Holz ist das entwurfsbestimmende und identitätsbildende Element des neuen Bankgebäudes in Sarnen. Das Fassadenbild mit der feingliedrigen, dunklen Holzverkleidung und ein robuster Betonsockel sollen Ausdruck für Beständigkeit, Regionalität und Vielfalt sein. Die beiden Kundengeschosse und die darüberliegenden drei Mitarbeitergeschosse unterscheiden sich der Nutzung entsprechend auf subtile Weise in ihrer Detaillierung der Holzfassade sowie in der Gestaltung der Fenster und des Sonnenschutzes. Um den Erschliessungskern in Beton ist ein Stabtragwerk mit Stützen und Unterzügen aus lokal gewachsenem und verarbeitetem Eschen- und Fichtenholz angeordnet. Die Wände sind in einer Leichtbaukonstruktion ausgebildet. Zwischen den sichtbaren Unterzügen der Rippendecken findet die Haustechnik Platz. Das gewählte Tragwerkssystem führt zu einem optimierten Materialverbrauch sowie zu einer ­maximalen Flexibilität bezüglich zukünftiger Nutzungen. Transparente Raumabschlüsse, Boden- und Deckenbekleidungen aus Eschenholz und Textilien sowie ein begrünter Innenhof erzeugen für die Arbeitsplätze eine atmosphärische Qualität. Der steinige Bodenbelag in der Eingangshalle und den Treppenhäusern wurde aus einer Gesteinsmischung von Kies und Geschiebe aus Bächen der Region verarbeitet.

Fakten:
Projekt: Neubau Bürogebäude, Hauptsitz Obwaldner Kantonalbank, Sarnen (OW)
Fertigstellung: 2021
Bauherrschaft: Obwaldner Kantonalbank
Architektur: Seilerlinhart Architekten, Sarnen
Ingenieur: Pirmin Jung Schweiz AG, Sursee (LU)
Holzbau: Küng Holzbau AG, Alpnach Dorf (OW);
Holzbautechnik Burch AG, Sarnen
Holzart: Esche, Fichte/Tanne naturbelassen
Zertifikat Fassade: Schweizer Holz
seilerlinhart.ch