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01/2020

SPÄNE

Verzahnt und gebogen

B-CTC – das steht für «bent computational tooth construction», zu Deutsch: gebogene computergenerierte Zahnkonstruktion. Einer, der sich schon im 18. Jahrhundert mit der Zahnträgertechnik beschäftigt hat, war der Baumeister Hans Ulrich Grubenmann aus Teufen (AR). Derjenige, der diese traditionelle Holzbauweise aufgenommen und ins digitale Zeitalter transferiert hat, ist Miro Bannwart. Im Rahmen seiner Masterarbeit an der Universität Stuttgart hat der 32-Jährige zusammen mit der Treppenbau.ch AG aus Ganterschwil (SG) eine Holzkonstruktion in der Zahnträgertechnik erstellt – gänzlich ohne Leim. Mit der Verzahnungstechnik von Zimmermeister Grubenmann ist es möglich, gebogene Massivholzträger mit einer definierten Krümmung herzustellen.

Dabei wird die Balkenkurvatur durch ein gesägtes Zahnmuster auf der Längsseite der Holz-balkenelemente definiert. Diese Technik ist seit der Entwicklung von Brettschichtholzträgern, die damals billiger herzustellen waren als Zahnträger, kaum noch angewendet worden. Mit modernen Fertigungsmethoden per CNC-Maschinen oder mit robotischer Fertigung können Zahnbalkenelemente nun effizienter hergestellt werden als zu Grubenmanns Zeit. B-CTC zielt nicht nur darauf ab, dass Zahnträger wieder in Erwägung gezogen werden, sondern dass die Zahnbalkentechnik auch in komplexe architektonische und potentiell doppelt gekrümmte Entwürfe integriert wird. Der Holzpavillon von Bannwart steht seit Herbst 2019 beim Zeughaus Teufen. Dort, wo dem berühmten Baumeister Grubenmann ein Museum gewidmet ist. miro.vision, b-ctc.ch, treppenbau.ch