Neues CO2-Gesetz: JA, für eine klimaschonende Zukunft


Eine Allianz aus Erdöl- und Autoindustrie hat das Referendum gegen das CO2-Gesetz ergriffen. Damit wird die Schweiz am 13. Juni 2021 über die Vorlage abstimmen. Holzbau Schweiz unterstützt das neue CO2-Gesetz und empfiehlt, am 13. Juni ein JA in die Urne zu legen. Für den Holzbau ist die Energiestrategie des Bundes der richtige Weg zu einer ressourcen- und klimaschonenden Sanierung des Gebäudebestandes. Es ist an der Zeit, Worte in Taten umzusetzen. Mit dem Baustoff Holz tragen wir aktiv dazu bei, die CO2-Belastung zu senken und die Klimaziele zu erreichen.

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Überzeugen Sie Ihr Umfeld mit Argumenten.
Die Kosten sind das Lieblingsthema der Gegner. Das Pro-Komitee «Klimaschutz» hat eine kurze Argumentationshilfe zusammengestellt, wie man der Kostenfrage mit Fakten begegnen kann: Dokument 

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Mobilisieren Sie nach innen und motivieren Sie Ihr Umfeld, sich an der Abstimmung zu beteiligen und ein #CO2GesetzJa in die Urne zu legen. Wenn Sie Unterstützung für ein internes Mailing, für einen Leserbrief, für einen Fachartikel in Ihrer eigenen Publikation (Beispiel) brauchen, dürfen Sie sich bei info(at)co2-gesetz-jetzt.ch melden.

Zusätzlich gibt es weitere Argumentationshilfen, die gerne benutzt werden dürfen. Das Plakat und der Flyer sind ebenfalls in gedruckter Form erhältlich und können bestellt werden.

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9 Gründe der Wirtschaft für das CO2-Gesetz

Die Klimakrise ist für die Schweiz eine grosse Herausforderung. Die Erwärmung ist spürbar und sichtbar, unsere Gletscher schmelzen rasant, Hitze und Trockenheit, Überschwemmungen und Erdrutsche machen uns zu schaffen. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Schweizer Wirtschaft ist sich dieser Herausforderung bewusst, will Verantwortung übernehmen und handeln.
Das revidierte CO2-Gesetz setzt den richtigen Rahmen und bietet grosse Chancen. Gerade für die Schweizer Wirtschaft, die mit vielen klugen und wirksamen Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise präsent ist. Das neue Gesetz arbeitet mit Anreizen, orientiert sich an Massnahmen mit Lenkungswirkung und sorgt damit für Investitionen und Arbeitsplätze in der Schweiz.
9 Gründe bewegen die Schweizer Wirtschaft dazu, mit Überzeugung für das neue CO2-Gesetz einzustehen.

1. Klimaschutz ist eine lohnende Investition und bringt die Schweizer Wirtschaft vorwärts
Wir wissen es: Jedes Jahr fliessen rund 8 Milliarden Franken für fossile Energien ins Ausland. Diese starke Auslandabhängigkeit muss nicht sein. Das neue CO2-Gesetz will die Schweiz schrittweise daraus befreien und das viele Geld, das sinnlos ins Ausland abliesst, in der Schweiz behalten. Damit werden Investitionen in den Klimaschutz ausgelöst, die sich lohnen und die helfen Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Verschiedene Studien belegen dies. Die Wirtschaftsallianz «Wärmeinitiative Schweiz» hat 2019 in einer umfassend Studie dargelegt, dass eine vollständige Dekarbonisierung des Wärme- und Kältesektors mindestens 1.5 Mrd. Franken an zusätzlicher Wertschöpfung in der Schweiz generiert. Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch eine Studie der ZHAW, die Anfang Jahr publiziert wurde: Beschleunigt die Schweiz zum Beispiel den Umstieg auf Elektroautos und den Ersatz der Öl- und Gasheizungen mit Wärmepumpen, würde sie allein im Jahr 2030 Kosten in Höhe von 1’650 Millionen Franken sparen. Auch der Ersatz von Kohle bei der Zementproduktion und der Zubau von Photovoltaikanlagen bringen volkswirtschaftliche Kosteneinsparungen. Insgesamt führt die Umsetzung aller untersuchten Massnahmen zu Netto-Kosteneinsparungen von 980 Millionen Franken allein im Jahr 2030 – das ist fast eine Milliarde.

