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08/2019

KURZ & BÜNDIG

Vierstöckiger Holzbau beweist hohe Erdbebensicherheit

Ein eindrücklicher Zerstörungsversuch wurde im Oktober an einem vierstöckigen Holzbau in Chamoson (VS) durchgeführt. Der Belastungsversuch war der Abschluss der Messungen zur Erdbebensicherheit, die das Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule in den letzten Monaten zusammen mit Partnern aus der Holzbranche am Testgebäude durchgeführt hatte. Die neu gewonnenen Erkenntnisse erleichtern den Erdbebeningenieuren der Schweiz künftig ihre Arbeit. Der vierstöckige Holzbau mit 20 Quadratmetern Grundfläche und zwölf Metern Höhe wurde bei dem Belastungsversuch zu Boden gezogen, wobei die Bruchlast und die Versagensart des Tragwerks untersucht wurden. Für den Belastungsversuch wurde das Holzgebäude im Rahmen der Masterthesis in Wood Technology und unter der Leitung von Urs Oberbach etappenweise errichtet. Nach jedem zusätzlichen Stockwerk wurden am Gebäude eine Reihe von Tests durchgeführt. Einer davon mass die natürlich erzeugten Schwingungen, wie sie beispielsweise durch Wind entstehen. Weitere dynamische Tests massen die Gebäudeantwort von künstlich erzeugten Schwingungen mit grossen Amplituden. Bei diesen Ausschwingversuchen wurde der Holzbau jeweils mit Stahlseilen horizontal ausgelenkt und plötzlich losgelassen. Martin Geiser, Professor für Erdbebeningenieurwesen an der BFH, ist mit den Testergebnissen zufrieden: «Die Messungen bestätigen, dass richtig konzipierte, berechnete und gebaute Holzhäuser erdbebensicher sind.» Die Testergebnisse hätten weiter bestätigt, dass hölzerne Tragwerke in der Realität steifer sind, als dies vereinfachte Simulationen ergeben. Zudem habe der finale Belastungsversuch noch weitere wichtige Erkenntnisse über den Versagensmechanismus von Holzgebäuden geliefert. «Das Bauwerk hat bis zu seiner Zerstörung eine hohe Duktilität, oder anders gesagt ein grosses Verformungsvermögen, aufgewiesen. Das ist für die Erdbebensicherheit von Vorteil», so Geiser. ahb.bfh.ch