SwissSkills 2026: Junge Zimmerleute zeigen Spitzenklasse

Vom 26. bis 29. August fanden auf dem Areal der Gewerbeausstellung Lihga in Schaan (LI) die SwissSkills Championships 2026 der Zimmerleute statt. Elf Lernende aus der Deutschschweiz und der Romandie zeigten während vier Wettkampftagen, was in ihnen steckt – mit Präzision, Fachwissen und beeindruckendem Kampfgeist. Den Schweizermeistertitel holte sich David Näf aus Libingen SG.

Sie haben Grund zum Feiern (v.l.n.r.): Michael Tresch (2. Rang), Schweizermeister David Näf und Rouven Dörig (3. Rang).

Was die jungen Talente in Schaan ablieferten, verdient grossen Respekt: 22 Stunden Wettkampfzeit, ein anspruchsvolles dreiteiliges Modell und zwei Spezialblöcke forderten alles von ihnen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher – darunter Berufsschulklassen aus der Ostschweiz – verfolgten das Geschehen mit grossem Interesse, schauten dem Nachwuchs über die Schulter und fachsimpelten am Rand des Wettkampfgeländes. An der Siegerehrung vom Samstagabend durften drei junge Berufsleute ganz besonders stolz auf ihre Leistung sein:

1. Rang: David Näf, Libingen SG, Hollenstein Holzbau AG
2. Rang: Michael Tresch, Silenen UR, Holzbau Bissig AG
3. Rang: Rouven Dörig, Appenzell Schlatt AI, Holzin AG

Die drei Medaillengewinner rücken ins Nationalteam Holzbau nach und bereiten sich dort auf die Ausscheidung für die EuroSkills 2027 vor.

Drei Module, die es in sich hatten

Beim Wettbewerbsmodell war höchste handwerkliche Präzision gefragt. Bei Modul 1 rissen die Teilnehmenden eine Wand-Bodenkonstruktion mit komplexen Bauteilen direkt ab Plan an, banden sie ab und richteten sie auf – eine Aufgabe, die sie mehrheitlich souverän meisterten. Richtig knifflig wurde es bei Modul 2: Die Dachkonstruktion mit Grat- und Schrägsparren, verkantetem Andreaskreuz, Klauenschiftern und Kaminwechsel forderte Fachwissen auf Polierniveau. «Insbesondere die Dachkonstruktion mit ihren verkanteten Hölzern hat einen hohen Schwierigkeitsgrad», sagt Urs Dörig, Präsident des Nationalteams Holzbau. Modul 3 wirkte mit offener Wandverkleidung und Bodenrost auf den ersten Blick einfach – die strahlenförmig angeordneten Seitenbretter verlangten den Talenten aber einiges an geometrischem Vorstellungsvermögen ab.

Qualität vor Tempo beim «Powerzimmermann»

Kurz, intensiv und nervenaufreibend: Am Donnerstag und Freitag sorgte der Spezialblock «Powerzimmermann» für zusätzlichen Nervenkitzel. In exakt 35 Minuten mussten die Lernenden eine vorgegebene Holzverbindung herstellen (10 Minuten Anreissen, 25 Minuten Ausführung). Neu zählte dabei nicht mehr die reine Geschwindigkeit, sondern die Qualität der Ausführung – im Zentrum der Bewertung stand die absolute Massgenauigkeit der Verbindungen.

Wenn die Zeit drängt, wächst der Nachwuchs über sich hinaus

Das zeitintensive Modell brachte am zweitletzten Tag manchen Kandidaten ins Schwitzen. Doch statt aufzugeben, schmiedeten die jungen Zimmerleute clevere Schlachtpläne – und zogen durch. «Beim Endspurt am finalen Wettkampftag haben die Kandidaten ihre allerletzten Reserven mobilisiert. Sie haben eindrücklich bewiesen, dass immer noch mehr möglich ist, als sie sich selbst zugetraut hätten», freut sich Experte Peter Schwarz. Beeindruckend war auch der Zusammenhalt: In den Pausen tauschten sich die jungen Talente aus und gaben einander Tipps – gelebte Kollegialität, wie sie die Holzbaubranche auszeichnet.

22 Stunden höchste Konzentration, anspruchsvolle Arbeit und echter Kampfgeist.

Die nächste Chance wartet schon

Der Blick geht bereits nach vorn: 2027 finden die nationalen SwissSkills statt. Die Anmeldung für die Vorbereitungstrainings ist ab Herbst 2026 möglich. Eingeladen sind alle angehenden Zimmerinnen und Zimmermänner. Die Teilnahme bietet die Chance, wertvolle berufliche und persönliche Erfahrungen zu sammeln, die die Lernenden auch im späteren Leben weiterbringen werden. Eine Gelegenheit, die es zu packen gilt!

Informationen und Anmeldung SwissSkills 2027