2. Unternehmen, die in Klimamassnahmen investieren, profitieren doppelt
Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen ist mit dem neuen CO2-Gesetz garantiert. Die Vorlage bietet neu allen Firmen die Möglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen. Ob Grossbetrieb oder kleiner Gewerbe- oder Handwerksbetrieb – wer bereit ist, in Klimamassnahmen zu investieren, kann sein Unternehmen von der CO2 Abgabe befreien lassen. Das generiert zusätzlichen Nutzen, weil sich damit Emissionen und Kosten für die Unternehmen senken lassen. Ein attraktiver Deal zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit für die Schweizer Wirtschaft mit einem doppelten Effekt.
Die 50 grössten CO2-Emittenten (Industrieunternehmen) zahlen wie bisher keine CO2-Abgabe. Diese Firmen nehmen stattdessen am Emissionshandelssystem mit der EU teil.

3. CO2-Abgaben mit Lenkungswirkung – ein marktwirtschaftliches Instrument
Das CO2-Gesetz orientiert sich an den Regeln der Marktwirtschaft. Es erfüllt die Forderung nach einer Abkehr von Subventionen, hin zu einem Lenkungsmechanismus. Das CO2-Gesetz setzt deshalb auf die Kombination von finanziellen Anreizen, Investitionen, Innovationen und neuen Technologien. Es führt die bewährte CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas weiter und es ergänzt diese um eine Flugticketabgabe. Beide Abgaben sind Lenkungsabgaben mit dem Ziel, klimafreundliches Verhalten zu fördern und zu belohnen und Innovationen zu unterstützen. So bezahlt diejenige Person, die überdurchschnittlich viel CO2 produziert, mehr als jene, die auf Effizienz und Innovation setzt. Hauseigentümer beispielsweise, die weniger Heizöl verbrauchen oder anstelle von Öl und Gas mit Holz- oder Sonnenenergie heizen, profitieren also.

4. Zwei Drittel der CO2-Abgabe wird direkt an die Bevölkerung zurück verteilt
Die CO2-Abgabe beträgt heute 96 Franken pro Tonne CO2. Heute beträgt das Abgabemaximum 120 Franken pro Tonnen CO2. Dieses wurde bisher noch nie ausgeschöpft. Neu soll das Maximum bei 210 Franken liegen, sollte sich der CO2-Ausstoss nicht genügend schnell und ausreichend stark senken lassen.Zwei Drittel der Einnahmen aus der CO2-Abgabe erhalten Bevölkerung und Wirtschaft zurück. Jede Person erhält schon heute den gleichen Betrag über die Krankenversicherung zurückerstattet, unabhängig davon, wie viel fossile Energie sie verbraucht. 2020 waren es 87 Franken pro Person. Eine vierköpfige Familie hat demnach letztes Jahr 348 Franken aus der CO2-Abgabe zurückerhalten. Lebt die Familien in einem Haushalt, der erneuerbar heizt, hatte sie demnach 348 Franken jährlich mehr verfügbar.

5. Klimafonds: ein kluges und ausgewogenes Finanzierungsinstrument
Der Klimafonds, wie ihn das neue CO2-Gesetz vorsieht, fasst die verschiedenen Finanzierungsquellen für Investitionen in den Klimaschutz zusammen. Bestehende Instrumente wie das bewährte Gebäudeprogramm oder der Technologiefonds werden unter einem Dach vereint. Die gegenseitige Durchlässigkeit zwischen den beiden Programmen wird erhöht. Der Klimafonds sichert die effiziente Finanzierung klimafreundlicher Investitionen, wie zum Beispiel die Planung und Finanzierung von Fernwärmenetzen als wichtigen Beitrag an die Dekarbonisierung des Wärmesektors oder den Aufbau von Ladestationen für Elektroautos als zentraler Hebel für eine rasche Elektrifizierung der Mobilität. Auch wird der Fonds die Sanierung von Gebäuden und von Ersatzneubauten sowie den Einbau von CO2-freien Heizungen finanziell unterstützen. Und schliesslich erhalten Schweizer Unternehmen mit dem Klimafonds Unterstützung, um klimafreundliche Technologien rascher auf den Markt zu bringen. Damit kann der Werk- und Forschungsplatz Schweiz seine Innovationskraft steigern und sich so gleichzeitig wichtige Zukunftsmärkte sichern.

