Wachstum braucht Weitsicht
Die Schweizer Holzbaubranche wächst seit Jahren kontinuierlich und erfolgreich. Neue Technologien, der Klimawandel sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen verändern jedoch die Rahmenbedingungen. Entscheidend wird sein, diese Veränderungen gemeinsam zu gestalten – mit Innovation, Forschung, Bildung und einer starken Stimme für den Holzbau.
Die Entwicklung der Schweizer Holzbaubranche ist beeindruckend. In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Zahl der Beschäftigten und der Arbeitsstätten jeweils um rund 35 Prozent gestiegen. Heute realisiert der Holzbau Projekte, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren – von Wohnhochhäusern über komplexe Industriegebäude bis hin zu bedeutenden Infrastrukturbauten. Der Holzbau hat sich zu einer leistungsstarken Wachstumsbranche entwickelt und ist aus der Schweizer Bauwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Wir sind überzeugt: Dieser Erfolg ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Mut, Unternehmergeist, hoher Fachkompetenz und der Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Genau diese Eigenschaften werden auch in Zukunft entscheidend sein.
Neue Anforderungen verlangen neue Antworten
Die technologischen Entwicklungen verändern unsere Branche rasant. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, automatisierte Fertigung, digitale Datenerhebung mittels Laser und Drohnen sowie datenbasierte Bauprozesse prägen Planung, Produktion, Logistik und Montage zunehmend. Gleichzeitig wandelt sich die Art des Bauens. Projekte werden früher und interdisziplinärer entwickelt. Bauherrschaften, Planende, Fachingenieure und Holzbauunternehmen erarbeiten gemeinsam durchdachte Lösungen, optimieren Abläufe und reduzieren damit Risiken und Kosten bereits vor dem ersten Spatenstich.
Auch öffentliche Ausschreibungen verändern sich. Neben den Investitionskosten gewinnen Nachhaltigkeitsaspekte wie die Ausbildung von Lernenden sowie Lebenszykluskosten, Materialeffizienz, Innovationskraft, Referenzen und die Qualität der Zusammenarbeit verstärkt an Bedeutung. Genau darin liegen grosse Chancen für den Holzbau.
Den Werkstoff Holz weiterdenken
Ebenso verändern sich die Voraussetzungen für unseren wichtigsten Rohstoff. Die Folgen des Klimawandels sind in unseren Wäldern bereits sichtbar. Besonders Fichte und Tanne, die den Schweizer Holzbau über Generationen geprägt haben, geraten zunehmend unter Druck. Welche Baumarten künftig in welchem Umfang zur Verfügung stehen werden und wie rasch sich unsere Wälder anpassen können, ist heute noch unklar.
Den Werkstoff Holz weiterdenken
Ebenso verändern sich die Voraussetzungen für unseren wichtigsten Rohstoff. Die Folgen des Klimawandels sind in unseren Wäldern bereits sichtbar. Besonders Fichte und Tanne, die den Schweizer Holzbau über Generationen geprägt haben, geraten immer mehr unter Druck. Welche Baumarten künftig in welchem Umfang zur Verfügung stehen werden und wie rasch sich unsere Wälder anpassen können, ist heute noch unklar. Gemeinsam mit Waldeigentümern, Forschungseinrichtungen, Zulieferfirmen und Holzbauunternehmen müssen wir deshalb neue Lösungen erforschen und entwickeln. Künftig wird nicht nur entscheidend sein, welches Holz wir einsetzen, sondern auch, wie wir mit weniger Material dieselbe oder sogar eine höhere Leistung erreichen. Die intelligente Nutzung unseres Rohstoffs wird zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Das Motto muss lauten: Das passende Material smart am richtigen Ort einsetzen.
Auch die Erwartungen der Gesellschaft befinden sich im Umbruch. Gefragt sind wohngesunde, bezahlbare und flexible Gebäude, die sich langfristig an neue Bedürfnisse anpassen lassen. Dabei sind nicht nur die Erstellungskosten entscheidend, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Bauten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Holz bietet dafür hervorragende Voraussetzungen. Intelligente Konstruktionen, wiederverwendbare, kreislauffähige Bauteile und eine möglichst vollständige Nutzung des Rohstoffs werden weiter an Relevanz zulegen.
Gute Rahmenbedingungen sind entscheidend
Der Weg zu Netto-Null eröffnet unserer Branche zusätzliche Chancen. Holz leistet bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauens. Gleichzeitig stehen auch unsere Betriebe vor der Aufgabe, ihre Prozesse weiterzuentwickeln und Emissionen zu reduzieren. Holzbau Schweiz engagiert sich deshalb gemeinsam mit den Unternehmen für eine praxistaugliche Branchenlösung. Grundlage für die Transformation ist eine sichere, bezahlbare und technologieoffene Energieversorgung.
Holz entfaltet seinen grössten Nutzen, wenn es langlebig verbaut wird, anschliessend möglichst mehrfach weiterverwendet und erst am Ende seines Lebenszyklus energetisch genutzt wird. Unsere Unternehmen investieren kontinuierlich in neue Technologien, moderne Produktionsanlagen, digitale Vermessungstechnologien und die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden. Gleichzeitig werden wir durch schleppende Bewilligungsverfahren, unnötige Bürokratie, Dokumentationspflichten und regulatorische Anforderungen daran gehindert, effizient zu arbeiten.
Innovation braucht Freiräume. Wer den Holzbau stärken will, muss unternehmerisches Handeln ermöglichen und zum Beispiel den nötigen Handlungsspielraum geben, dann zu arbeiten, wenn es die Bedingungen im Projekt und auf der Baustelle zulassen. Es geht darum, zu ermöglichen statt zu verbieten. Kürzungen bei wichtigen Förderinstrumenten wie dem Aktionsplan Holz oder dem Gebäudeprogramm stehen im Widerspruch zum Ziel, den Einsatz des einheimischen Baustoffs Holz zu stärken und damit den Werkplatz Schweiz zu fördern.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Holzbau Schweiz setzt sich für den Austausch und den Wissenstransfer innerhalb der Branche ein, vernetzt die relevanten Akteure und schafft die Voraussetzungen dafür, dass gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen von morgen entstehen. Zusammen mit Lignum, den Beteiligten der Wertschöpfungskette Holz und dem Ausbaugewerbe vertreten wir unsere Interessen mit einer vereinten und starken Stimme gegenüber Politik und Verwaltung. Wenn wir offen für neue Entwicklungen bleiben und auf unseren Stärken aufbauen, wird der Holzbau auch künftig Antworten auf die grossen Fragen unserer Zeit liefern – wirtschaftlich, technologisch und gesellschaftlich.
Wir bleiben kritisch, positiv und lösungsorientiert. Wir wollen für Lernende auch in Zukunft interessant und attraktiv sein und investieren sowohl in die Aus- als auch in die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. Wir bleiben am Puls der Zeit, engagieren uns verstärkt bei Forschung und Entwicklung und nutzen neue Technologien gezielt. Gleichzeitig wehren wir uns gegen Gesetze und Bestimmungen, die uns einschränken, und setzen uns für weniger Bürokratie ein.
Wir sehen so auf lange Sicht eine florierende Branche mit einer aussichtsreichen Zukunft. Wir befinden uns im Jahrhundert des Holzbaus!
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen.