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05/2022 Holzbau total

KURZ & BÜNDIG

Waldschädlinge werden immer aggressiver

Ob ein Baum einem Schädlingsbefall widerstehen kann, darüber bestimmt auch die Trockenheit mit. Je mehr Dürreperioden ein Baum erlebt hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass er stirbt, wenn er von bestimmten Schädlingen befallen wird. So lautet das Ergebnis einer Studie unter der Leitung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), des Ecological and Forestry Applications Research Centre (CREAF) und der Autonomen Universität Barcelona. Die Forschung hat bereits gezeigt, dass Wälder, die in einem für sie ungeeigneten Klima wachsen, wie beispielsweise eine Fichte in einem trockenen Klima, leichter von Waldkrankheiten oder Schädlingsbefall betroffen sind. Durch den Klimawandel werden selbst Wälder, die sich in ihrer optimalen Umgebung befinden, von einem Borkenkäferbefall betroffen sein können. Dürre ist die Hauptursache für diese Situation. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass grosse Hitzewellen und damit einhergehende Dürren die Wälder an die Grenze ihrer Widerstandsfähigkeit bringen und sie dem Insektenbefall aussetzen. Diese Mischung sei der Auslöser für das Baumsterben aufgrund von Schädlingen in grossen Waldbeständen. «Den Forschungsergebnissen zufolge hängt die Widerstandsfähigkeit eines Waldes gegen den Befall durch diese Insekten fast ausschliesslich von der Trockenheit sowie deren Intensität und Dauer ab», erklärt die Wissenschaftlerin Luciana Jaime González. «Ausserdem sind die Auswirkungen kumulativ: Wälder haben ein Gedächtnis, und je mehr Dürreperioden in ihrer Geschichte vorkommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie von Insekten befallen werden.» Die globale Erwärmung begünstigt die Vermehrung einiger Waldschädlinge, wie zum Beispiel Kiefernborkenkäfern der Gattungen Tomicus und Ips, und führt gleichzeitig zu intensiveren Dürreperioden. Laut González ist das Ergebnis dieser Kombination ein tödlicher Cocktail für Nadelbäume. wsl.ch