6. Keine Begrenzung Das Gebäudeprogramm wird gesichert – Hauseigentümer werden auch in Zukunft unterstützt
Mit dem Klimafonds wird der Fortbestand des Gebäudeprogramms gesichert, indem er durch die bewährte Teilzweckbindung mit jährlich 450 Mio. alimentiert wird. Gelder, die den Hauseigentümer*innen und Immobiliengesellschaften zur Verfügung stehen für die Werterhaltung und Sanierung ihrer Gebäude, wenn sie sich beispielsweise für eine energetischen Dämmung von Dächern und Fassaden oder den Einsatz einer erneuerbaren Heizung entscheiden. Auch kann der Klimafonds Banken und Versicherungen gegen Risiken absichern, wenn sie die klimafreundliche Sanierung von Gebäuden finanzieren. Dies ermöglicht die Finanzierung von Härtefällen, zum Beispiel wenn Hausbesitzer Mühe haben, eine Hypothek zu erhalten.
Neben den finanziellen Anreizen werden die neuen CO2-Grenzwerte mehr Planungssicherheit für Gebäudebesitzer und Energieversorger schaffen. Gegenüber 1990 soll der CO2-Ausstoss im Durchschnitt der Jahre 2026/27 um 50 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet, dass Neubauten grundsätzlich keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr verursachen dürfen. Das ist heute bereits Standard. Bei bestehenden Gebäuden darf dagegen weiterhin CO2 ausgestossen werden. Kommt es aber zum Heizungsersatz, gilt für den CO2-Ausstoss eine Obergrenze von höchstens 20 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Fläche. In Fünfjahresschritten wird dieser Wert um jeweils 5 Kilogramm gesenkt. So zahlt sich langfristige Planung aus.

7. Neu Flugticketabgabe fördert Innovationskraft und Alternativen
Die neue Flugticketabgabe orientiert sich an der CO2-Abgabe. Auch sie entfaltet eine Lenkungswirkung, fördert die Innovation und macht alternative Reisemöglichkeiten attraktiver. Die Abgabe pro Passagier beträgt für Kurzstreckenflüge 30 Franken, für mittlere oder lange Strecken 120 Franken. Mindestens die Hälfte der Abgabe wird an die Bevölkerung direkt zurückverteilt, unabhängig davon, wie oft eine Person fliegt. Wer nicht mehr als einmal pro Jahr innerhalb von Europa fliegt, wird unter dem Strich mehr Geld zurückerhalten. Das waren 2015 rund 90% der Personen.
Die anderen 50% der Erträge fliessen in den Klimafonds. Mit dem Geld wird unter anderem die Entwicklung von klimafreundlichem, synthetischen Flugtreibstoff gefördert. Damit soll die Flugindustrie grüner werden. Mit den Mitteln der Flugticketabgabe, die dem Klimafonds zugewiesen werden, können zudem bis zu 30 Millionen Franken pro Jahr für ein besseres Angebot an Nachtzügen eingesetzt werden.

