Impulstag Holz & 107. Generalversammlung von Holzbau Schweiz vom 6. September 2013 im Theater Casino Zug

06.09.2013

Energiestrategie: Pflicht und Kür der Holzbaubranche

 

Über 320 Gäste folgten dem Impulsreferat von Prof. Thomas Stocker, den diversen Gastrednern sowie dem Worten des Zentralpräsidenten, Hans Rupli. Die Holzbaubranche wächst. 2012 legte die Branche im Einfamilienhausbau im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zu. Jedes fünfte neue Einfamilienhaus und jeder dritte Umbau wird mit einer Holzbautragkonstruktion realisiert (Quelle: Woodmonitoring). Dieser Zuwachs schafft rund 600 neue Arbeitsplätze pro Jahr. Trotz stabilem Nachwuchs richtet der Verband seine Aufmerksamkeit deshalb auf die Bekämpfung des Fachkräftemangels und das aktive Generationenmanagement.

Impulsreferat zum Klimawandel − die Herausforderung des Jahrhunderts

Der diesjährige Jahresanlass der Holzbaubranche widmete sich der Herausforderung des Klimawandels. Seit der ersten Weltklimakonferenz 1979 sind stetig neue Klimaziele definiert, jedoch kaum erreicht worden. Globalpolitische Prozesse zeigen: Eine nachhaltige Gestaltung unserer Zukunft betrifft nicht einzelne, sondern die gesamte Menschheit. "Eine unabdingbare Weiterentwicklung muss der Umgang der Eigenverantwortung im Rahmen des Klimawandels sein", führte Hans Rupli, Zentralpräsident von Holzbau Schweiz, das Impuls-Referat ein. Der Berner Forscher Prof. Thomas Stocker referierte zur vielschichtigen und kontroversen Thematik Klimawandel. Dabei veranschaulichte er die entstehenden politischen Herausforderungen und medialen Wirrungen eindrücklich. "Die Forschung belegt, der Klimawandel ist eindeutig und ungewöhnlich. Beim Klimaschutz abzuwarten, erschwert die Erreichung der internationalen Klimaziele", dies das Fazit den Wissenschaftlers. Der Gastreferent verdeutlichte die Zusammenhänge zwischen dem industriellen Aufschwung von Entwicklungsländern, den dabei freigesetzten Kohlenstoffemissionen und deren Auswirkungen auf das globale Ökosystem. Stocker ermutigte die Holzbaubranche die Vorreiterposition weiter aktiv einzunehmen. Dies als Vertreter der wohl am nachhaltigsten Bauweise mit fortschrittlichen, geschlossenen Zyklen.

Offizielle Generalversammlung − Marktsituation und Schwerpunktthemen

Hans Rupli präsentierte die Zahlen des Woodmonitoring der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, welche das Wachstum der Branche untermauern:

  • Anhaltendes Wachstum beim Bau von Einfamilienhäusern: Insgesamt entstehen in der Schweiz pro Jahr ca. 2'000 bis 2'200 Einfamilienhäuser. Jedes fünfte neue Einfamilienhaus wird mit einer Tragkonstruktion in Holz geplant. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 Prozent.
  • Entdeckung Holzbau, der von aussen nicht immer erkennbar sein muss: Für den Mehrfamilienhausneubau und der Bereich der An- und Umbauten von Ein- und Mehrfamilienhäusern wird die Holzbauweise entdeckt. Erfreulich ist, dass jeder dritte Umbau mit einer Holztragekonstruktion realisiert wird.

Desweitern stellte der Zentralpräsident strategischen Themen und Projekte des Verbandes vor:

  • Hohe Wichtigkeit von Generationenmanagement und Nachwuchsförderung: Für die Branche bedeutet der Zuwachs an Marktanteilen seit 2003 durchschnittlich 600 neue Arbeitsplätze pro Jahr. Ein Wachstum, dem es gerecht zu werden gilt. Denn obschon mit fast 900 Lernenden pro Jahr eine stabile Entwicklung verzeichnet werden kann, findet eine hohe Fluktuation in der Altersgruppe 30 bis 39 statt. Der Bekämpfung des Fachkräftemangels lässt Holzbau Schweiz darum grösste Aufmerksamkeit zukommen.
  • Gesunde Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeitende: Das strategische Projekt Holzbau Vital, unter dem die beiden Branchenlösungen Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz sowie Gesundheit zusammengefasst sind, soll entscheidende Entwicklungen im Holzbau ermöglichen.
  • Einen Beitrag zur Energiepolitik leisten: Weiter setzte sich Hans Rupli für die Zunahme von Plus-Energie-Gebäuden ein. Insbesondere wies er auf die Chance der Holzbaubetriebe hin, bei ihren Betrieben auf dezentrale Energie mit autarken Photovoltaik-Installationen zu setzen.
  • Rückgängige Holzernte im Blickwinkel der Ressourcenbeschaffung: Die rückgängige Holzernte in der Schweiz wiederspiegelt die anhaltende Entwicklung, dass sich Anbieter teils mit Holz aus dem Ausland versorgen. Der Zentralpräsident rief deshalb zu einer verstärkten Nutzung von Schweizer Holz auf. Die Transportwege sind kürzer und die Verringerung von grauer Energie kann dadurch unterstützt werden.
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