicheres Arbeiten konsequent vorleben – über die die gesamte Lehrzeit hinweg.

 

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