8. Kompensationsprojekte sorgen für Investitionen in der Schweiz – Benzin und Diesel werden nur wenig teurer, wenn überhaupt.
Das neue CO2-Gesetz erhebt wie bisher keine CO2-Abgabe auf Treibstoffe wie Benzin und Diesel. Wer Benzin und Öl importiert, muss aber die CO2-Emissionen dieser Treibstoffe zu einem grösseren Teil als bisher mit Klimaschutzmassnahmen ausgleichen. Ab 2025 müssen 20% der Treibstoffemissionen mit Inlandprojekten kompensiert werden. Dies bringt zusätzliche Investitionen in zahlreichen Branchen. Heute werden so beispielsweise klimafreundliche Projekte in den Bereichen Gebäuden, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft gefördert. Dazu zählt u.a. der Bau und Betrieb von Biogasanlagen oder die Herstellung biogener Treibstoffe. Auch wird das Bauen mit einheimischem Holz unterstützt.
Damit die Kosten des Treibstoffaufschlags bescheiden bleiben, sieht das neue CO2-Gesetz eine Höchstgrenze vor, welche maximal 7 Rp/l höher liegt als im aktuellen Gesetz. Ob die Treibstoff-Importeure den Preis für Benzin und Diesel tatsächlich erhöhen, ist offen und hängt von der Wettbewerbssituation, den Weltmarktpreisen und den Margen ab. Diese Situation zeigt sich schon heute in grenznahen Regionen, da die Tankstellen dort einem grösseren Wettbewerb ausgesetzt sind. Aktuell beträgt der Kompensationsaufschlag rund 2 Rappen pro Liter Treibstoff und er liegt damit deutlich unter den gesetzlich zulässigen 5 Rappen.

Förderung effizienter Fahrzeuge und der Elektromobilität Die Emissionen im Strassenverkehr sind bis heute nicht gesunken. Dafür sind hauptsächlich Personenwagen, Lieferwagen und Lastwagen verantwortlich. Das neue CO2-Gesetz verpflichtet Autohändler dazu, zunehmend effizientere Fahrzeuge anzubieten mit dem Effekt, dass die Gesamtkosten pro gefahrenen Kilometer sinken werden. Davon profitieren die Konsument*innen direkt. Die Umsetzung der Effizienzverpflichtungen an die Autoimporteure soll über eine Verschärfung der Zielwerte beim CO2-Ausstoss erreicht werden, angelehnt an die Zielwerte der Europäischen Union. Erstmals sollen neu auch Zielwerte für Lastwagen definiert werden. Parallel dazu fördert das neue CO2-Gesetz mit der finanziellen Unterstützung des Baus von Ladestationen in Wohnsiedlungen und Mehrfamilienhäusern die Elektromobilität.
   

Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Interview

«Der Klimaschutz bietet der Schweiz auch Chancen. … Mit dem Gesetz schaffen wir Arbeitsplätze. Darum wird es von der Wirtschaft unterstützt. Ich höre von Unternehmen, dass sie klare Rahmenbedingungen wollen. Das Gesetz bringt Investitionssicherheit.» Die Vorsteherin des UVEK im Interview in der NZZ.


Ältere Beiträge

Pro-Komitee der Wirtschaft sagt Ja zum neuen CO2-Gesetz - 9. Januar 2021

Pro-Komitee der Wirtschaft sagt Ja zum neuen CO2-Gesetz und startet mit einer Informationskampagne


Eine Allianz aus Erdöl- und Autoindustrie hat das Referendum gegen das CO2-Gesetz ergriffen. Damit wird die Schweiz voraussichtlich im Juni 2021 über die Vorlage abstimmen. Gewichtige Teile der Schweizer Wirtschaft wollen sich aktiv für ein Ja zum neuen CO2-Gesetz einsetzen und starten heute mit ihrer Informationskampagne.

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Grosse Teile der Schweizer Wirtschaft stehen hinter dem neuen CO2-Gesetz. Dazu gehören namhafte Verbände der Energie-, Strom- und Bauwirtschaft sowie die gewichtigen Branchenverbände der Finanz- sowie Versicherungswirtschaft, die Schweizerische Bankiervereinigung und der Schweizerische Versicherungsverband SVV: Insgesamt machen sich rund 30 Wirtschaftsverbände für die Vorlage stark, und sind überzeugt davon, dass längerfristig nur eine klimaneutrale Schweiz eine Zukunft hat.
Die Klimaproblematik verträgt keinen Aufschub. Aktives Handeln und Lösungen sind gefordert. Die Wirtschaft ist bereit, mit attraktiven und innovativen Lösungen einen Beitrag zu einer CO2-freundlichen Wirtschaft zu leisten. Das neue CO2-Gesetz schafft verlässliche Rahmenbedingungen und sorgt für Planungssicherheit. Es sichert der Schweiz Wohlstand, Investitionen und schafft Arbeitsplätze. Die von den Gegnern aufgeführten vermeintlichen Kosten generieren bei genauer Betrachtung grossen Nutzen: Weniger Umweltschäden, mehr Arbeitsplätze und Innovation.
Das Wirtschaftskomitee ist überzeugt, wer die Schweiz vorwärtsbringen will, muss heute mehr denn je für eine vernünftige und wirksame Klimapolitik einstehen. Das neue CO2-Gesetz als gut schweizerischer Kompromiss steht dafür stellvertretend und wird von Bundesrat und Parlament unterstützt. Die Schweizer Wirtschaft weiss um den Mehrwert verlässlicher und klimaschonender Rahmenbedingungen. Nur wenn sich der Wandel zu einer CO2-freundlichen Wirtschaft bewerkstelligen lässt, werden Schweizer Unternehmen auch in Zukunft hierzulande und weltweit eine prägende Rolle spielen. Auch deshalb setzt sich eine breite Allianz vom regionalen Gewerbebetrieb bis zum global tätigen Unternehmen für ein wirksames CO2-Gesetz ein. 
   

