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02/2022 Archaisch

BAUEN

Wenn das Herz fürs Holz schlägt

Die gigantischen Skulpturen am Burning-Man-Festival in der Wüste Nevadas sind legendär. Vom 28. August bis zum 5. September 2022 ist auch der Schweizer Holzbau mit einem spektakulären Projekt vertreten. Initiant Thomas Rohner, Professor für Holzbau und BIM an der Berner Fachhochschule, macht mit einer 8,50 Meter hohen Skulptur deutlich, dass sein Herz für Holz schlägt.

Text Dorothee Bauland | Renderings Berner Fachhochschule

 

Wenn sich im Sommer 2022 internationale Stars und Festivalteilnehmer in der Wüste Nevadas treffen, um den Burning Man zu zelebrieren, wird auch das mehr als acht Meter hohe Holzherz der Tadaaa Ltd. und der Berner Fachhochschule für Aufsehen sorgen. Brennen soll das gigantische Herz am Ende des Festivals jedoch nicht, denn eine Weiterverwendung für das Festival Afrikaburn im Mai 2023 und ein Auftritt auf dem Bundesplatz in Bern sind geplant. Das künstlerische Konzept <rtbt> (sprich: artbeat oder heartbeat) stammt von Sabrina Bühlmann, Mitbegründerin der Tadaaa Ltd. aus Biel. Die Konstruktion sieht entweder ein inneres Holzskelett vor, welches mit einer Aussenhaut aus Stoff oder einer Membran bespannt wird, oder alternativ eine äussere Holzhülle als tragendes Element, dessen Innenraum je nach Standort für unterschiedliche Nutzungen frei bespielt werden kann. Die triangulierte Oberfläche für die zweite Variante soll mit einem Plug-in von Holzingenieur Miro Bannwart realisiert werden. Unterstützt bei der Realisation werden Thomas Rohner und Miro Bannwart von grossen Schweizer Holzbauunternehmen und Zulieferern der Branche.


Als Idee hinter dem gigantischen Holzherz steht die Symbolik von Zusammenhalt und Verbindung von Menschen aus allen Regionen der Welt. In der Nacht sollen sich Lichtpunkte wie ein Netzwerk um das Herz spannen. Jeder Punkt soll einen Menschen symbolisieren, die Kanten des triangulierten Holzvolumens stehen für die Verbindung untereinander. Eine Software schickt Videos von den umstehenden Kameras und iPads in das Innere des Herzens, so dass diese Bilder dort auf dem Screen angeschaut werden können. Denn die Menschen auf dem Festival sollen nicht nur Betrachter der Skulptur, sondern auch aktiv Mitgestaltende des Kunstwerks sein. «Jedes Mal, wenn ein Mensch eine Idee oder einfach ein kreatives Video zum Herz hinzufügt, pulsiert die ganze Beleuchtung, sobald es im Herz angekommen ist», erklärt Professor Thomas Rohner. «Diese Aktion soll visualisieren, dass aus vielen kleinen Ideen und aus vielen Menschen ein grosses Ganzes entsteht, das erst durch den Input zum Leben erweckt wird.»


Die Nutzung sowie die Platzierung des Herzens kann gemäss Rohner so vielfältig sein, wie es verschiedene Menschen auf der Welt gibt. Das Herz könne beispielsweise auch auf dem Bundesplatz in Bern stehen und dort als interaktive Kunstinstallation zeigen, was dem Schweizervolk wirklich am Herzen liegt. 



Für die Umsetzung des Projekts sucht Professor Thomas Rohner noch helfende Hände (E-Mail thomas.rohner@bfh.ch). bfh.ch, tadaaa.world