QV-Feier 2026

Holzbau verbindet Bauteile – und Generationen

Text: Barbara Zesiger

98 Absolventinnen und Absolventen feierten am Mittwoch, 1. Juli 2026, in der Illfishalle Langnau den Abschluss ihrer Ausbildung. Im Beisein von Familien, Berufsbildnern, Lehrpersonen, Experten und zahlreichen Gästen nahmen sie ihr Fähigkeitszeugnis oder Berufsattest entgegen.

Die diesjährige QV-Feier von Holzbau Schweiz Sektion Bern stand unter einer Frage, die weit über den Prüfungserfolg hinausreichte: Was macht einen guten Holzbauer aus?

Mehr als Fachwissen

Mit dieser Frage eröffnete Andreas Andermatt, Geschäftsführer Holzbau Schweiz Sektion Bern und des Bildungszentrums Holz Lyss, die Feier. Seine Antwort fasste er in einem Bild und mit einem Zimmermannskonten zusammen: der «DNA der Holzbauer».

Damit meinte er nicht eine besondere Begabung. Vielmehr entsteht diese «DNA» überall dort, wo Menschen ihr Wissen, Erfahrungen und Werte weitergeben – im Elternhaus, im Lehrbetrieb, an der Berufsfachschule, in den überbetrieblichen Kursen und auch während des Qualifikationsverfahrens. Erst dieses Zusammenspiel formt jene Haltung und jene Fähigkeiten, die gute Berufsleute auszeichnen.

Mit dem Lehrabschluss sei dieser Weg nicht abgeschlossen, betonte Andermatt. Die eigene «DNA» entwickle sich weiter – mit jeder neuen Aufgabe, jeder Weiterbildung und jeder Erfahrung im Berufsalltag.

Was die Feier sichtbar machte

Dass diese Gedanken keine Theorie sind, zeigte sich an vielen Geschichten des Nachmittags.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die «Risette Buebe» aus dem Entlebuch. Einer der jungen Musiker ist Jonas Renggli, der nach den Sommerferien ins zweite Lehrjahr als Zimmermann startet. Andreas Andermatt hatte ihn während eines überbetrieblichen Kurses zufällig mit seinem Örgeli gesehen, da er am Abend einen Auftritt hatte und gefragt, ob er sich einen Auftritt an der QV-Feier vorstellen könne. Dank dieser Idee kam die musikalische Unterhaltung an diesem Nachmittag aus den eigenen Reihen.

Eine weitere Geschichte verband zwei Generationen. Matthias von Bergen schloss seine Zweitausbildung als Zimmermann ab. Sein Sohn Ben von Bergen absolviert dieselbe Ausbildung und wird sie in zwei Jahren beenden. Erstmals in der Geschichte des Bildungszentrums Holz Lyss besuchten damit ein Vater und sein Sohn gleichzeitig die überbetrieblichen Kurse – wenn auch in unterschiedlichen Lehrjahren. Eine Geschichte, welche die «DNA des Holzbaus» auf besondere Weise sichtbar machte.

Qualität entsteht gemeinsam

Die Feier bot auch einen Blick hinter die Kulissen des Qualifikationsverfahrens. Während zwölf Prüfungstagen wurden am Bildungszentrum Holz Lyss rund 18 Tonnen Holz verarbeitet. Zahlreiche Experten begleiteten die praktischen Arbeiten und beurteilten sorgfältig und fair.

Die Bilder aus den Werkhallen zeigten eindrücklich, wie viel Vorbereitung, Konzentration und handwerkliches Können in jedem Lehrabschluss stecken. Sie machten zugleich deutlich:

Gute Leistungen entstehen nie im Alleingang. Hinter jedem Fähigkeitszeugnis stehen Lehrbetriebe, Lehrpersonen, Kursleitende, Experten und Familien, die den Weg mitgegangen sind.

Ein Abschied mit viel Wertschätzung

Für Andreas Andermatt war die diesjährige QV-Feier zugleich die letzte als Moderator. Im kommenden Jahr geht er in Pension. Das Team des Bildungszentrums Holz Lyss überraschte ihn mit einem kleinen Beil zum «spiggelen». Ein Geschenk mit Augenzwinkern – und zugleich ein Dankeschön für seinen langjährigen Einsatz zugunsten der Berufsbildung. Der lange Applaus zeigte die grosse Wertschätzung für einen Mann, der die Ausbildung zahlreicher Zimmerleute und Holzbearbeiter/innen begleitet hat.

Ein schönes Schlussbouquet

Zum Abschluss erhielt jede Absolventin und jeder Absolvent eine Rose. Andreas Andermatt verband diese Geste mit einer einfachen Bitte: Die Rose solle einem Menschen geschenkt werden, der den Weg durch die Lehrzeit mitgetragen habe – den Eltern, den Berufsbildnern, der Partnerin oder dem Partner oder einer anderen Person, die unterstützt, motiviert oder auch einmal Geduld bewiesen habe.

Die Rose war mehr als eine Blume. Sie erinnerte daran, dass ein Lehrabschluss nicht nur für den persönlichen Erfolg steht. Er ist eine Auszeichnung für viele: für die jungen Berufsleute ebenso wie für all jene, die Wissen teilen, Vertrauen schenken und Lernende auf ihrem Weg begleiten.

Abschlüsse mit Auszeichnung

Gesamtnote 5.3 Zimmerin EFZ / Zimmermann EFZ

Noe Luc Aeschlimann, Trachsel Th. Holzbau GmbH, Landiswil / Adrian Glücki, GLB Emmental, Emmenmatt / Levin Graser, Gfeller Holzbau GmbH, Worb / Tim Käser, Schwarz Holzbau AG, Oberbalm / Roman Krebs, Zimmerei Gilgen GmbH, Burgistein / Eva Kubitza, Holzbau Partner AG, Stettlen / Dominik Rohrbach, HONYMO Holzbau AG, Schwarzenburg / Julian Schmutz, Holzbau Partner AG, Stettlen

Gesamtnote 5.4 Zimmerin EFZ / Zimmermann EFZ

Nick Aellen, Beer Holzbau AG, Ostermundigen / Florin Salfinger, Hosner Holzbau GmbH, Röthenbach

Gesamtnote 5.5 Zimmerin EFZ / Zimmermann EFZ

Basil Alabor, Gehri Holzbau AG, Vinelz / Joshua Rolli, Hossmann Holzbau & Architektur AG, Belp / Matthias von Bergen, RuMBau GmbH, Aegerten

Gesamtnote 5.8 Zimmerin EFZ / Zimmermann EFZ

Nathan Schmid, Grütter Block- und Holzbau GmbH, Grasswil

Beste praktische Arbeit 5.6 Holzbearbeiterin EBA / Holzbearbeiter EBA

Leon Spiegel, Haudenschild AG, Niederbipp

Beste praktische Arbeiten 5.8 Zimmerin EFZ / Zimmermann EFZ

Joshua Rolli, Hossmann Holzbau & Architektur AG, Belp

Nathan Schmid, Grütter Block- und Holzbau GmbH, Grasswil