Argumente für die Annahme des revidierten CO2-Gesetzes

1. Die nächsten Jahre sind entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel, und entschlossenes Handeln aller ist nötig.
Um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf +1.5 Grad zu begrenzen, müssen die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null reduziert werden. Das bei Einhaltung des 1.5 Grad-Ziels noch verbleibendes «Emissonsbudget» wird von Jahr zu Jahr kleiner und wird beim heutigen Emissionsniveau in wenigen Jahren ausgeschöpft sein (gemäss IPCC dürften wir global ab 2018 nur noch höchstens 420 Gt CO2eq ausstossen, weltweit werden momentan aber jedes Jahr noch etwa 42 Gt CO2eq emittiert!). Damit wir eine Chance haben, das 1.5 Grad-Ziel zu erreichen, muss bereits heute praktisch jede Langfristinvestition mit den Klimazielen vereinbar sein.

2. Die Schweiz verursacht sehr hohe Treibhausgasemissionen pro Kopf - mit dem revidierten CO2-Gesetz schafft sie die Grundlage, ihre Klimaverantwortung wahrzunehmen.
Immer mehr Nationen beteiligen sich weltweit am Kampf, die Auswirkungen des Klimawandels zu vermindern. Insgesamt 110 Länder, inklusive der EU, Japan und Südkorea, wollen bis 2050 klimaneutral werden, China bis 2060. Dies entspricht mehr als 70% der Weltwirtschaftsleistung (UN, 2020). Wenn wir die von den Schweizern/innen verursachten Emissionen im In- und Ausland betrachten, hat die Schweiz die vierthöchsten pro Kopf-Emissionen der Welt (nach den USA, Australien, Kanada). Auch wenn die Schweiz nur 0.2% der globalen Treibhausgasemissionen verursacht, steht sie in der Pflicht, ihren Beitrag zum 1.5 Grad-Ziel zu leisten und bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen auf Netto-Null zu reduzieren. Die Massnahmen des CO2-Gesetzes alleine werden kaum ausreichen, um das 1.5 Grad-Ziel zu erreichen (Akademie der Naturwissenschaften, 2020). Das CO2-Gesetz schafft aber die entscheidende Basis, um rasch und pragmatisch die inländischen Emissionen zu verringern. In Zukunft können die Massnahmen des Gesetzes nach Bedarf ergänzt werden. Aber jetzt ist sofortiges Handeln angezeigt, denn das Bessere ist des Guten Feind!

3. Die Technologien, mit welchen wir unsere Energieversorgung bis 2050 fossilfrei umbauen können, sind vorhanden und werden zunehmend günstiger:
Die Technologien für einen fossilfreien Verkehr und eine dekarbonisierte Wärmeversorgung sind grundsätzlich heute schon vorhanden: Elektromobilität, Wärmeversorgung mit elektrischen Wärmepumpen, Biomassenutzung bei Fernwärme, Wasserstoff/synthetische Treibstoffe mit erneuerbar produzierter Elektrizität hergestellt, etc. Die Kosten von Batterien, Wind- und Solarenergie sind dank Skalen- und Lerneffekten bereits drastisch gesunken (Solarpanels sind heute um 90% billiger als 2010) und werden weiter sinken. Auch die Effizienz dieser Technologien ist heute erheblich besser, was die Umstellung erleichtert und verbilligt. Andere aufstrebende Technologien sind am Markt noch nicht wettbewerbsfähig, da die Kosten von fossilen Energieträgern deren Klima- und Umweltkosten nicht enthalten, was den Wettbewerb verzerrt und die Einführung neuer Technologien behindert. Diese sind erst am Anfang ihrer «Kostenlernkurve», Skaleneffekte fehlen noch.

4. Mit dem CO2-Gesetz kann die Transformation der Energieversorgung kosteneffektiv, mit den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten und nach dem Verursacherprinzip erfolgen:
Das CO2-Gesetz setzt auf marktwirtschaftliche Prinzipien und nutzt daher die hohe Innovationskraft der Wirtschaft, damit der Umbau zu einer fossilfreien Energieversorgung möglichst effizient und kostengünstig wird. Ein marktwirtschaftlich ausgerichteter Umbau braucht aber neue Rahmenbedingungen, damit die Märkte den Verbrauchern/innen, Investoren/innen; Unternehmungen, Forschern/innen und den staatlichen Akteuren zielführende Preissignale und Anreize vermitteln. Das CO2-Gesetz nimmt die Emissionsverursacher/innen in die Pflicht. Sie sollen für die durch ihre Emissionen verursachten gesamtwirtschaftlichen Kosten (Klima- und Umweltkosten) bezahlen, damit sie klimafreundlichere Verbrauchs- und Investitionsentscheidungen treffen.

5. Das CO2-Gesetz mit der Rückverteilung eines grösseren Teils der Abgabenerträge ist gerecht, da es soziale Härten abfedert und die Eigenverantwortung fördert.
Mit der CO2-Abgabe werden die Verursacher/innen von Treibhausgasemissionen und weiteren damit verbundenen Umweltbelastungen (wie Luftverschmutzung, Verkehrslärm, etc.) in die Pflicht genommen. Sie müssen nach dem Verursacherprinzip für ihre Emissionen bezahlen. Das eigenverantwortliche Verhalten von Investoren/innen und Konsumenten/innen wird dadurch in Richtung der klimapolitischen Ziele gelenkt: Es lohnt sich für alle, mit klimafreundlichem Handeln Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um dadurch Abgaben zu vermeiden.

6. Die CO2-Abgabe ist sozialverträglich!
Die Abgabenerträge werden zum grösseren Teil an die Bevölkerung und an die Wirtschaft rückverteilt. Durch das Rückverteilungsmodell (pro Kopf-Rückverteilung an die Bevölkerung) lassen sich soziale Härten der CO2-Abgabe vermeiden bzw. abfedern. Wer mit erneuerbaren Energien heizt, die Wohnung isoliert, mit dem ÖV, einem Elektrofahrzeug oder einem verbrauchsarmen Fahrzeug fährt, nicht oder sehr wenig fliegt bezahlt wenig Abgaben und erhält mehr rückvergütet als er/sie an Abgaben bezahlt hat. Das ist besonders für die Bevölkerungsteile mit geringeren Einkommen und tieferem Konsumniveau oft der Fall.

7. Die Mittel im Klimafonds werden zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung und zur Marktentwicklung bei klimarelevanten Schlüsseltechnologien verwendet:
Zumindest vorübergehend wird ein Teil der Erträge aus der CO2-Abgabe zur Förderung von Energieeffizienzmassnahmen und erneuerbarer Wärmeproduktion bei Gebäuden verwendet. Ein Teil der Erträge der Flugticketabgabe wird zur Entwicklung und Förderung von CO2-freien Flugtreibstoffen eingesetzt. Die Lenkungswirkung der CO2-Abgabe und der Flugticketabgabe wird in diesen für die Emissionsreduktion zentralen Bereichen durch Fördermittel aus dem Klimafonds verstärkt. Die Transformation der Wärmeversorgung und die Entwicklung synthetischer Treibstoffe zur Marktreife können dadurch beschleunigt werden.

8. Nicht nur das Klima profitiert vom CO2-Gesetz, auch die Umwelt und die Lebensqualität!
Die Dekarbonisierung der Energieversorgung reduziert neben den CO2-Emissionen auch die Luftschadstoffemissionen und verbessert dadurch die Luft- und Lebensqualität in der Schweiz. Elektrifizierung des Verkehrs und die Förderung einer nachhaltigeren Mobilität durch das CO2-Gesetz verringern besonders innerorts die verkehrsbedingte Lärmbelastung und schaffen zusätzlichen Raum für den Langsamverkehr (Fussgänger/innen und Velofahrer/innen). Gesundheitliche Auswirkungen der Luftverschmutzung, welche die ärmeren Bevölkerungsschichten überproportional betrifft, können vermindert werden. Die Umstellung auf erneuerbare Wärmeversorgung von Gebäuden führt zu einem wärmetechnisch deutlich verbesserten Gebäudebestand (reduzierter Wärmebedarf durch Wärmeschutzmassnahmen) und zu höherem Wohnkomfort (angenehmeres Raumklima). Durch das CO2-Gesetz und die damit finanzierten Förderprogramme ist mit besseren lokalen/regionalen und internationalen ÖV-Angeboten (Nachtzüge) zu rechnen.

9. Das CO2-Gesetz wirkt auch als Impulsprogramm: Die Massnahmen des CO2-Gesetzes vermitteln der COVID-19-geschwächten Wirtschaft dringend benötigte zusätzliche Impulse:
Das inländische Gewerbe und ein Grossteil der Wirtschaft profitieren vom CO2-Gesetz. An die Stelle teurer Importe fossiler Energieträger aus dem Ausland treten innovative Klimatechnologien mit einem höheren inländischen Wertschöpfungsanteil, was bei der inländischen Wirtschaft und dem Gewerbe zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Die Internationale Energieagentur rechnet mit durchschnittlich 15 neugeschaffenen Arbeitsplätzen pro Million $ Investition in Energieeffizienzmassnahmen für Neubauten und bestehende Bauten (IEA, 2020). Die wirtschaftliche Erholung nach dem wirtschaftlichen Einbruch durch COVID-19 erhält durch das CO2-Gesetz zusätzliche Impulse und wird durch den Umbau der Energieversorgung auf nachhaltige Weise beschleunigt.

10. Innovationen bei klimafreundlichen Technologien und Emissionsreduktionsmassnahmen werden gefördert, die Schweiz wird wettbewerbsfähiger und gewinnt neue Exportchancen.
Das CO2-Gesetzes bietet mehr Investitionssicherheit bei klimafreundlichen Lösungen und beschleunigt Innovationen im Bereich nachhaltiger Klimatechnologien. Mittelfristig steigt dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, es ergeben sich zusätzliche Exportmöglichkeiten. Die Schweiz kann sich global als Innovationshub positionieren. Das Schweizer Start-up Climeworks, welches eine Technologie zur Filterung von CO2-Emissionen aus der Luft entwickelt hat, hat beispielsweise im Jahr 2020 75 Millionen CHF Kapital von Investoren gesammelt (Climeworks, 2020).

energie-wende-ja.ch/09.01.2021, Dominique Hischier, Kathrin Fuchs, Ruedi Meier, Walter Ott
   

CO2-Komitee ist gegründet - 21. Dezember 2020

Das CO2-Komitee ist gegründet

Das neue CO2-Gesetz soll der Schweizer Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden. So wollen es die Gegner dieser Vorlage. Kommt das Referendum zustande, werden wir im Sommer 2021 darüber abstimmen können. Viel Schweizer Wirtschaft hat sich in einem eigenen Komitee für das CO2-Gesetz zusammengeschlossen: www.co2-gesetz-jetzt.ch.

Wir machen ebenfalls in dieser Wirtschaftsallianz mit und wollen uns zusammen mit Bundesrat und Parlament für diese wichtige Vorlage engagieren. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam die Klimakrise stoppen können. Das neue CO2-Gesetz setzt dafür die richtigen Rahmenbedingungen und garantiert unserem Land Wohlstand, Investitionen und Arbeit. Wer die Schweiz vorwärtsbringen will, steht ein für eine vernünftige und wirksame Klimapolitik. Werden auch Sie Teil dieser Bewegung und melden Sie sich noch heute an.
   

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